Scharlach: Ursachen, Symptome, Diagnose, Verlauf & Therapie

Plötzliches Fieber, hochrote Wangen und eine Mandelentzündung: Diese Symptome weisen auf die Infektionskrankheit Scharlach hin. Etwas später zeigen sich der typische Hautausschlag sowie die sogenannte Erdbeerzunge. Babys und Kinder im Schulalter sind besonders oft betroffen. Doch mit Scharlach kann sich fast jeder anstecken. Unser Experte Dr. Titus Brinker, Dermatologe aus Heidelberg, erklärt, was Betroffene über die ansteckende Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten wissen müssen. Über unsere Startseite beraten Sie Hautfachärzte aus Heidelberg individuell.

Zwei klassische Scharlach-Symptome: Um den Mund herum (perioral) auftretende Blässe & Himbeerzunge.

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Infektionskrankheit Scharlach – ein Kurzprofil

Scharlach zählt zu den Infektionskrankheiten. Er gilt als typische Kinderkrankheit, da Kinder am häufigsten betroffen sind. Anstecken können sich jedoch Menschen jeden Alters. Pro Jahr treten etwa 1 bis 1,5 Millionen Fälle auf. Auslöser für die Erkrankung sind Bakterien, die zu den A-Streptokokken gehören. Ihr Stoffwechsel produziert Gifte (Scharlachtoxine), die für die Krankheitssymptome verantwortlich sind. Am häufigsten treten starke Schluckbeschwerden, entzündete Mandeln, Hautausschlag sowie hohes Fieber auf. Eine Schutzimpfung gegen Scharlach ist nicht möglich, da es zu viele Varianten des Erregers gibt. Aus diesem Grund sind Betroffene nach einer Erkrankung auch nicht immun gegen eine erneute Ansteckung mit einem anderen Scharlacherreger. Bei Verdacht auf eine Infektion mit A-Streptokokken ist es wichtig, umgehend zum Arzt zu gehen. Er kann mithilfe einer körperlichen Untersuchung, durch einen Scharlach-Schnelltest oder die Laboruntersuchung eines Rachenabstrichs die richtige Diagnose stellen.

Die wichtigsten Übertragungswege für Scharlach

Die Übertragung von Scharlach erfolgt von Mensch zu Mensch. Besonders häufig ist die Ansteckung durch kleinste Flüssigkeitströpfchen, die zum Beispiel beim Husten oder Niesen in die Umgebung gelangen (Tröpfcheninfektion). Diese Tröpfchen enthalten die Erreger. Wer sie einatmet, kann sich dadurch mit Scharlach anstecken. Gegenstände und Objekte, die von Scharlachpatienten berührt werden, sind weitere Ansteckungswege. Meist dringen die Streptokokken über die Schleimhäute von Mund und Nase ein, seltener über offene Hautwunden (Wundscharlach).

Symptome und Verlauf einer Scharlacherkrankung

Patienten, die sich mit den Erregern angesteckt haben, zeigen in der Regel nach ein bis drei Tagen die ersten Symptome. Es gibt eine Reihe typischer Scharlachsymptome, die bei vielen Patienten auftreten. In manchen Fällen fehlen Krankheitsanzeichen oder sind nur schwach ausgeprägt.

Zu Beginn der Erkrankung können die Symptome denen anderer Infektionskrankheiten ähneln. Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Hals- und Kopfschmerzen scheinen auf eine Grippe hinzuweisen. Das Fieber steigt dann rasch, und am Hals schwellen die Lymphknoten an. Die Entzündungen im Hals- und Rachenraum verstärken sich. In einigen Fällen bildet sich weißer Belag auf den Mandeln und der Zunge. Die Wangen sind stark gerötet. Weitere mögliche Symptome sind starke Bauchschmerzen und Erbrechen.

Der für Scharlacherkrankungen typische Hautausschlag (Exanthem) ist nach ein oder zwei Tagen sichtbar. Die hellroten, kleinen Flecken bilden sich zunächst im Achsel- und Leistenbereich und am Brustkorb. In den Folgetagen breitet sich der Scharlachausschlag über den Körper aus. Mund-Kinn-Dreieck, Handflächen sowie Fußsohlen bleiben ausgespart. Der Ausschlag juckt nicht und verblasst kurzzeitig, wenn Druck auf eine Stelle ausgeübt wird. Ebenfalls typisch für Scharlach ist die sogenannte Erdbeer- oder Himbeerzunge. Sie ist leuchtend rot und sieht wegen der angeschwollenen Geschmackspapillen aus wie eine Beere.

Etwa sechs bis neun Tage nach der Ansteckung mit Scharlach klingt der Hautausschlag ab und verblasst. Danach beginnt die Haut abzuschuppen. Besonders stark schält sie sich im Bereich der Handflächen und Fußsohlen. Diese Phase kann bis zu zwei Monaten dauern.

