Keratosis Pilaris (Reibeisenhaut) – Symptome & Behandlung

Sie sind deutlich erkennbar, die kleinen Erhebungen auf der Haut. Äußerlich gut sichtbar, gleichen diese Hautirritationen einem Pickel. Als Gesamtbild sieht es aus wie die typische Gänsehaut, die zum Beispiel bei Kälte zu beobachten ist. Die kleinen Pickelchen sind weiß und rot und die Umgebung auf der Hautoberfläche fühlt sich ungewohnt rau an. Möglicherweise handelt es sich hier um die sogenannte Keratosis pilaris, denn im Gegensatz zu Hauterscheinungen bei Akne sind die betroffenen Stellen eher trocken. Unser Experte, Dr. Benjamin Durani, Hautfacharzt aus Heidelberg, klärt die wichtigsten Fragen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungen der Keratosis pilaris in allgemeinverständlicher Form.

Bild: Keratosis pilaris sieht aus wie Dauergänsehaut.

↓ Ursachen & Symptome
↓ Behandlung
↓ Fazit

Ursachen & Symptome der Keratosis pilaris

Bei dieser Form der Hauterkrankung handelt es sich um eine Verhornungsstörung, der Körper produziert ein Übermaß an Keratin und das verstopft die Haarfollikel, die die Haarwurzel sackförmig umschließen. Das führt zur Bildung von kleinen Hornpfropfen und es bilden sich die typischen weißen und roten Pickelchen an der Hautoberfläche. Die häufigsten Stellen für einen Befall sind Oberschenkel und Oberarme, aber auch das Gesicht und der Bereich des Gesäßes können betroffen sein. Durch die unebene, sich rau anfühlende Haut wird diese Form der nicht ansteckenden Verhornungsstörung im Volksmund auch als Reibeisenhaut bezeichnet.

Die ersten Symptome der sogenannten Reibeisenhaut zeigen sich meist schon im Kindesalter. Häufig verstärken sich die typischen Merkmale der Keratosis pilaris dann bei Heranwachsenden. Für Jugendliche kann das besonders unangenehm sein, weil jede optisch sichtbare Erkrankung der Haut das Erwachsen werden zusätzlich seelisch belasten kann. Auch wenn sich die Reibeisenhaut im weiteren Verlauf zurückbilden oder sogar komplett ausheilen kann, ist daher eine Abklärung durch einen Facharzt sehr empfehlenswert. Unser Experte, Dr. Benjamin Durani, Hautfacharzt aus Heidelberg, bietet hier eine schnelle Ersteinschätzung durch das Einsenden von Fotos und Informationen über vorhandene Symptome. Auch als professionelle Zweitmeinung besteht hier die Möglichkeit bereits einen Therapievorschlag zu erhalten, der im günstigsten Fall sogar den Weg zum Arzt ersparen kann.

Bei der Keratosis pilaris gilt eine genetische Ursache als gesichert, diese Form der Hautstörung ist also erblich bedingt. Begünstigst wird das Auftreten der Reibeisenhaut durch eine Umgebung mit besonders trockener Luft, wie sie jahreszeitlich bedingt zum Beispiel im Winter vorherrschend ist. Auch ein generell trockener Hauttyp oder Allergien und Neurodermitis gelten als auslösende Faktoren. Gut zu beobachten ist eine Verbesserung der Symptome während der Sommermonate, auch die vermehrte Sonneneinstrahlung hat einen günstigen Einfluss auf die Auswirkungen der Keratosis pilaris.

