Haarausfall bei Männern: Ursachen, Formen, Online-Diagnose & Therapie

Haarausfall ist eine äußerst unangenehme Angelegenheit, von der die meisten Männer im Verlauf ihres Lebens auf die eine oder andere Weise betroffen sind. Gerade bei jüngeren Männern führt das schütterer werdende Haupthaar oft zu Problemen mit dem Selbstwertgefühl, da sowohl das Selbstbild als auch das Fremdbild durch die abnehmende Haarpracht beeinträchtigt werden. Die Ursachen für den Haarausfall bei Männern sind ebenso vielfältig wie die Behandlungsformen.

Bild: Viele Männer bemerken den Haarausfall zuerst unter der Dusche.

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Wie definiert sich Haarausfall?

Haarausfall beschreibt den permanenten Verlust von Haaren und im Speziellen des Haupthaars. Charakteristisch für diesen Haarverlust (Alopezie) ist, dass die einmal ausgefallenen Haare bei den meisten Formen des Haarausfalls nicht wieder nachwachsen. Bei anderen Formen dagegen regeneriert sich das Haar, nachdem die Ursache für den Haarverlust behoben wurde. Nun ist aber nicht gleich jedes ausfallende Haar ein Anzeichen für einen über die Norm gesteigerten Haarverlust. Das liegt daran, dass menschliche Haare einem Wachstumszyklus unterliegen.

So wächst das menschliche Haar

Das Haar wächst in einem Zyklus. Dieser unterteilt sich in die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase. Während der Wachstumsphase (Anagene Phase) wächst das Haar bis zu 10 mm pro Monat. Normalerweise befinden sich rund 80 Prozent aller Haare in der Wachstumsphase. In der nur etwa 2-3 Wochen andauernden Übergangsphase (Katagene Phase) verengen sich die Haarfollikel. Nur etwa 1-2 Prozent des menschlichen Haars befinden sich in dieser Phase.

In der Ruhephase (Telogen Phase) wird schließlich die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels eingestellt. In der Folge verkümmert das Haar und fällt aus. Diese Phase dauert ca. 2-6 Monate, wobei sich im Schnitt rund 18 Prozent aller Haare in der Telogen Phase befinden. Anschließend geht der Haarzyklus beginnend mit dem Wuchs eines neuen Haares los.

Ein gewisser Haarverlust ist völlig normal

Aus dieser kurzen Erläuterung wird klar, warum es völlig normal ist, Haare auf dem Kopfkissen, im Waschbecken oder in der Bürste zu finden. Jeder Mensch verliert pro Tag durchschnittlich 70-100 Haare. Diese werden durch den Haarzyklus jedoch problemlos ersetzt. Sie müssen also keine Panik haben. Vor allem wenn Sie sich einige Tage lang nicht die Haare gewaschen haben, bleiben beim Griff ins Haar oft ein paar mehr Haare hängen, die sich in den Strähnen verfangen haben. Liegt der Haarverlust über längere Zeit bei deutlich mehr als 70-100 Haaren pro Tag, ist von echtem Haarausfall auszugehen.

Ursachen für Haarausfall bei Männern

Für schütter werdendes Kopfhaar gibt es einige mögliche Ursachen. Männer mit Haarausfall leiden dabei meist unter dem erblich bedingten Haarausfall. Von der sogenannten androgenetischen Alopezie sind laut medizinischen Statistiken weltweit rund 80 Prozent aller Männer im Verlauf ihres Lebens betroffen. Weitere Formen sind der oft durch fehlgeleitete Immunreaktionen hervorgerufene kreisrunde Haarausfall und diffuser Haarausfall, der auf Medikamente, Mangelernährung und sogar Vergiftungen zurückgehen kann.

