Insektenstiche – Was hilft wirklich?

Insektenstiche können nicht nur sehr schmerzhaft sein, sie werden auch von quälendem Juckreiz begleitet. Auf der Haut sind Insektenstiche in Form einer rötlich verfärbten Schwellung sichtbar. Unser Experte Dr. Titus Brinker erklärt, was bei einem Insektenstich in der Haut passiert und bei welchen Personengruppen der Stich einer Wespe oder Biene gefährlich werden kann. Außerdem erklärt er, welche Behandlungsmethoden besonders effektiv sind.

Einer der häufigsten Insektenstiche: Der Wespenstich.

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Insektenstich ist nicht gleich Insektenstich

Insektenstiche treten vor allem im Sommer auf. Insektenstich ist jedoch nicht gleich Insektenstich. So stechen Wespen, Bienen und Hornissen lediglich dann zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Zecken, Flöhe und Moskitos ernähren sich hingegen von unserem Blut und sind daher besonders aufdringlich. Mücken sind vor allem nachts aktiv und stören unseren Schlaf, während Wespen und Bienen uns nur tagsüber plagen.

Wespe 

Wespen sind besonders aufdringlich – vor allem dann, wenn sie etwas Essbares wittern. Leider haben Wespenstiche von allen Insektenstichen das höchste Allergiepotenzial. Wer von einer Wespe gestochen wird, sollte das betroffene Hautareal also genau beobachten. Eine Schwellung, die mit Schmerzen und Juckreiz einhergeht, ist auch für diesen Insektenstich typisch. Bei plötzlichem Unwohlsein, Übelkeit oder auch dann, wenn die entsprechende Gliedmaße stark anschwillt, deutet dies auf eine allergische Reaktion hin. Ein Arztbesuch oder – bei sehr schweren Symptomen – das Rufen eines Notarztes ist in diesem Fall dringend zu empfehlen. Bei Personen, die auf Wespenstiche nicht allergisch reagieren, klingen die Beschwerden in der Regel innerhalb von drei bis vier Tagen vollständig ab. 

Biene

Sticht eine Biene zu, bleibt der Stachel in der Haut stecken. Die Haut schwillt fast sofort an und rötet sich. Typisch sind zudem starke Schmerzen an der Einstichstelle und Juckreiz. Da der Stachel das Gift enthält, sollte er umgehend mithilfe einer Pinzette entfernt werden. Danach die Einstichstelle kühlen und eine geeignete Salbe auftragen. Bei einer Allergie sofort einen Notarzt rufen!

Bremse und Mücke

Eine Bremse sticht zu, um Blut zu saugen. Der Stich schmerzt sehr stark, die Haut schwillt an und rötet sich. Typisch ist zudem eine kleine Vertiefung in der Mitte des Stichs. Auch die Stechmücke saugt Blut, was eine juckende Quaddel zur Folge hat. Die Quaddel kann sich auch erwärmen. Hierzulande sind Mückenstücke unbedenklich – in den Tropen übertragen sie jedoch gefährliche Krankheiten. Urlauber sollten sich vor Reiseantritt also unbedingt ärztlich beraten lassen.

Zecke

Die Zecke ist ein winziges Spinnentier, das in Gebüschen, Sträuchern und in hohem Gras lebt. Es krallt sich zunächst an der Kleidung oder an einem einzelnen Haar fest und sucht sich dann eine geeignete Stelle, um Blut zu saugen. Vor allem nach sommerlichen Spaziergängen im Wald ist es ratsam, den Körper anschließend auf Zecken zu untersuchen. Ein Zeckenbiss ist eigentlich nicht gefährlich – die Spinnentiere können jedoch Borreliose oder FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) übertragen. Wer eine Zecke an sich entdeckt, sollte sie also schnellstmöglich mithilfe einer Pinzette entfernen. Im Zweifel empfiehlt sich der Gang zum Arzt.

Flöhe

Flöhe sind eigentlich auf Hunde und Katzen spezialisiert. Auch der Mensch kommt jedoch als Wirt infrage. Durch einen Flohbiss entstehen kleine, rote und starke juckende Punkte auf der Haut. Häufig liegen sogar mehrere Bisse direkt nebeneinander. Wer kratzt, riskiert, dass sich die Bissstellen entzünden. Besser ist es daher, die betroffene Hautregion zu kühlen und ein Gel gegen Insektenstiche aufzutragen.

Was passiert bei einem Insektenstich in der Haut?

