Beim Kopfläuse Befall (Pediculosis capitis) werden die etwa 2-3,5 mm großen Kopfläuse meist direkt von einem Menschen auf den anderen übertragen und sorgen vor allem im Bereich der Kopfhaut und des Nackens für starken Juckreiz und geschwollene Lymphknoten im Nackenbereich. Pro Jahr stecken sich 16 von 100 Kindern neu mit den Kopfläusen an.

Die Kopfläuse ernähren sich ähnlich wie die Mücken vor allem vom menschlichen Blut. Ist ein Mensch mit den Parasiten befallen, wird das körpereigene Immunsystem aktiviert und der Körper antwortet auf den Befall mit kleinen roten Knötchen auf der Kopfhaut, welche dann den starken Juckreiz verursachen, der für diese Krankheit so typisch ist. Die Übertragung erfolgt in der Regel direkt von Mensch zu Mensch, in seltenen Fällen auch über Gebrauchsgegenstände wie Kämme oder Mützen. Häufig betroffen sind vor allem Menschen mit langen Haaren und Kinder zwischen 5 und 11 Jahren. Gerade in Kindergärten tritt diese Krankheit gehäuft auf. Eine typische Übertragungszeit für die Kopfläuse sind die Wintermonate.

Symptome beim Kopfläuse-Befall

Die Kopfläuse befallen vor allem die Kopfhaut, den Nacken, seltener auch die Bart- oder Schamhaare. Die Abwehrreaktion des Körpers äußert sich in roten, stark juckenden Knötchen in diesen Bereichen, wobei das ständige Kratzen an den betroffenen Stellen zu einer weiteren Rötung und manchmal auch zu offenen Stellen führen kann. Dies wiederum dient Bakterien und anderen Erregern als Eintrittspforte in den Körper und kann zu Infektionen mit Fieber, Entzündung und weiteren Begleiterscheinungen führen. Die Kopfläuse legen auch ihre Eier, auch Nissen genannt, in den befallenen Regionen ab und kleben diese mit einem Sekret an die Haare. Diese kann man mit bloßem Auge als kleine weiße Punkte, welche an den Haaren kleben, erkennen. Durch den Befall mit den Parasiten kommt es durch das aktivierte Immunsystem zu einem Anschwellen der Lymphknoten, bevorzugt im Halsbereich, welche man selber als kleine Schwellungen unter der Haut ertasten kann.

Was kann ich selber dagegen tun?

Man selber kann versuchen, sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um einen Befall mit Kopfläusen handelt. Dazu kämmt man das Haar nach dem Duschen mit einem feinen Kamm, am besten mit einem speziellen Läusekamm, und stricht diesen auf ein helles Tuch aus. Sind die Läuse selbst oder die weißen Eier zu erkennen, hat man wahrscheinlich Kopfläuse. Außerdem ist es wichtig, möglich nicht mit langen Fingernägeln oder spitzen Gegenständen an den betroffenen Stellen zu kratzen um offene Wunden und Infektionen zu vermeiden. Auch die im Nachfolgenden beschriebenen Behandlungsoptionen kann man unter Umständen selber durchführen. Ist man von Kopfläusen befallen, sollte man bis zur Behandlung unnötigen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, um eine Ansteckung und eine weitere Verbreitung zu verhindern

Sollte ich einen Hautarzt kontaktieren?

Der Befall mit Kopfläusen an sich ist keine schwere Krankheit. Unangenehm ist zum einen, dass die Krankheit ansteckend ist, und zum anderen, dass man die Parasiten durch einfaches Haare waschen oder ähnliches nicht loswird. Einen Hautarzt kontaktieren sollte man, wenn man sich nicht sicher ist ob man Kopfläuse hat oder nicht und auch wenn man sich die selbstständige Behandlung nicht zutraut. Auch wenn man durch das Kratzen offene oder entzündete Stellen und Symptome eines Infektes, wie Fieber oder Schlappheit hat, ist es sinnvoll einen Hautarzt zu Rate zu ziehen.

Therapie des Kopfläuse Befalls

Medikamentöse Behandlung

Dimeticonhaltige Präparate wie Nyda® oder Jacutin pedicul® Lösung sorgen dafür, dass die Läsue ersticken.  Andere Präparate gegen Läuse enthalten  Permethrin oder Allethrin, welche für die Kopfläuse giftig sind und diese abtötet. Diese Substanzen kann man zum Beispiel in Form einer Lösung oder eines Sprays auf die betroffenen Stellen aufgetragen und sollten meist nach einigen Stunden wieder ausgewaschen werden. Je nach Präparat unterscheidet sich die empfohlene Art der Anwendung. Man sollte den Beipackzettel genau beachten. Empfohlen wird, die Therapie gegen Läuse nach 5 bis 8 Tagen noch einmal zu wiederholen.

Mechanische Entfernung

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sollte eine mechanische Entfernung der Kopfläuse erfolgen, um einen erneuten Befall zu verhindern. Dazu kämmt man die Haare mit einem feinen Kamm und unter Zugabe von Essig sorgfältig aus.

Hygienemaßnahmen

Kinder dürfen nicht in den Kindergarten oder in die Schule bis sicher keine Läuse mehr da sind.

Die gesamte Wäsche, die der Betroffene in der letzten Zeit getragen hat, ebenso Handtücher, Bettwäsche, werden bei mind. 60 °C in der Waschmaschine gewaschen oder möglichst heiß in den Trockner gegeben. Kämme, Bürsten Haarspangen, -reifen und -gummis werden 10 Minuten in mind. 60 °C heißes Seifenwasser gelegt und anschließend gründlich gereinigt. Gegenstände, die diese Hitze nicht vertragen, werden in einem dicht verschlossenen Plastiksack 2 Tage tiefgefroren.

Bei ganz empfindlichen Teilen, die weder Hitze noch Kälte vertragen, werden die Läuse ausgehungert. Den Gegenstand in einen Plastiksack geben, gut verschließen und 4 Wochen bei Zimmertemperatur lagern, ohne ihn zu öffnen.

Zur Behandlung der Wohnung (z. B. Sofas) reicht gründliches Saugen.

 

Quellen:

https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/

Duale Reihe Dermatologie, 8.Auflage, Ingrid Moll

https://www.apotheken.de/aktuell/gesundheit-heute-news/article/kopflaeuse/?globalSearchPhrase=l%C3%A4use

Zweitbegutachtet von Dr. med. Wiebke Sondermann

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