Vaginitis (Scheidenentzündung) – Symptome, Ursachen & Behandlung

Wenn es an der Scheide einer Frau juckt, brennt, alles angeschwollen ist und unangenehm riecht, dann kann es sich um eine Vaginitis handeln. Wie es zu der sogenannten Scheidenentzündung kommen kann und welche Behandlung hier am schnellsten hilft, erfahren Sie nachfolgend. Über unsere Startseite besteht die Möglichkeit sich individuell von einem Facharzt beraten zu lassen.

Bild: Wenn die Vagina juckt und stinkt, kommen mehrere Ursachen in Frage.

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Was ist eine Scheidenentzündung?

Grundsätzlich wird bei einer Scheidenentzündung (auch Kolpitis oder Vaginitis genannt) zwischen zwei Formen unterschieden: die primäre und sekundäre Vaginitis. Eine primäre Vaginitis entsteht, wenn besonders viele Keime von außerhalb in die Scheide eindringen und die Schutzfunktion der Schleimhäute beschädigt. Von einer sekundären Vaginitis spricht man, wenn das Scheidenmilieu bereits irritiert oder sogar gestört ist und sich aufgrund der eingeschränkten Funktionsfähigkeit Bakterien und Keime vermehren. Folglich kommt es zu einer Infektion. Eine sekundäre Vaginitis kann jedoch auch bei Östrogenmangel und daher besonders bei Mädchen während der Pubertät oder auch ältere Frauen in den Wechseljahren auftreten.

Darüber hinaus tritt eine Scheidenentzündung häufig in Verbindung mit einer Vulvitis auf. Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der äußeren Geschlechtsorgane, welche bereits häufig sogar mit bloßem Auge zu erkennen ist. Experte auf diesem Gebiet ist der Hautarzt Dr. Benjamin Durani. Sollten Sie bereits jetzt erste Anzeichen einer Infektion verspüren, jedoch den Gang zum Arzt noch nicht in Erwägung ziehen, können Sie bei online-hautarzt.net direkt Fotos und Informationen von der erkrankten Stelle an die Praxis Dres. Durani schicken, um eine professionelle Ersteinschätzung und einen entsprechenden Therapievorschlag zu bekommen.

Ursachen einer Scheidenentzündung

Zu einer Scheidenentzündung kommt es, wenn die Schutzbarriere der Scheide funktionsgestört ist. Schädliche Erreger dringen in das Scheidenmilieu ein, vermehren sich und es entstehen Entzündungsprozesse auf der Haut. Rund 25 Prozent aller Frauen sind mindestens einmal im Leben von einer Entzündung der Scheide betroffen. Die Vaginitis zählt somit sogar zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Frauen im Intimbereich.

Warum die Schutzbarriere der Vagina gestört wurde, kann unterschiedliche Gründe haben. Am häufigsten tritt eine Vaginitis während der Einnahme von Antibiotika zur Bekämpfung einer anderen Krankheit auf. Das Medikament zerstört alle schädlichen sowie viele nicht schädliche Bakterien und macht damit den Körper angreifbar für neue Erreger. Ebenso kann die natürliche Scheidenflora jedoch auch durch Tampons gereizt werden. Besonders Frauen, die nur eine schwache Periode haben und Tampons benutzen, können durch die Reibung ihre Schleimhäute beschädigen. Ebenso kann enge, luftundurchlässige und synthetische Unterwäsche die Entwicklung und Vermehrung von Bakterien befördern.

Ebenso können durch eine falsche Wischtechnik nach dem Stuhlgang oder beim Wechsel zwischen Anal- und Vaginalverkehr Bakterien aus dem Analbereich in die Vagina eindringen und sich dort vermehren. Unhygienische Sexualpraktiken mit beispielsweise Sexspielzeug können die ansteckenden Viren einer Scheidenentzündung ebenso übertragen oder auch Bakterien direkt in die Scheide befördern. Selten kommt auch eine genitale Schuppenflechte als Auslöser in Betracht.

Übertragbarkeit

Eine Scheidenentzündung kann beim Geschlechtsverkehr oder durch die Benutzung von Sexspielzeug übertragen werden. Auch Männer können dadurch Infektionen übertragen. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit ist dabei immer abhängig vom Erreger. Sollte es sich beispielsweise um eine bakterielle Scheidenentzündung handeln, so beträgt die Inkubationszeit vier bis sechs Tage.

