Basaliom (weißer Hautkrebs) – Ursachen, Symptome und Therapie

Ein Basalzellkarzinom entwickelt sich aus den Basalzellen der Epidermis und den Wurzelscheiden der Haarfollikel. Der Begriff Basaliom wird gleichbedeutend für diese Hautkrebs-Art benutzt. Unbehandelt können die Tumoren in das umliegende Gewebe hineinwuchern. Dabei greifen sie Knorpel und Knochen an. Äußerst selten besiedeln sie andere Organe: Die Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) kommt in der Praxis so gut wie gar nicht vor (0,0028-0,55%).

Bild: Ein Basalzellkarzinom auf der Nase eines Mannes.

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Das Basaliom: Nicht lebensbedrohlich, aber behandlungsbedürftig

Weltweit tritt das Basalzellkarzinom als häufigste Hautkrebs-Form auf. Dr. Hendrike Durani, Dermatologin in Heidelberg, weist auf die alarmierende Anzahl der Neuerkrankungen in Deutschland hin: “Bei über 130.000 Menschen wird hierzulande jedes Jahr ein Basaliom diagnostiziert.” Diese hohe Zuwachsrate verteilt sich etwa gleichmäßig auf Frauen und Männer. Der Erkrankungsbeginn liegt im Durchschnitt um das sechzigste Lebensjahr. Allerdings berichten die Hautärzte, dass zunehmend auch bei jüngeren Patienten ein Basaliom diagnostiziert worden ist. Die gute Nachricht: Dank der geringen Neigung zur Metastasierung verläuft ein Basalzellkarzinom selten lebensbedrohlich. Aus diesem Grund wird es von den Medizinern als “semi-maligne” bezeichnet. Dennoch ist es Ernst zu nehmen und bedarf umgehender hautärztlicher Behandlung, um Folgeschäden abzuwehren. Die Umgangssprache nimmt das geringere Bedrohungspotenzial des Basalzellkarzinoms zur Kenntnis und bezeichnet es in einem Zuge mit dem Plattenepithelkarzinom als “Weißer Hautkrebs”.

Hauptursache: Zu viel Sonnenlicht

Das Basalzellkarzinom entsteht bevorzugt auf sonnenlichtexponierten Hautpartien. Dazu zählen vor allen Dingen die Handrücken, die Unterarme sowie der Kopf- und Halsbereich. Die Hautärzte machen drei Hauptursachen für die Basaliom-Entstehung fest: eine übermäßige UV-Belastung; eine erbliche Vorbelastung; und einen hellen Hauttypus.

Das Erscheinungsbild des Basalioms

Die Diagnose des Basalzellkarzinoms braucht den erfahrenen Hautarzt, denn es kann viele Formen annehmen. Am häufigsten erscheint das Basaliom als kleiner, knotiger Tumor. Er besitzt eine gelblich-rötliche Färbung und ist häufig von einem perlschnurartigen Knötchen-Randsaum umgeben. An der Oberfläche dieser

Basalzellkarzinom untypisch

Das Basalzellkarzinom kann auch untypisch zur Darstellung kommen wie hier: “Sklerodermiform”.

Knötchen schimmern feinste Blutäderchen auf. Oft jedoch kommt das Basalzellkarzinom viel harmloser daher. Dr. Hendrike Durani: “Das Basaliom ist ein Wolf im Schafspelz. Es nimmt Formen an, die der Laie nicht als pathogen erkennen würde: rote Flecke, schuppige Areale oder Rauigkeiten, die als Narbe gedeutet werden.” Schreitet ein Basalzellkarzinom unbehandelt fort, nimmt sein Aussehen allerdings besorgniserregendere Formen an. Häufig werden geschwulstartige Ausbildungen beobachtet, begleitet von Blutungen und nässenden Arealen.

Therapieansätze für den Hautkrebs Nr. 1

Goldstandard bei der Basalzellkarzinom-Therapie ist die operative Entfernung des Tumors. Im Bereich des Gesichts gilt dieses Verfahren als alternativlos. Entsteht der Hautkrebs an anderen Körperstellen, kommen mitunter nichtoperative Verfahren zum Einsatz. Die Entscheidung hängt auch vom Alter des Patienten und von seinem Allgemeinzustand ab. Dr. Hendrike Durani weist auf den großen Nachteil der nichtoperativen Vorgehensweise hin: “Damit berauben wir uns der Möglichkeit einer feingeweblichen Nachkontrolle. Ohne Operation ist es unmöglich festzustellen, ob das Basaliom hundertprozentig entfernt werden konnte. Aus diesem Grund liegt die Rückfallquote bei nichtoperativen Verfahren höher.” Dennoch ist in manchen Fällen allein eine nichtoperative Therapie zielführend. Vor allem oberflächlich zerstörende Verfahren kommen dabei zur Anwendung. Zu ihnen zählen die Strahlentherapie, die photodynamische Therapie (PDT), das Herausschaben, auch Kürettage genannt, die Kryotherapie (Kältebehandlung mit flüssigem Stickstoff) und die Lasertherapie. Für kleine, oberflächlich angesiedelte Basaliome ist unter Umständen die Behandlung mit einer Creme möglich, die eine Kombination der Wirkstoffe Imiquimod und 5-Fluorouracil enthält. Dr. Hendrike Durani weist darauf hin, dass die Entscheidung zwischen operativen und nichtoperativen Verfahren immer im eingehenden Gespräch zwischen Hautarzt und Patient getroffen werden muss.

Basalzellkarzinom-Medikamente: Wirkungen und Nebenwirkungen abwägen

Die Pharmaindustrie hat inzwischen wirksame Medikamente gegen das Basaliom entwickelt. Diese werden als Tabletten verabreicht und kommen für Patienten in Betracht, die unter sehr vielen oder inoperablen Basalkarzinomen leiden. Die verabreichten Präparate heißen Vismodegib und Sonidegib. Pharmazeutisch zählen sie zu den Hedgehog Inhibitoren. Diese Wirkstoffe unterdrücken das Wachstum von Tumorzellen. Wie fast alle wirksamen Medikamente haben die Präparate unangenehme Nebenwirkungen im Gepäck. Am häufigsten kommen Muskelkrämpfe, Geschmacksstörungen und Haarausfall vor. Darum muss der Hautarzt die Entscheidung für eine solche Medikation verantwortlich abwägen und mit dem Patienten besprechen.