Die Mukoidzyste – Erscheinungsformen, Online-Diagnose und Therapie

Zysten im Gelenksbereich zeigen in ihren Ausprägungen oft Unterschiede. So tritt beispielsweise das gemeine Ganglion (Überbein) bevorzugt an Handgelenk, Fußrücken, Knie- oder Ellbogenbereichen auf. Die Mukoidzyste entsteht jedoch ausnahmslos am Fingergelenk. Dieser Fachbeitrag bringt Wissenswertes über mukoide Zysten und berichtet über aktuelle Therapiemethoden. Eine Online-Einschätzung, ob es sich um eine Mukoidzyste handelt, kann über unsere Fachärzte erfolgen.

Bild: Eine Mukoidzyste am streckseitigen Fingerendgelenk in sehr deutlicher Ausprägung.

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Was versteht man unter einer Mukoidzyste?

Bei einer mukoiden Zyste handelt es sich um eine Ausstülpung der Gelenkhaut bzw. einer Gelenkkapsel, die als kleiner, mit gallertartiger Gelenkflüssigkeit gefüllter Hohlraum in Erscheinung tritt. Die Zyste wird typischerweise an streckseitigen Finger-Endgelenken diagnostiziert und geht mit Schwellungen sowie Gelenkschmerzen einher. Der Grund liegt in einer akuten Arthrose (Gelenkserkrankung) der Fingerendgelenke, welche unter anderem zur Bildung kleiner knochiger Zacken führt.

Diagnose

Mukoidzysten können von erfahrenen Ärzten ohne Weiteres visuell bzw. durch Ertasten diagnostiziert werden. Da diese Zystenart ausschließlich an Fingergelenken auftritt, ist das Befundbild von anderen Verbildungen, etwa einer Kahnbeinfraktur der Handwurzel, leicht zu unterscheiden. Auch wird durch die charakteristische Ausstülpung am Fingergelenk eine Diagnose sogar für medizinische Laien möglich.
Bestehen dennoch Unklarheiten, kann eine Röntgenaufnahme sowohl die Zyste als auch die ihr zugrundeliegende Arthrose visuell darstellen und somit den Verdacht bestätigen.

Symptome und Verlauf

Mukoidzysten tendieren dazu, in ihrer Dimension stetig zuzunehmen, was zur Folge hat, dass die Haut über der Zyste nach und nach dünner wird. Kommt es zu einer Verletzung der Haut, entleert sich die eingedickte Flüssigkeit. Die Mukoidzyste fällt in sich zusammen, um sodann erneut Gelenkflüssigkeit aufzunehmen. Dabei können Infektionen des Nagelbetts sowie der Endgelenksknochen entstehen. Auch führt der Druck der Zyste auf das benachbarte Nagelbett unweigerlich zu einer Beeinträchtigung des Nagelwachstums. Des Weiteren können mukoide Zysten von selbst aufplatzen, was langwierige Entzündungen zur Folge haben kann. Eine vorbeugende ärztliche Behandlung mit Antibiotika hat sich hier als Vorsichtsmaßnahme bewährt.

Therapie

Ist die Haut über der Mukoidzyste ausgedünnt, treten Wachstumsstörungen benachbarter Nägel auf oder entleert sich spontan Gelenkflüssigkeit aus der Zyste, sollte diese operativ entfernt werden. Bei dem Eingriff wird die Ausstülpung samt der darüberliegenden Haut, mit der sie verwachsen ist, aus dem umliegenden Gewebe ausgelöst. Ist die Hautschicht über der Zyste zu dünn, um die zurückgebliebene Öffnung zuzunähen, kann diese offen gelassen werden. Im Normalfall schließt sich die Wunde von selbst. Um die Gefahr einer Neubildung der Zyste nach abgeschlossener Behandlung gering zu halten, sollten kleinere Knochenzacken im Gelenkbereich vollständig abgetragen werden. Nach einigen Tagen der Schonung kann der betroffene Finger allmählich aktiviert werden. Bleibt der Patient dabei schmerzfrei, kann ein systematisches Bewegungstraining des Fingerglieds folgen.

Zu beachten ist ferner, dass mit einer Entfernung der Zyste stets auch eine Behandlung der ihr zugrunde liegenden Arthrose (z.B. durch Endgelenksversteifung) zu erfolgen hat. Anderenfalls ist ein neuerliches Auftreten einer Mukoidzyste fast unvermeidlich.

Nicht-invasive Therapieansätze

Konservative (nicht-chirurgische) Methoden versprechen bei mukoiden Zysten kaum eine nachhaltige Besserung. So ist auch einer Punktierung mittels Nadel meist kein dauerhafter Erfolg beschieden. Auch Maßnahmen, wie eine Vereisung der Ausstülpung oder das Einspritzen cortison- bzw. cortisolhältiger Substanzen direkt in die Zyste, wirken lediglich für die Dauer der Anwendung symptomreduzierend. Ein länger anhaltender Erfolg der Behandlung ist jedoch kaum jemals gegeben.

Empfehlungen für Patienten

Keinesfalls sollte versucht werden, die Schwellung ohne professionelle Hilfe selbst aufzustechen. Auf diese Weise können Keime in das Endgelenk oder in die Gelenkskapsel gelangen. Laut Dr. Titus Brinker, Dermatologe an der Universitätsklinik Heidelberg, wäre dies für den Patienten gefährlich und hätte womöglich eine langwierige Therapie zur Folge. Platzt die Zyste von selbst, ist die offene Wunde mit einem sterilen Verband zu versorgen und umgehend ein Arzt zu konsultieren. 

Komplikationen

Zehen- und Fingernägel sind auch bei gesunden Menschen bevorzugter Aufenthaltsort zahlreicher Bakterien und Keime. Dringen diese in eine Wunde ein, besteht das Risiko einer Infektion. Dies gilt auch für chirurgische Eingriffe. Mitunter ist durch vorhergehende Therapien die Immunabwehr des Patienten etwas geschwächt, was die medizinische Behandlung erschwert. Durch die vorbeugende Gabe von Antibiotika kann das Risiko einer Infektion entsprechend gering gehalten werden. Die symptombedingt fast unvermeidliche Störung des Nagelwachstums normalisiert sich nach Beseitigung der Zyste von selbst. Im Regelfall wächst bereits der nächste Fingernagel unbeeinträchtigt heran.

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