Symptome einer Vaginitis/Scheidenentzündung

Die Symptome bei einer Vaginitis können sehr unterschiedlich sein. Circa 40 Prozent aller Patientinnen leiden bereits seit Monaten ohne bemerkenswerte Anzeichen unter der Scheidenentzündung. Alle Anzeichen, die auftreten können, beschränken sich ausschließlich auf den erkrankten Bereich. Je nachdem, welcher Krankheitserreger für die Entzündung verantwortlich ist, variieren die Symptome vom leichten Brennen bis hin zu Bläschen und vermehrtem Ausfluss.

Am häufigsten erfolgt der Infekt durch Bakterien. Hierbei wird die Patientin einen unangenehmen Intimgeruch feststellen, der eine leicht fischige Note hat. Bei einem starken, zum Teil krümeligen Ausfluss mit weiß-gelblicher Farbe und Juckreiz ist häufig ein Pilz-Erreger für die Infektion verantwortlich. Bei gelbem Ausfluss und einem starken Brennen der Scheide kann eine Infektion durch Parasiten vorliegen. Eine weitere Infektionsmöglichkeit bieten Herpesviren. Die Symptome ähneln einer herkömmlichen Herpesinfektion und die Erkrankte wird im Genitalbereich kleine Bläschen sehen können sowie sehr starke Schmerzen spüren.

Je nach Verlauf und Schwere der Erkrankung können weitere Symptome wie beispielsweise Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz, dauerhaft brennende Schmerzen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und sogar Blutungen auftreten. Ebenso kann der Ausfluss eitrig aussehen oder eine schäumende Konsistenz aufweisen. Bei längerem unbemerkten Krankheitsverlauf können sich die Erreger, Keime und Bakterien weiter auf den äußeren primären Organen ausbreiten. Dort verursachen sie diffuse und fleckenförmige Rötungen, leicht blutende und flache Geschwüre und kleine Knötchen.

Scheidenentzündung bei jungen Mädchen

Auch bei jungen Mädchen vor der Geschlechtsreife kann es zu einer Scheidenentzündung kommen. Grund hierfür ist der noch nicht vollständig ausgeprägte Schutzmechanismus der Scheide. Im Gegensatz zum Erwachsenenalter ist das Scheidenmilieu einer noch nicht geschlechtsreifen Frau weniger sauer, da sie weniger Östrogen produziert. Folglich können sich in diesem Scheidenmilieu manche Pilze und Bakterien ungehindert verbreiten und somit eine Infektion der Scheide auslösen. Eine solche Scheidenentzündung wird von Ärzten auch als “Vulvovaginitis infantum” bezeichnet. Ein weiterer häufiger Grund für eine bakterielle Vaginitis bei Kindern ist eine Schmierinfektion durch den Analbereich sowie auch Harnwegsinfekte und Fremdkörper in der Vagina.

Scheidenentzündung während der Wechseljahre

Frauen im höheren Alter oder während der Wechseljahre produzieren im Allgemeinen weniger Hormone, was sich wiederrum auf die weiblichen Organe auswirkt. So kommt es häufig vor, dass Frauen vor allem während der Wechseljahre besonders anfällig für Scheidenentzündungen sind. Durch den Östrogenmangel baut der Schutzmechanismus in der Scheide ab und Bakterien können sich ungehindert vermehren. Ärzte sprechen bei dieser Form der Scheidenentzündung von einer atropischen Kolpitis. Die Behandlung erfolgt häufig durch die lokale Anwendung von Östrogen.

Wie wird eine Vaginitis diagnostiziert?

Um herauszufinden, ob es sich bei den Symptomen tatsächlich um eine Scheidenentzündung handelt und welche Ursachen sie hat, wird die Frauenärztin zunächst mit einem Wattestäbchen eine Probe des Scheidensekrets entnehmen. Mikroskopisch wird es anschließend auf Erreger untersucht. Hier kann auch bereits unterschieden werden, ob es die Ursache der Entzündung bakterieller, infektiöser oder auch parasitischer Herkunft ist. Darüber hinaus wird ein pH-Test vorgenommen, um den genauen pH-Wert der Scheide zu ermitteln und um andere Ursachen auszuschließen. Ein gesunder pH-Wert sollte bei einer Frau regulär zwischen 0,4 und 4,4 liegen. Sollte der Wert der Erkrankten stark davon abweichen, kann die Scheidenentzündung auch aufgrund einer Mangelerscheinung (von beispielsweise Milchsäurebakterien) entstanden sein.

