Genitale Warzen (Feigwarzen) – Symptome, Ursachen und Behandlung

Genitale Warzen sind eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Die auch als Feigwarzen oder Kondylome bekannten Hautknötchen treten bei Männern und Frauen im Anal- und Genitalbereich, seltener im Mund auf. Sie sind etwa stecknadelkopfgroß, können aber auch größere Ausmaße annehmen. Die rötlich oder bräunlich gefärbten Wucherungen kommen häufig in Gruppen, sogenannten “Warzenbeeten”, vor. Auslöser ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV).

Bild: Genitale Warzen  übertragen sich meist durch Geschlechtsverkehr.

↓ Was sind genitale Warzen?
↓ Ursachen
↓ Aussehen & Symptome
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Was sind genitale Warzen?

Genitalwarzen sind gutartige Hautgebilde, die nur selten Beschwerden verursachen. Sie haben die Form kleiner Knoten, die am After, dem Penis, den Hoden, der Vagina und der Schamlippe auftreten können. Seltener sind Wucherungen im Mund. Genitale Warzen entstehen durch die Übertragung humaner Papillomaviren (HPV), besonders der Virus-Typen 6 und 11. Die Viren gelangen beim Geschlechtsverkehr oder Oralverkehr in den Körper. Hier lagern sich die Erreger in der Haut ab. Nicht immer sind Warzen die Folge. Kommen jedoch weitere Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem hinzu, wird das Wachstum der Hautwucherungen begünstigt. Feigwarzen treten deshalb gehäuft bei HIV-infizierten Menschen auf.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache für Feigwarzen ist eine Ansteckung mit humanen Papillomaviren (HPV). Die Übertragung erfolgt über Hautkontakt bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Durch kleine Risse oder Verletzungen an der Haut im Genitalbereich, am After oder im bzw. am Mund gelangen sie in den Körper. Eine infizierte Person kann das Virus sofort an weitere Menschen übertragen. Auch dann, wenn sie selbst frei von Symptomen ist und keine Genitalwarzen hat. Die Übertragung von HPV kann auch durch das Tragen derselben Kleidung, das Benutzen desselben Handtuchs oder beim gemeinsamen Baden erfolgen. Solche Übertragungen kommen jedoch selten vor. Es ist nicht möglich, die Viren über Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel und Schweiß weiterzugeben.

Bei Ausfluss aus dem Penis oder der Vagina erhöht sich das Risiko, Sexualpartner mit HPV anzustecken. Gleichzeitig steigt das Infektionsrisiko durch Ekzeme am After und im Genitalbereich, Verletzungen der Schleimhäute oder Pilzinfektionen im Genitalbereich. Ein grundsätzlich höheres Erkrankungsrisiko für Feigwarzen haben Menschen mit HIV. Um die Immunschwächekrankheit AIDS am Ausbruch zu hindern, erhalten die Betroffenen Medikamente. Diese unterdrücken das Immunsystem. Das führt jedoch auch dazu, dass sie anfälliger für Infektionen mit dem humanen Papillomavirus sind.

Aussehen und Symptome

Genitale Warzen sind meist nur wenige Millimeter groß, fühlen sich weich an und sind beim Anfassen unempfindlich. Nur selten brennen, jucken oder schmerzen sie. Die meisten Feigwarzen wachsen spitz nach oben. Sie können aber auch größere Ausmaße annehmen und zu plattenartigen Gebilden heranwachsen. Diese werden aufgrund ihrer Form auch “Hahnenkamm” genannt. Eine Unterart der Feigwarze, die Condylomata plana, wächst hingegen flach. Selten entstehen aus den Warzen sogenannte “Riesenkondylome”, die wegen ihrer teils enormen Größe und der blumenkohlartigen Form die Betroffenen stark einschränken. Sie können sich im schlimmsten Fall zu einer Krebsgeschwulst entwickeln.

Wo genitale Warzen auftreten, ist durch die abweichende Anatomie bei Männern und Frauen unterschiedlich: 

Genitale Warzen bei Frauen

Bei Frauen entstehen Genitalwarzen häufig am Scheideneingang und zwischen Vagina und After. Auch die Schamlippen und der Anus sind oft betroffen. Darüber hinaus können Feigwarzen im Gebärmutterhals und in der Harnröhrenöffnung auftreten.

Genitalwarzen, Feigwarzen, Kondylome am After.

Zahlreiche Feigwarzen am After einer Frau.

Genitale Warzen bei Männern

Besonders häufig betroffen sind unbeschnittene Männer. Bei ihnen entstehen die Warzen meist an der Vorhaut, am Bändchen (Frenulum) und an der Eichel. Beschnittene Männer sind jedoch keineswegs vor Feigwarzen gefeit. Bei ihnen treten sie allerdings gehäuft an der Peniswurzel und am Penis-Stamm auf. Auch der Anus und der Enddarm können besiedelt sein.

Während Feigwarzen nur selten körperliche Beschwerden auslösen, ist der psychische Leidensdruck groß. Viele Betroffene leiden unter Schuldgefühlen und haben Angst, sich vor ihrem Partner nackt zu zeigen oder mit ihm sexuellen Kontakt zu haben. Auch fühlen sie sich oft nicht in der Lage, offen über ihre Erkrankungen zu sprechen. Das kann dazu führen, dass Betroffene Sexualität meiden und sich zurückziehen. Ein rascher Arztbesuch ist deshalb wichtig. So kann der Arzt die Genitalwarzen schnell behandeln und Einschränkungen im partnerschaftlichen Leben lassen sich vermeiden.