Behandlungsmöglichkeiten bei Keratosis pilaris

Die Diagnose der Reibeisenhaut durch einen Facharzt für Dermatologie erfolgt durch die genaue Abklärung der optisch sichtbaren Symptome, eine spezifische Untersuchungsmethode gibt es nicht. Auch eine Familienanamnese kann sehr hilfreich sein. Keratosis pilaris wird häufig bei Zwillingen beobachtet, was die These der genetischen Vererbbarkeit stützt. Grundsätzlich gilt: Für diese Form der nicht ansteckenden Hauterkrankung gibt es keine gesicherte Heilung. Trotzdem besteht kein Grund zur Sorge. Die Symptome dieser Hautveränderung lassen sich mit dem Einsatz geeigneter Mittel sehr gut positiv beeinflussen. Da die Erscheinungsform der Reibeisenhaut, insbesondere im Teenageralter, zu teils schweren seelischen Störungen mit sozialem Rückzug führen kann, ist eine möglichst zeitnahe Abklärung immer die beste Wahl.

Je nach Ausprägung der Symptome ist die Keratosis pilaris mit relativ einfachen Mitteln gut in den Griff zu bekommen. Ganz wichtig ist dabei das Beachten einer gründlichen und täglichen Körperhygiene. Regelmäßiges Duschen oder Baden, sowie das Sauberhalten der betroffenen Hautregionen sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Aber bitte nicht übertreiben: Eine gute, normale Körperhygiene ist ausreichend, das übermäßige Säubern führt nur dazu, dass die Haut am ganzen Körper unnötig gereizt wird und austrocknet.

Zur erfolgreichen Bekämpfung der verhornten Hautregionen sind Feuchtigkeit spendende, rückfettende und hornlösende Salben und Cremes sehr gut geeignet. Auch Peelingprodukte können sich als lindernd erweisen. Leichte bis mittelschwere Formen der Reibeisenhaut lassen sich mit diesen Anwendungen schon sehr gut behandeln. Dabei ist eins besonders wichtig: Das Auftragen der Pflegemittel muss täglich und regelmäßig durchgeführt werden, um eine sichtbare Wirkung zu erzielen. Die betroffenen Hautregionen sollten zunächst gut gereinigt werden und dann wird das pflegende Mittel aufgetragen. Als Faustregel für den sinnvollen Einsatz der Feuchtigkeit spendenden Cremes und Lotionen gilt eine Anwendung von ein bis zweimal am Tag. Auch hier bitte nicht übertreiben, zu oft verwendet ist die hydratisierende und rückfettende Wirkung sinnlos bis störend.

Der Facharzt kann gezielt Produkte empfehlen, die auf den jeweiligen Schweregrad der Keratosis pilaris abgestimmt sind. Cremes und Lotionen mit dem Wirkstoff Urea (Harnstoff) haben häufig einen positiven Effekt auf das typische Erscheinungsbild der Reibeisenhaut. Konzentrationen der Harnsäure in Pflegeprodukten werden schon seit längerer Zeit auch bei trockener Haut mit Erfolg eingesetzt. Zusammen mit Feuchthaltefaktoren fördern sie die Abschuppung abgestorbener Hautzellen, wirken beruhigend und lindern unangenehmen Juckreiz.

Zusätzliche Maßnahmen beim Auftreten von Keratosis pilaris

Neben einer allgemein guten Körperhygiene und dem Einsatz geeigneter Pflegeprodukte, gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Reibeisenhaut selbst zu behandeln. Generell gilt: Bitte immer zuerst die Diagnose eines Facharztes einholen, auch bei relativ ungefährlichen Erkrankungen wie der Keratosis pilaris, sollte nicht auf eigene Faust herumgedoktert werden. Das gilt insbesondere dann, wenn die typischen roten und weißen Pickelchen der Reibeisenhaut an anderen Körperstellen als an Gesäß, Gesicht, Oberschenkeln und Armen auftauchen. Das weist auf andere Erkrankungen als die Hornhautstörung Keratosis pilaris hin und sollte dringend abgeklärt werden.

Positive Effekte, die die Auswirkungen der Reibeisenhaut beeinflussen, sind unter anderem eine verstärkte Sonneneinstrahlung. So kann ein Besuch im Solarium, besonders in den Wintermonaten eine günstige Wirkung auf die Symptome haben. Aber auch hier ist selbstverständlich zu beachten, dass der Einsatz von künstlichem Licht direkt auf der Haut mit Vernunft eingesetzt werden soll. Zu häufige Besuche im Sonnenstudio bergen neben der unerwünscht vorzeitigen Hautalterung auch ein erhöhtes Krebsrisiko. Über Dauer und Regelmäßigkeit von Solariumsbesuchen kann auch der Facharzt für Hauterkrankungen befragt werden.

