Dellwarzen (Mollusca contagiosa) – Aussehen, Symptome und Behandlung

Dellwarzen, Mollusca contagiosa, sind gutartige Hautveränderungen, die vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftreten. Allerdings sind auch ältere Erwachsene davor nicht geschützt. Unsere Expertin Dr. Wiebke Sondermann, Dermatologin aus Essen, informiert Sie in diesem Beitrag über die Ursachen von Dellwarzen und deren Behandlung.

Nahaufnahme von Dellwarzen (Mollusca contagiosa) auf der Haut eines Kindes.

↓ Was sind Dellwarzen?
↓ URSACHEN
↓ Symptome und Diagnose
↓ Behandlung

Was sind Dellwarzen?

Dellwarzen, auch als Mollusken bezeichnet, sind gutartige und in der Regel harmlose Hautveränderungen. Sie treten vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Wobei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem in jedem Alter eine gesonderte Risikogruppe bilden. Denn in diesem Fall findet das Virus optimale Bedingungen vor und die Dellwarzen können sich über den gesamten Körper ausbreiten und es bildet sich ein Ekzema molluscatum.

Die Warzen sind stecknadelkopf- bis erbsengroß, halbkugelförmig und fühlen sich hart an. Ihre Färbung reicht von transparent über hautfarben bis zu einer weißen Oberfläche. In der Mitte befindet sich eine Delle mit winziger Öffnung, über die sich die Dellwarze auf Druck entleert. Achtung: Der weißliche und dickflüssige Inhalt einer Dellwarze ist hoch infektiös.

Mollusken sind für gesunde Menschen harmlos, können an beinahe jeder Körperstelle auftreten, sind durch den Arzt einfach zu diagnostizieren und heilen zumeist nach einigen Monaten von selbst wieder ab.

Viren als Ursache für Dellwarzen

Bei der Dellwarze handelt es sich um eine durch Viren übertragene und hoch ansteckende Hauterscheinung. Dabei stellt die Dellwarze eine Ausnahme zu anderen Warzen. Denn während sich Dorn- oder Feigwarzen durch das humane Papillomavirus verbreiten, erfolgt die Dellwarzen-Infektion über das Molluscum contagiosum-Virus. Dieses Virus ist ein harmloser Erreger aus der Gruppe der Pockenviren und befindet sich in der dicklichen Flüssigkeit der Dellwarze.

Bei der Übertragung auf andere Körperstellen oder durch Hautkontakt auf die Haut eines anderen Menschen dringt das Molluscum contagiosum-Virus über die geschädigte Haut in die obere Hautschicht, die Epidermis, ein. Dort vermehrt es sich innerhalb der einzelnen Zellen. Diese vergrößern sich dadurch, wuchern und bilden so die Warzenform aus.

Warzensekret ist hoch infektiös

Bilden sich auf der Haut Dellwarzen, können diese leicht durch Kratzen auf andere Hautreale übertragen werden. Denn oft entleert sich dabei die Molluske und die im Sekret enthaltenen Viren verbreiten sich unbemerkt in die umliegenden Hautbereiche. Da die Haut durch das Kratzen leicht geschädigt wird, finden die Viren den optimalen Weg in die Zellen der oberen Hautschicht.

Geschwächtes Immunsystem fördert Infektion

Vor allem Menschen mit geschädigter Hautbarriere sind für Mollusken besonders empfänglich. Dazu zählen Neurodermitiker genauso wie Menschen, die ihre Haut übermäßigem Wasserkontakt aussetzen. Aber auch kleinste Verletzungen durch Kratzen bilden für das Virus eine ideale Eintrittspforte.

Bei Personen mit stark geschwächtem Immunsystem agiert das Molluscum contagiosum-Virus wesentlich aggressiver. Häufig treten die Warzen in großer Zahl auf und gehen ineinander über. Vor allem Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen, Patienten mit HIV-Infektion oder Tumor-Patienten sind besonders gefährdet.