Feigwarze bei einem Mann am Hoden (mittig)

Feigwarze bei einem Mann am Hodensack (mittig, Ansicht von hinten)

Diagnose

Viele Betroffene trauen sich aus falscher Scham oder Schuldgefühlen nicht zum Arzt. Sie befürchten, dieser könnte ihnen Vorwürfe machen. Auch finden sie es unangenehm, dass sie sich für die Untersuchung nackt ausziehen müssen. Es gibt jedoch keinen Grund zur Sorge. Für Ärzte sind Feigwarzen eine häufig vorkommende Diagnose, die sie wie jede andere Krankheit diskret und professionell behandeln.

Damit der Arzt die Diagnose stellen kann, muss er sich die betroffenen Stellen ansehen. Bei dem Verdacht auf Feigwarzen kann er die betroffene Hautstelle mit einem Dermatoskop genauer untersuchen und eine Biopsie durchführen. Dabei entnimmt er – meist durch Abrubbeln der obersten Hautschicht – eine kleine Probe, die er unter dem Mikroskop untersucht.

Aufwendiger ist die Diagnose von Genitalwarzen im Mund, im Enddarm und in der Harnröhre. Besteht der Verdacht auf Feigwarzen im Darm oder der Harnröhre, führt der Arzt eine Spiegelung durch. Entdeckt er hier Warzen, kann er eine Probe entnehmen und anschließend untersuchen.

Wichtig: Ist die Diagnose Feigwarzen bestätigt, sollte sich in jedem Fall auch der Partner untersuchen lassen.

Therapie

Je nach Art und Ort der Feigwarzen werden die Hautknoten medikamentös behandelt oder operativ entfernt. Unsere Expertin, Dr. Wiebke Sondermann, Dermatologin aus Essen, erklärt die wichtigsten Behandlungsansätze: 

Medikamentöse Behandlung (Selbsttherapie)

Äußerliche Warzen lassen sich gut mit Cremes oder Lösungen behandeln. Das regelmäßige Anwenden bestimmter Wirkstoffe sorgt dafür, dass sich die Feigwarzen mit der Zeit zurückbilden. Der Wirkstoff Podophyllotoxin unterdrückt zum Beispiel die Zellteilung. Das führt dazu, dass sich die mit den Viren infizierten Zellen nicht mehr vermehren können und absterben. Doch Vorsicht: Podophyllotoxin ist nicht für Schwangere geeignet!

Die Wirkstoffe Epigallocatechingallat (eine Substanz aus grünem Tee) und Imiquimod wirken auf andere Weise. Letzteres stärkt zum Beispiel das Abwehrsystem der Haut und versetzt die körpereigenen Immunzellen in die Lage, die Viren zu bekämpfen.

Sind die Feigwarzen gut erreichbar wie zum Beispiel am Penis, Hoden oder der Schamlippe, können Patienten die Behandlung selbst durchführen. Sie dauert allerdings länger und kann zu Nebenwirkungen wie Hautreizungen führen.

Medikamentöse Behandlung (durch den Arzt)

Wachsen die Genitalwarzen an schwer erreichbaren Stellen oder im Körper, muss der Arzt die Behandlung übernehmen. Zur medikamentösen Therapie von Feigwarzen im Analkanal, der Harnröhrenmündung oder der Vagina setzt er Trichloressigsäure ein. Diese trägt er vorsichtig auf die Hautknoten auf. Nach einigen Wochen sterben die Warzen ab. Eine Alternative ist das Vereisen der Feigwarzen. Hierbei trägt der Arzt flüssigen Stickstoff auf die Hautwucherungen auf. Beide Behandlungen können schmerzhaft sein, deshalb empfiehlt der Arzt in manchen Fällen eine lokale Betäubung.

Operative Entfernung der Genitalwarzen

In manchen Fällen muss der Arzt die genitalen Warzen mit einer Operation entfernen. So zum Beispiel, wenn sie

  • immer wieder erneut auftreten (Rezidiv) oder
  • stark wuchern oder
  • sich großflächig ausbreiten

Dazu gibt es verschiedene Methoden, die entweder unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose angewendet werden. Je nach Art und Ort der Warzen kann der Arzt sie mit einem Speziallöffel, mittels Laser oder Strom entfernen.

Vorbeugende Maßnahmen

Die meisten Übertragungen von humanen Papillomaviren (HPV) erfolgen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Durch Kondome lässt sich das Ansteckungsrisiko reduzieren. Das gilt allerdings nur für Feigwarzen, die sich am Penis oder der Vaginabefinden. Wachsen die Warzen an anderen Stellen im Intimbereich, ist es wichtig, direkten Hautkontakt mit den Hautwucherungen zu vermeiden. Betroffene und ihre Partner sollten grundsätzlich eigene Handtücher benutzen.

Es gibt in Deutschland zwei Arten von Impfstoffen, die vor der Infektion mit bestimmten HPV-Typen schützen. Sie sollen eigentlich Gebärmutterhalskrebs vorbeugen. Ein Impfstoff kann aber auch vor Feigwarzen schützen.

Wichtig: Eine solche Impfung hat nur einen vorbeugenden Effekt und ersetzt keine Behandlung. Sie ist also nur dann wirksam, wenn die betreffende Person noch nicht mit HPV infiziert ist. Außerdem lässt sich eine Ansteckung auch nach einer Impfung nicht ausschließen. Der Impfstoff schützt nämlich nur vor bestimmten Virentypen. Darüber hinaus gibt es aber noch andere HPV-Typen, die ebenfalls genitale Warzen verursachen können.