Der Speichel von Insekten enthält Substanzen wie Kinine und Amine. Diese wirken sich negativ auf die Muskulatur in den Blutgefäßen sowie auf das umliegende Gewebe aus. Es kommt zu einer lokalen Entzündungsreaktion mit Rötung, Schwellung und Juckreiz.

Typische Symptome eines Insektenstichs

Die typischen Symptome eines Insektenstichs sind Schmerzen, Juckreiz und ein brennendes Gefühl auf der Haut. Das ist zwar sehr unangenehm – in der Regel sind Insektenstiche jedoch harmlos. Nur dann, wenn eine Allergie vorliegt, ist größte Vorsicht geboten. Es droht eine schwere allergische Reaktion bis hin zum allergischen Schock. Vor allem Wespenstiche haben ein sehr hohes allergisches Potenzial. Das Gift anderer Insekten ruft hingegen weitaus seltener eine allergische Reaktion hervor. Dennoch gilt: Schwillt die jeweilige Gliedmaße nach einem Insektenstich stark an, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zusätzlich zu Hautausschlag, Schwindel, Herzklopfen oder zu Schwellungen im Gesicht oder Mund, liegt womöglich ein anaphylaktischer Schock vor. In diesem Fall sollte schnellstmöglich ein Notarzt gerufen werden.

Allergie gegen Insektengift – was tun?

Liegt eine Allergie gegenüber Wespengift vor, kann der Arzt ein sogenanntes Notfallset verschreiben. Dieses enthält abschwellende Medikamente sowie eine Adrenalinspritze, die bei einem drohenden Schock den Kreislauf stabilisieren soll.

Insbesondere gegen Wespengif, aber auch weitere Insektengifte ist eine Hyposensibilisierung möglich und fast immer erfolgreich. Der Körper wird dabei Schritt für Schritt an das Allergen gewöhnt. Anschließend tritt keine allergische Reaktion mehr auf oder diese ist zumindest nicht mehr so stark ausgeprägt.

Was hilft bei einem Insektenstich?

Als Sofortmaßnahme bei einem Insektenstich empfiehlt sich das Auflegen eines kühlen, feuchten Umschlags. So wird die entzündliche Reaktion eingedämmt, und auch Schmerzen werden zuverlässig gelindert. Das funktioniert auch mit einer aufgeschnittenen Zwiebel – bei empfindlichen Personen kann diese jedoch zu einer Hautreizung führen. Eine Creme mit Antihistaminika lindert anschließend den Juckreiz und fördert den Heilungsprozess. Auch niedrig dosierte Kortisonpräparate haben sich bei Insektenstichen bewährt. Viele Salben, Gele und Sprays sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Wichtig: Bei Insektenstichen im Mund- und Rachenraum sollten auch Nicht-Allergiker möglichst rasch einen Arzt aufsuchen! Denn: Die entstehende Schwellung könnte schlimmstenfalls zu Atemnot führen. Auch Insektenstiche an den Augen sollten stets ärztlich begutachtet werden.

Schutz vor Insektenstichen: die besten Tipps

Vor Insektenstichen ist niemand gefeit. Folgende Tipps können jedoch helfen, das Risiko für einen Insektenstich zu reduzieren.

  • Dunkle Kleidung zieht Insekten an. Vor allem im Sommer also helle Kleidung bevorzugen!
  • Bei Waldspaziergängen lange Hosen tragen.
  • Nicht barfuß über Wiesen laufen.
  • Auf stark riechende Parfüms und Kosmetika verzichten.
  • Nahrungsmittel und Getränke im Freien immer abdecken.
  • Nicht in der unmittelbaren Nähe von Gewässern zelten.

Einfach und effektiv: Repellents

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Kleidung und die Haut mit einem Repellent einzusprühen beziehungsweise einzucremen. Ein Repellent beeinflusst den Geruch des Menschen: Dieser wird so verändert, dass er von einem Insekt nicht mehr erkannt werden kann. Auf der Kleidung und auf Moskitonetzen verbleiben die Substanzen über einen Zeitraum von mehreren Tagen. Auf der Haut hält die Wirkung hingegen nur wenige Stunden an, sodass der Schutz regelmäßig aufgefrischt werden muss. Für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern sind Repellents hingegen nicht geeignet.

Insektenstiche? Ein Hautarzt berät Sie gerne!

Bei einem Insektenstich sowie bei allen anderen Hautveränderungen können Sie diese über unsere Startseite anhand von Fotos und Informationen an einen Hautfacharzt senden. Dieser gibt Ihnen anhand Ihrer Informationen und Fotos eine erste kompetente Einschätzung und informiert Sie über wirksame Behandlungsmethoden.

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