Androgenetischer Haarausfall beim Mann (Alopecia androgenetica)

Die androgenetische Alopezie (AGA) ist beim Mann die häufigste Form des Haarverlusts. Im Gegensatz zu anderen Formen des Haarausfalls ist der erblich bedingte Haarverlust keine behandlungswürdige Krankheit im eigentlichen Sinne. Es handelt sich jedoch um ein Phänomen, dass große Auswirkungen auf das Leben und die Psyche eines Mannes haben kann. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die berufliche Entwicklung und partnerschaftliche Beziehungen.

Immerhin werden Männer mit Haarausfall oftmals zwar als intelligenter im Gegenzug aber auch als weniger attraktiv, dominant, männlich und dynamisch wahrgenommen. Der erblich bedingte Verlust des Haupthaars beginnt schleichend meist im Bereich von Stirn und Schläfen und breitet sich langsam über den gesamten Oberkopf aus. Mehr zum typischen Verlaufsmuster nach Norwood und Hamilton erfahren Sie im entsprechenden Unterkapitel.

Ursächlich für den erblichen Haarverlust ist die Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen (Androgenen). Im speziellen geht es um eine spezifische Form des männlichen Sexualhormons Testosteron, das sogenannte Dihydrosteron, kurz DHT. Mitverantwortlich ist ebenfalls eine gesteigerte Produktion des Enzyms 5a-Reduktase sowie der Einfluss des Botenstoffs Prostaglandin D2 (PDG2).

Die Haarfollikel reagieren auf den Einfluss dieser Stoffe sehr empfindlich, was zur Schrumpfung der Follikel führt. In der Folge können die Haare nicht mehr richtig ernährt werden, verkümmern und fallen aus. Mit der Zeit produzieren die betroffenen Follikel nur noch sehr kurze und dünne Haare, bis die Haarproduktion irgendwann gänzlich zum Erliegen kommt. Die Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen ist von Mann zu Mann unterschiedlich.

Charakteristisch für den androgenen Haarverlust ist der Verlust von Haaren im Bereich der Stirn, der Schläfen, der Kopfseiten und des Oberkopfes. Der Hinterkopf ist bei den meisten Männern dagegen kaum von dieser Form des Haarausfalls betroffen. Hintergrund ist, dass die Haarfollikel im Bereich des Hinterkopfes weniger empfindlich gegenüber Androgenen sind.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Beim kreisrunden Haarausfall kommt es zu einem konzentrierten Haarverlust an einzelnen oder mehreren Stellen des Kopfes. Diese kreisrunden kahlen flecken variieren oftmals in der Größe. Möglich sind sowohl Daumennagelgroße Flecken am Hinterkopf als auch große Flecken mit lichtem Haar im Bereich des Oberkopfes, die ähnlich wie eine Tonsur aussehen. Charakteristisch für diese Variante des Haarausfalls, die bei Männern häufiger als bei Frauen ist, ist ein Ring aus kurzen Kolbenhaaren am Rand der haarlosen Areale. Häufig tritt der kreisrunde Haarverlust bereits im Kindesalter schon einmal auf und kehrt im Erwachsenenalter zurück.

Eine genaue Ursache für die Entstehung der Alopecia areata konnte bislang nicht identifiziert werden. Allerdings hat die Medizin verschiedene auslösende Faktoren im Blick. Allem voran steht ein vermuteter Zusammenhang mit fehlgeleiteten Autoimmunreaktionen. Hierbei richten sich die Abwehrzellen des Immunsystems gegen die Haarwurzeln. Das wiederum stört das lokale Haarwachstum und führt zum Ausfallen der Haare.

Besonders häufig tritt die Form des Haarausfalls daher bei Menschen auf, die unter anderen Autoimmunkrankheiten wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder Neurodermitis leiden. Neben einer möglichen genetischen Veranlagung spielen in einigen Fällen auch psychologische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung. So kann die Alopecia areata auch durch Stress im Vorfeld von Prüfungen, durch körperlichen Stress nach Operationen oder infolge von Schicksalsschlägen wie Todesfällen ausgelöst werden.