Symptome und Diagnose von Dellwarzen

Ein typisches Symptom einer Dellwarze ist die stecknadelkopfgroße Molluske mit der kleinen Delle in der Mitte. Gelegentlich löst die Warze einen leichten, aber schnell vorübergehenden, Juckreiz aus. Allerdings liegt genau hier eines der Probleme von Dellwarzen. Denn versucht die betroffene Person, den Juckreiz durch

Mollusca Contagiosa bei einem Baby

Mollusca Contagiosa bei einem Baby

Reiben zu stillen, entleert sich dabei der hoch infektiöse Inhalt der Warze und es kommt zur Verteilung des Sekrets auf andere Hautreale und eine erneute Ansteckung.

Während die Dellwarze bei Kindern vorwiegend im Bereich von Gesicht, Hals sowie Armen und Händen auftreten, finden sie sich bei Erwachsenen auch im Genitalbereich oder in der Region des Unterleibs. Dies liegt vor allem an der sexuellen Aktivität erwachsener Menschen, wobei sich die Infektion auf den gesamten Körper ausbreiten kann. In der Regel ist die Dellwarze jedoch eher ein Einzelgänger. Nur wenn sie durch mechanische Einflüsse wie Reiben oder Kratzen entleert wird, bilden sich häufig im unmittelbaren Umfeld oder an weiter entfernten Körperregionen zusätzliche Warzen.

Die Diagnose von Dellwarzen durch den Dermatologen ist aufgrund ihres typischen Aussehens unkompliziert. Eher selten ist sich der Hautarzt nicht sicher und führt zur Absicherung der Diagnose eine Biopsie durch.

Behandlung von Dellwarzen

In der Regel verschwinden die kleinen Warzen nach wenigen Monaten ohne Behandlung. Trotzdem können unter bestimmten Voraussetzungen auch hier therapeutische Maßnahmen erforderlich sein. Dies gilt vor allem für eine große Anzahl an Dellwarzen oder wenn sich die Molluske an einer funktionell störenden Position befindet. Wobei Experten immer häufiger zum Entfernen der Warze raten, um eine Verbreitung in andere Körperregionen oder die Infektion anderer Menschen zu verhindern.

Zur unkomplizierten Behandlung der Warzen stehen verschiedene Methoden zur Auswahl.

  • Abschaben mit dem scharfen Löffel.
  • Vereisen mit flüssigem Stickstoff.
  • Behandlung mit einer Lösung, die stark verdünntes Kaliumhydroxid enthält.

Die genannten Behandlungsformen sind für den Patienten schmerzfrei. Allerdings erhalten Kinder auf die zu behandelnden Stellen eine betäubende Creme, bevor die Warze mit dem scharfen Löffel entfernt wird. Damit ist gewährleistet, dass die Warze zuverlässig ohne Schmerzen entfernt wird.

Vorbeugende Maßnahmen

Um eine Infektion mit dem Molluscum contagiosum-Virus zu vermeiden und so die Ausbildung einer Dellwarze zu verhindern, gibt es einfach zu befolgende vorbeugende Maßnahmen.

Dazu zählt in erster Linie, dass die Warze keinesfalls vom Betroffenen selbst ausgedrückt wird. Nur der Hautarzt darf diese entleeren, da er das unmittelbare Umfeld der Warze fachgerecht desinfiziert und das enthaltene mit Viren angereicherte Sekret vollständig entfernt. Genauso sollte eine Dellwarze an anderen Personen nicht mit bloßen Fingern berührt werden. Dadurch reduziert sich das Übertragungsrisiko der Viren deutlich. Vor allem bei Kindern, aber auch in einer Partnerschaft, bietet sich eine umgehende Behandlung an, um weitere Infektionen zu verhindern.

Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist eine besondere Sorgfalt bei der Hygiene. So sollten Dusch- und Handtücher und Waschlappen, sowie direkt auf der Haut getragene Kleidung wie Bademäntel, keinesfalls mit anderen Personen geteilt werden.

Fetthaltige Lotions schützen Neurodermitiker

Nur Neurodermitiker besitzen durch die vorgeschädigte Haut ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. In diesem Fall empfehlen Hautärzte die Pflege mit einer ausreichend fetthaltigen Lotion. Denn sie verleiht der Haut den erforderlichen Schutz, indem sich durch die intensive Pflegewirkung die natürliche Hautbarriere stabilisiert. Dies wiederum beugt der Infektion mit Dellwarzen vor, da es den Viren schwerer fällt, geeignete Eintrittspforten in die Epidermis zu finden.