Scharlach und Folgeerkrankungen – mögliche Komplikationen der Infektionskrankheit

Wird die Diagnose Scharlach richtig und rechtzeitig gestellt, verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen ohne größere Komplikationen. Antibiotika und das Immunsystem des Körpers verhindern, dass sich die Krankheitserreger zu stark ausbreiten. In einigen Fällen gelangen die Streptokokken jedoch in andere Organe und können beispielsweise eine eitrige Mandelentzündung, Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündung auslösen. Lungen- oder Herzmuskelentzündung zählen zu den schweren Folgen einer Scharlacherkrankung. Bei einer geringen Anzahl von Patienten reagiert der Organismus so stark auf die Streptokokken-Gifte dass ein toxischer Schock ausgelöst wird. In diesem Fall muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Einige Folgeerkrankungen treten mit zeitlicher Verzögerung ein. Das akute rheumatische Fieber (ARF) greift Körpergewebe an und tritt etwa zwei bis drei Wochen nach den ersten Scharlachsymptomen auf. Akute Nierenentzündungen sind in diesem Zeitraum ebenfalls möglich.

Infektionsrisiko Scharlach: Wie lange sind Patienten ansteckend?

Solange die Streptokokken aktiv sind, können sie weitergegeben werden. Bei einer Antibiotika-Behandlung besteht etwa 24 Stunden nach der ersten Einnahme keine Ansteckungsgefahr mehr. Ohne Antibiotika-Therapie sind die meisten Patienten etwa drei Wochen lang ansteckend, manche noch länger. Eine Ansteckung mit Scharlach ist auch bei Menschen möglich, die den Erreger in sich tragen, aber keine Symptome zeigen.

Scharlach richtig behandeln: die wichtigsten Therapiemöglichkeiten

Eine Scharlachtherapie besteht aus der Bekämpfung der Erreger und der Linderung der Krankheitssymptome. Die A-Streptokokken, die den Scharlach auslösen, sprechen auf ein geeignetes Antibiotikum an. Die Medikamente sind in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich. In der Regel werden Tabletten verschrieben. Bei jüngeren Kindern haben sich Antibiotika in Saftform bewährt. Der Arzt oder Kinderarzt entscheidet, welcher Wirkstoff in welcher Form sich am besten für einen bestimmten Patienten eignet.

Für die Linderung der Symptome kommt ein weites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Entscheidend ist, dass sie an die Schwere der Symptomatik und das Alter des Patienten angepasst werden. Fieber lässt sich mit entsprechenden Wirkstoffen senken. Dabei ist zu beachten, dass jüngere Kinder gängige Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure nicht einnehmen dürfen. Hausmittel wie Wadenwickel können in leichteren Fällen sinnvoll sein. Gegen Halsentzündung und Schluckbeschwerden helfen beispielsweise Gurgellösungen und Pastillen.

Wer kann an Scharlach erkranken?

Eine Ansteckung mit Scharlach ist in jedem Alter möglich. Am seltensten sind Säuglinge betroffen, da sie kurz nach der Geburt durch Antikörper von der Mutter geschützt sind. Am häufigsten erkranken Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Im Erwachsenenalter ist eine Ansteckung mit der Infektionskrankheit nicht so häufig wie im Schulalter. Die Scharlachsymptome bei erwachsenen Patienten unterscheiden sich nicht von den Symptomen bei Kindern. Allerdings kann sich die korrekte Diagnose verzögern. Erwachsene denken bei den ersten Anzeichen meist nicht an die Kinderkrankheit Scharlach und vermuten einen grippalen Infekt. Deswegen besteht ein höheres Risiko von Komplikationen oder Spätfolgen.

Wichtige Tipps für die Scharlachbehandlung

Wer sich mit Scharlach angesteckt hat, kann einiges tun, um möglichst schnell wieder gesund zu werden. Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen dem Körper, mit der Erkrankung fertig zu werden. Die vom Arzt verschriebenen Medikamente müssen genau nach Anweisung genommen werden, um Komplikationen oder Rückfälle zu vermeiden. Das gilt insbesondere für die Antibiotika. Selbstmedikation ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist wegen möglicher Wechselwirkungen nicht zu empfehlen.

Während der Ansteckungszeit sollten Patienten möglichst wenig Kontakt zu anderen haben, um eine weitere Verbreitung der Erreger zu vermeiden. Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und sofortiges Entsorgen von Taschentüchern sind wichtig. Erkrankte Personen dürfen während der Ansteckungszeit keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Horte oder Kindertagesstätten besuchen. In einigen Bundesländern gibt es eine Meldepflicht für Scharlach.

Vorbeugung und Schutz: Wie lassen sich Scharlacherkrankungen vermeiden?

Eine vorbeugende Schutzimpfung wie für Grippe gibt es beim Scharlach nicht. Selbst eine auskurierte Scharlacherkrankung ist kein hinreichender Schutz, da Patienten durch eine andere Variante der Scharlacherreger erneut erkranken können. Das wirksamste bekannte Mittel gegen die Streptokokken sind Antibiotika. Als vorbeugende Maßnahme werden sie jedoch nur im Ausnahmefall eingesetzt, etwa bei Personen mit Immunschwäche oder ernsthaften Grunderkrankungen. Die beste Vorbeugung gegen Scharlach ist, den Kontakt mit Erkrankten zu vermeiden. Sorgfältige Hygiene und regelmäßiges Händewaschen mit Seife sind weitere wirksame Maßnahmen, das Infektionsrisiko zu vermindern.

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