Diffuser Haarausfall bei Männern

Der diffuse Haarausfall trägt seinen Namen nicht umsonst. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Formen des Haarausfalls folgt dieser nämlich keinem klar erkennbaren Muster. In der Regel wird das Haar gleichmäßig im Bereich des gesamten Kopfes lichter. Mit dem Fortschreiten des Haarausfalls scheint so zunehmend die Kopfhaut durch. Auslöser des flächendeckenden Ausfalls vieler Haare ist, dass deutlich mehr Haare gleichzeitig in die Ruhephase eintreten und ausfallen.

Ursachen für dieses Phänomen gibt es viele. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich bei diffusem Haarausfall eingehend untersuchen lassen. Auf unserer Startseite haben Sie die Möglichkeit, Bilder und Informationen an einen erfahrenen Facharzt zu senden und sich individuell beraten zu lassen.

Mögliche Auslöser für diffusen Haarausfall

  • Längerfristige Mangelernährung mit einhergehendem Mangel an Mikronährstoffen infolge von Fastenkuren oder Crash-Diäten. Häufig ist diffuser Haarausfall auf einen starken Eisenmangel zurückzuführen. Dabei treten parallel Symptome wie anhaltende Müdigkeit und blasse Haut auf.
  • Infektionskrankheiten können ebenfalls Auslöser für gleichmäßigen Haarverlust sein. Typische Beispiele sind Tuberkulose, Typhus, Scharlach und Syphilis aber auch schwer verlaufende Grippeerkrankungen.
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente kann den Haarverlust als unerwünschte Nebenwirkung mit sich bringen. Möglich ist dies beispielsweise bei bestimmten Lipidsenkern, Betablockern, Gichtmedikamenten, Gerinnungshemmern, Krebsmedikamenten im Rahmen einer Chemotherapie sowie bei der Einnahme von Medikamenten bei Schilddrüsenüberfunktion (Thyreostatika). Wichtig ist hier, dass Sie nicht auf eigene Faust handeln und eigenmächtig Medikamente absetzen oder die Dosierung ändern. Dies darf nur in Absprache mit einem Arzt geschehen.
  • In seltenen Fällen steckt hinter der diffusen Alopezie eine Vergiftung mit Stoffen wie Thallium oder Arsen.
  • Haarausfall kann auch eines der Begleitsymptome von Stoffwechselerkrankungen sein. Oftmals ist er ein Zeichen für eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse.

Weitere mögliche Ursachen für Haarausfall

Neben diesen drei Hauptformen des Haarausfalls gibt es noch eine Reihe weiterer möglicher Ursachen, die bei Männern zu einem abnormalen Haarverlust oder einem ungewöhnlich spärlichen Haarwuchs führen.

  • Eine weitere Ursache für den Ausfall von Haaren sind entzündliche Hauterkrankungen. Typisch ist der dauerhafte Haarverlust insbesondere bei Erkrankungen, die mit Vernarbungen einhergehen. Da hier die Haarwurzeln im Rahmen des Vernarbungsprozesses geschädigt werden, können die Haare nicht mehr nachwachsen. Zu den Erkrankungen, die mit vernarbendem Haarverlust einhergehen, gehören unter anderem Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes), Knötchenflechte (Lichen ruber planus) und Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Die Infektion mit verschiedenen Pilzen und Bakterien kann ebenfalls zu temporärem Haarverlust führen oder sich durch vernarbendes Gewebe sogar zu einem dauerhaften Haarverlust auswachsen.
  • In seltenen Fällen ist ein Gendefekt der Auslöser für nur spärlich wachsendes Haar. In einem solchen Fall sprechen Mediziner von einer angeborenen Alopezie.
  • Vor allem bei Kindern kann eine sogenannte Trichotillomantie zum Haarverlust führen. Hier führt zwanghaftes Zupfen oder Reißen an den Haaren zum vermehrten Ausfallen der Haare.
  • Eine weitere Ursache ist die dauerhafte mechanische Überlastung der Haarwurzeln durch starken Zug. Bei Männern ist diese Form des Haarausfalls, der vor allem die Schläfen und Stirnregion betrifft, jedoch deutlich seltener als bei Frauen. Auslöser ist meist das häufige Tragen eines straff gebundenen Pferdeschwanzes.