Betroffene von Keratosis pilaris berichten auch über einen positiven Effekt durch regelmäßige Besuche in der Sauna. Generell gilt: Das Schwitzen entgiftet den Körper und das sorgt allgemein für ein verbessertes Hautbild. Als zusätzlicher Nebeneffekt, der sich günstig bei Reibeisenhaut auswirken kann, gilt das Aufweichen der oberen Hautschichten. Wie bei einem guten Peeling wird die Haut dadurch weicher und aufnahmefähiger für pflegende Substanzen.

Neben der Pflege durch Cremes und Lotionen mit Harnstoff und feuchtigkeitsspenden Inhaltsstoffen, können auch Peelings eine positive Wirkung haben. Peeling, zum Beispiel mit dem Zusatz von Meersalz, sorgen für das Entfernen abgestorbener Hautschuppen und machen die Haut aufnahmefähiger für pflegende Substanzen. Hier gilt: Erst vorsichtig ausprobieren, um zusätzliche Hautirritationen zu vermeiden. Reagiert die von Keratosis pilaris betroffene Hautstelle empfindlich auf das Peeling, dann ist diese Form der Körperpflege nicht das Richtige und sollte nicht wiederholt werden. Besonders die Gesichtspartie kann hier leicht zu stark gereizt werden.

Zusätzliche Tipps zum positiven Beeinflussen der Symptome bei Keratosis pilaris können eine echte Hilfestellung sein, doch jeder Mensch reagiert anders. Deshalb sollten Betroffenen mit diagnostizierter Reibeisenhaut vorsichtig ausprobieren und beobachten, was dem Körper guttut und was eher nicht. Eine gesunde Ernährung ist dagegen immer als positiv einzustufen. Viele Nährstoffe und Vitamine dienen der Gesunderhaltung der Haut und steigern das Wohlbefinden. Unter Umständen hilft auch eine ärztlich abgeklärte Untersuchung auf potenzielle Allergieauslöser. Das kann eine Unverträglichkeit auf Gluten sein, auch dann muss die Ernährung entsprechend angepasst werden. Und natürlich gehört auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu einer gesunden Ernährung. Wohl jeder kennt die Faustregel: mindestens zwei Liter am Tag. Und bitte gesüßte Limonaden und Softdrinks nur sparsam konsumieren.

Fazit

Die Keratosis pilaris ist eine nicht ansteckende Verhornungsstörung der Haut, bei der der Körper Kreatin im Übermaß produziert. Als Folge davon verstopfen die Haarfollikel, es kommt zur typischen Bläschenbildung, die an kleine Pickel und Gänsehaut erinnert. Eine Heilung dieser Hauterkrankung ist nicht möglich, mit guter Pflege lassen sich die Symptome aber gut in den Griff bekommen. Nach einer gesicherten Diagnose durch einen Facharzt für Dermatologie, können die Betroffenen geeignete Maßnahmen ergreifen, um Symptome und Verlauf positiv zu beeinflussen. Dabei ist eins noch besonders wichtig: Bitte niemals an der betroffenen Hautoberfläche manipulieren. Die roten und weißen Pickelchen der Keratosis pilaris sollten nicht mit den Fingernägeln aufgekratzt werden. Auch ein zu heftiges Schrubben der Haut bei der täglichen Körperhygiene kann unschöne Folgen verursachen. Narben, die nur schwer oder gar nicht mehr zu entfernen sind, können eine unliebsame Folge allzu heftiger Manipulation der Hautoberfläche sein. Ein wenig Geduld und fachärztliche Beratung sind hier auf jeden Fall der beste Weg, um die Keratosis pilaris wirkungsvoll in den Griff zu bekommen.