Verlauf bei androgenetischem Haarausfall

Der Haarverlust und dessen Verlauf ist vor allem für Männer bereits seit Jahrzehnten ein zentrales Thema. Hier unterscheidet sich der erblich bedingte Haarausfall deutlich vom kreisrunden und diffusen Verlust des Haupthaars. Während beide Formen in Sachen Verlauf, Größe, Intensität und betroffenen Kopfpartien unterschiedlich sind und keinem festen Muster folgen, ist das beim androgenetischen Haarausfall anders. Dieser verläuft keineswegs zufällig, sondern folgt einem Muster aus verschiedenen Stadien und Erscheinungstypen.

Verlauf des Haarverlusts nach dem Norwood-Hamilton-Schema

Das sogenannte Norwood-Hamilton-Schema beschreibt den Verlauf des erblich bedingten Haarverlusts und unterteilt diesen nach verschiedenen Typen. Die Wurzeln des Schemas reichen bis in das Jahr 1951 zurück, als James Hamilton mit Hilfe von Beobachtungen erstmals eine schematisierte Verlaufsklassifikation erstellte. Norwood unterteilte die Stadien des männlichen Haarausfalls in sieben Stunden angefangen vom leichten Zurückweichen des Haupthaars im Stirn- und Schläfenbereich bis hin zum Verbleib eines schmalen Haarbandes am Hinterkopf und den Kopfseiten.

Ergänzt wurde das Schema im Jahr 1975 durch O’Tar Norwood, der die Norwood-Skala um weitere Erscheinungsformen (A-Typen und V-Typen) erweiterte. Heute dient das Schema zur Beschreibung von rund 80 Prozent aller Fälle von Haarverlust bzw. Glatzenbildung bei Männern. Bei der Behandlung von Haarlosigkeit ist es zudem die Grundlage für die Berechnung der notwendigen Haar-Grafts für die Eigenhaartransplantation.

Verlaufsstadien nach Norwood und Hamilton

Grob gesagt beginnt der erblich bedingte Haarausfall im Bereich der Schläfen und der Stirn damit, dass die Haare weniger werden. Mit der Zeit bilden sich zunächst die typischen Geheimratsecken. Von dort aus breiten sich die kahlen Stellen in Richtung Ober- und Hinterkopf aus, wobei die Geschwindigkeit der Ausbreitung sehr individuell ist.

Durch die Ergänzungen von O’Tar Norwood hat das Schema mit den V- und A-Typen zwei neue Ebenen erhalten. Bei den A-Typen schreitet der Haarausfall frontal geradlinig voran. Bei den V-Typen dagegen lichtet sich Ihr Haar parallel auch am oberen Hinterkopf (Vertex). Mit Hilfe der Kurzbeschreibung der folgenden Stadien können Sie den Verlauf des androgenen Haarausfalls bei sich einschätzen.

Haarausfall-Verlauf nach den klassischen Norwood-Hamilton-Typen

  • Typ I: Minimales Zurückweichen des Haares in den Schläfenecken und am frontalen Haaransatz. Ansonsten besteht überall volles Haar.
  • Typ II: Merklicher frontaler und temporaler Haarausfall. Typisch sind schwach ausgeprägte Geheimratsecken, die nicht über einer gedachte Verbindungslinie herauslaufen, die ca. 2-3 Zentimeter neben den äußeren Gehörgängen verläuft.
  • Typ III: Ausgeprägte Geheimratsecken, die die gedachte Verbindungslinie überschreiten.
  • Typ IV: Deutlich ausgeprägte Geheimratsecken werden von einem markanten Haarband getrennt, das die kahlen Zonen deutlich sichtbar voneinander abtrennt.
  • Typ V: Beginnender Haarausfall an Hinterkopf und Schläfe führt zur Herausbildung einer markanten Hufeisenform am Oberkopf.
  • Typ VI: Das Haarband auf dem Oberkopf ist weitgehend verschwunden, sodass die kahlen Stellen im Bereich von Scheitel- und Stirnregion ineinander übergehen. Auch die Schädelseiten sind zunehmend vom Haarausfall betroffen.
  • Typ VII: Im Endstadium bleibt lediglich ein schmales Haarband übrig. Dieses zieht sich rund um den Hinterkopf bis hin zu den Ohren. Oft ist das verbleibende Haarband nicht breiter als 3 Zentimeter.

Spezieller Verlauf: V-Typen nach Norwood

  • Typ III (V): Dieser von Norwood beschriebene Typ erweitert Typ III. Hier kommt es zu einem überwiegenden Haarausfall im Scheitelbereich vor allem im Bereich der Krone.
  • Typ IV (V): Typisch für den Typ ist, dass auch das Haarband, das die bereits kahlen Areale trennt, deutlich lichter wird.

Spezieller Verlauf: A-Typen nach Norwood

    • Typ II (A): Geradlinig zurücktretendes Haar im gesamten Stirnbereich.
    • Typ III (A):

Charakteristisches Zurückweichen der Stirnhaargrenze. Typischerweise ist der Haarverlust hier wesentlich ausgeprägter als an anderen Bereichen des Kopfes.

    • Typ IV (A): Der Haarverlust breitet sich auf dem Oberkopf sichtbar über die Mitte der Kopfhaut hinaus aus.
    • Typ V (A):

Dieses Stadium unterscheide sich vom klassischen Typ V durch den sich noch deutlicher in Richtung Krone ausbreitenden Haarausfall.

Haarausfall: Diagnose und Untersuchungsverfahren

Je früher Ihr Haarausfall behandelt wird, desto größer sind die Chancen, dass Sie Ihr volles Haupthaar zurückerhalten oder den Haarausfall zumindest stoppen bzw. verlangsamen. Da die unterschiedlichen Varianten ihrer Ursache entsprechend mit anderen Therapien behandelt werden, ist eine exakte Diagnose entscheidend. Über unsere Startseite können Sie beispielsweise Fotos und nähere Informationen zu ihrem Haarausfall an einen Facharzt schicken und sich individuell beraten lassen. Ein erfahrener Hautarzt erkennt die Ursache für den Haarverlust oft bereits auf einen Blick oder kommt mit Hilfe spezieller Diagnoseverfahren dahinter.

Anamnesegespräch

Die Grundlage jeder Diagnose ist das Anamnesegespräch. Hierbei werden Sie von Ihrem Hautarzt beispielsweise zu ihren Lebensumständen befragt. Auch Stress, Vorerkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente spielen beim Anamnesegespräch eine tragende Rolle. Selbst das bisherige Auftreten von Glatzenbildung in der Verwandtschaft ist Gegenstand des einleitenden Diagnosegesprächs. Oftmals ergibt sich aus diesem Gespräch heraus bereits ein Verdacht.

Blickdiagnose

Während der Blickdiagnose untersucht der Hautarzt Haare und Kopfhaut mit Hilfe einer Lichtlupe. Durch die Begutachtung des Kopfhautzustands erkennt der Arzt sowohl entzündliche Veränderungen und Hautkrankheiten als auch den Zustand der Haarfollikel. Sind Letztere noch unversehrt, stehen die Chancen gut, dass Sie Ihr volles Haupthaar wiedererlangen. Auch die Anordnung und Beschaffenheit der kahlen Areale gibt dem Arzt ebenso einen Hinweis auf die Ursache wie das Verteilungsmuster.

Epilationstest

Beim Epilationstest, auch Zupftest oder Extraktionstest genannt, greift sich der Hautarzt Haarbüschel von ca. 60 bis 70 Haaren. Nun prüft der Arzt den Sitz der Haare durch leichtes, schmerzfreies Zupfen. Sofern sich mehr als 10 Haare lösen, ist dies ein Zeichen für ungewöhnlich starken Haarausfall. Um das Testergebnis nicht zu verfälschen, sollten Sie Ihre Haare unmittelbar vor dem Arztbesuch waschen.

Trichogramm

Das Trichogramm (Haarwurzelanalyse) dient dazu, herauszufinden, in welcher Phase des Wachstumszyklus sich Ihre Haare befinden. Hierzu werden etwa 50 bis 100 Haare aus unterschiedlichen Kopfbereichen ausgezupft und unter dem Mikroskop untersucht. Durch die Klassifikation der Phasen lässt sich nicht nur die Art des Haarausfalls bestimmen, sondern auch der zu erwartende Haarverlust für die nächsten 2-3 Monate.

Phototrichogramm

Mit dem Phototrichogramm verfügt der Arzt über ein weiteres Diagnoseverfahren. Hier schneidet der Arzt an einigen unauffälligen Stellen Haare ab und markiert und fotografiert danach die Areale. Nach dem Ablauf von drei Tagen fertigt der Arzt ein weiteres Foto an, um die Entwicklung zu beurteilen. Auch hier können Spezialisten erkennen, wie das Verhältnis von wachsenden, ruhenden und ausfallenden Haaren ist. Der sogenannte Trichoscan ist eine modernisierte Form des Phototrichogramms. Bei diesem Diagnoseverfahren wird das Bild des Haarareals mit Hilfe von Auflichtmikroskopie erstellt und via Software automatisch analysiert.

Biopsien und Abstriche

Insbesondere bei narbigem Haarausfall und unklarem Haarausfall ohne Narbenbildung kommt als ergänzendes Diagnoseverfahren oft auch eine Kopfhautbiopsie infrage. Dabei wird unter lokaler Betäubung eine Probe aus der Kopfhaut entnommen. Auf diese Weisen lassen sich neben der Kopfhautoberfläche auch die Haarwurzeln und die tieferen Hautschichten eingehend untersuchen. Der Abstrich von Kopfhaut und Haaren dient dagegen der Identifikation von Erregerkulturen wie Pilzen und Bakterien.

Blutuntersuchung

Vor allem bei diffusem und kreisrundem Haarausfall erweist sich eine zusätzliche Blutuntersuchung als nützlich. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise hormonelle Einflüsse, Entzündungsparameter oder eine Mangelernährung erkennen. Häufig ergibt eine Blutuntersuchung bei einem diffusen Haarausfall einen deutlichen Eisenmangel.

Therapie und Behandlung von Haarausfall beim Mann

Jeder Haarausfall wird entsprechend seiner Ursache behandelt. Während sich medikamentös hervorgerufener Haarausfalldurch das Absetzen der Medikamente von selbst erledigt, ist die Behandlung von androgenetischem Haarausfall deutlich komplexer. Aber denken Sie daran: Je früher Sie Ihren Haarausfall untersuchen und behandeln lassen, desto besser stehen die Chancen, dass möglichst viel Kopfhaar erhalten bleibt.

Behandlung von androgenetischer Alopezie

Androgenetischer Haarausfall macht den Großteil aller Fälle von Haarausfall aus (ca. 80 Prozent). Aufgrund des natürlichen Prozesses lässt sich das Fortschreiten mit zunehmendem Lebensalter oft schwer in den Griff bekommen. Grundsätzlich kommen hier drei Wirkstoffe bzw. Wirkstoffgruppen zur Anwendung, die den Haarausfall verlangsamen oder stoppen sollen.

Während in den meisten Fällen zumindest die Verlangsamung des Haarverlusts erfolgreich ist, wächst das Haar bei einigen Patienten sogar nach. Zu diesen Wirkstoffen gehört unter anderem der 5a-Reduktase-Hemmer Finasterid. Dieser verringert die Umwandlungsrate von Testosteron in DHT, auf das die Haarfollikel besonders empfindlich reagieren. Die Wirkung zeigt sich hier meist allerdings erst nach 3-6 Monaten.

Ebenfalls weit verbreitet ist der Wirkstoff Minoxidil, der auch bei Frauen, die unter Haarausfall leiden, zum Einsatz kommt. Verwendung findet der durchblutungsfördernde Stoff vor allem in Form von Haarwässern. Eine dauerhafte Lösung ist Minoxidil allerdings nicht, da der sich der androgenetische Haarausfall nach dem Absetzen des Medikaments weiter fortsetzt. Eine weitere Möglichkeit ist die Therapie mit Antiandrogenen. Diese blockieren die Wirkung von Testosteron bzw. DHT an den Haarfollikeln.

Führt die medikamentöse Behandlung nicht zum Erfolg oder ist der Haarausfall bereits zu weit fortgeschritten, ist eine Eigenhaartransplantation möglich. Hierbei werden meist Follikel (Grafts) aus dem Bereich des DHT-unempfindlichen Hinterkopfs entnommen und im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs auf die kahlen Stellen verpflanzt. Nach mehreren Monaten wächst aus den verpflanzten Follikeln im Idealfall wieder volles Haar, das unempfindlich gegen den Einfluss von Testosteron bzw. DHT ist.

Therapie bei kreisrundem Haarausfall

Die gute Nachricht ist: Kreisrunder Haarausfall heilt in einigen Fällen innerhalb von 6-12 Monaten von allein wieder aus. Die schlechte Nachricht: Wer kreisrunden Haarausfall hat, muss damit rechnen, dass das Phänomen zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehrt. Als wirksam gilt mittlerweile die Behandlung mit dem Wirkstoff Dithranol, der auch bei der Behandlung von Schuppenflechte zum Einsatz kommt. Der hautreizende Stoff soll die Durchblutung fördern. So kann im Idealfall neues Haar wachsen.

Ebenfalls verbreitet ist die Therapie von kreisrundem Haarausfall mit Kortison-Cremes und Cortison-Lösungen, welche die entzündlichen Reaktionen in den betroffenen Arealen lindern sollen. Oftmals ist die Kortisontherapie häufig aber nur so lange erfolgreich, wie der Wirkstoff angewendet wird. In schwereren Fällen mit größerem kahlen Stellen greifen Mediziner oftmals eher zur Topischen Immuntherapie.

Hier wird das fehlgesteuerte Immunsystem mit Hilfe des Wirkstoffs Diphencypron (DCP) vom Angriff auf die Haarfollikel abgelenkt. Eine Alternative zur Topischen Immuntherapie ist die PUVA-Behandlung. Durch den Einsatz des phototoxischen Stoffs in Kombination mit einer UV-A-Licht-Bestrahlung sollen die Angriffe des Immunsystems auf die Haarfollikel gestoppt werden.

Behandlung bei diffusem Haarverlust

Bei diffusem Haarausfall ist die Behandlung sehr spezifisch. Je nachdem kommt die Absetzung eines Medikaments oder die Dosierungsänderung ebenso infrage wie die Behandlung einer zugrundeliegenden Erkrankung. Häufig geht diffuser Haarausfall auf Schilddrüsenerkrankungen zurück. Sobald diese medikamentös behandelt werden, geht im Normalfall auch der Haarausfall zurück. Gleiches gilt für die spezifische Behandlung von Infektionen oder Pilzerkrankungen der Kopfhaut. Bei stressbedingtem diffusem Haarausfall können bereits stressreduzierende Maßnahmen wie autogenes Training, Yoga, psychologische Gespräche oder die Reduzierung der Arbeitszeit für eine merkliche Besserung sorgen.

Facharzt fragen

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