Häufig kann eine Vaginitis jedoch auch schon optisch festgestellt werden. Experte für diesen Bereich ist der Hautfacharzt Dr. Benjamin Durani. Bei online-hautarzt.net können Sie direkt Fotos und Informationen des Hautproblems direkt an die Praxis Dres. Durani schicken, um eine professionelle Ersteinschätzung und einen entsprechenden Therapievorschlag zu bekommen. So können Sie häufig bereits den Gang zum Arzt sparen oder sich gegebenenfalls auch eine unabhängige Zweitmeinung einholen.

Behandlung der Scheidenentzündung

Entsprechend der unterschiedlichen Erreger gibt es zur Behandlung der Vaginitis auch verschiedene Medikamente. Eine bakterielle Scheidenentzündung wird häufig mit abgestimmten Antibiotika behandelt. Bei Infektionen, die auf einen Pilzerreger zurückzuführen sind, wird ein sogenanntes “Antimykotika” – eine Form Antipilzmittel – angewendet. Hier werden häufig die Wirkstoffe Clotrimazol oder auch Miconazol eingesetzt. Sollte die Vaginitis aufgrund von Einzellern oder Viren entstanden sein, werden vorwiegend antiseptische Medikamente mit dem Wirkstoff Metronidazol eingesetzt. Alternativ können auch lokale Therapien angewendet werden, bei denen Antiseptika zum Einsatz kommen und sowohl Bakterien als auch Pilze abtöten.

Die Medikamente werden selten in Tablettenform ausgegeben, um den Körper zu schonen. Vielmehr kommen bei einer Scheidenentzündung lokal anzuwendende Medikamente wie zum Beispiel Cremen oder Zäpfchen zum Einsatz.

Wiederherstellung des natürlichen Scheidenmilieus

Ziel der erfolgreichen Therapie ist es grundsätzlich, dass natürliche Scheidenmilieu wiederherzustellen. Dazu gehört neben der Bekämpfung des Erregers auch, eine entsprechende Nachbehandlung sicherzustellen. Nach der Behandlung kann es vorkommen, dass das Scheidenmilieu erneut aufgrund von Medikamenten und Maßnahmen irritiert ist. Hier empfehlen behandelnde Ärzte häufig probiotische Tampons. Die mit Milchsäurebakterien angereicherten Tampons können den pH-Wert der Vagina wieder normalisieren und damit ein erneutes Erkranken verhindern. Eine wissenschaftliche Belegstudie zur Wirksamkeit dieses Mittels liegt jedoch bislang nicht vor. Probiotische Tampons können gewöhnlicherweise in der Apotheke oder auch in Drogeriemarkten erworben werden. Sollte ein gravierender Östrogenmangel vorliegen, können entsprechende Ärzte ergänzend Östrogene verschreiben, die direkt in der Scheide angewendet werden.

Während der gesamten Krankheitsdauer sollte auf alles, was die natürliche Scheidenflora stören könnte, verzichtet werden. Dazu zählt unter anderem Geschlechtsverkehr, Intimschmuck, Tampons und auch intensive Intimreinigungen sowie Scheidenspülungen.

Vorbeugen einer Vaginitis: Was Sie im Alltag beachten sollten!

Zahlreiche Risikofaktoren können das Entstehen einer Vaginitis begünstigen. Hierzu gehören unter anderem Mangelerscheinungen, genetische Veranlagungen, Operationen, Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, häufiger Partnerwechsel sowie übertriebene Körperhygiene.

Frauenärzte empfehlen zur Vorbeugung einer Scheidenentzündung vor allem, übertriebene Hygienemaßnahmen im Intimbereich zu vermeiden. Bei Benutzung von Scheidenduschen, Spülungen oder auch speziellen Lotionen wird die Zahl der nützlichen Milchsäurebakterien in der Scheide reduziert. Bakterien können sich dann schneller vermehren und verbreiten. Darüber hinaus wird empfohlen, auf Slip-Einlagen, Binden und Intimfeuchttücher mit Zusätzen wie beispielsweise Aloe vera zu verzichten. Verschiedene Duftstoffe und zusätzliche Feuchtigkeitsmittel können allergische Reaktionen auslösen und damit nachhaltig die Scheidenflora schädigen. Ebenso raten Gynäkologen von Intimpiercings und zu enger Unterwäsche ab. Beides kann zu Reibungen und erneuten Irritationen der empfindlichen Haut führen und eine Infektion damit begünstigen. Auch Badeanzüge und Bikinis können durch feucht-warme Umgebung ein Entstehen und Verbreiten schädlicher Erreger bevorteilen und sollten daher nicht über längere Zeit im nassen Zustand getragen werden.

Frauen, die häufiger zu einer Infektion im Scheidenbereich neigen, sollten zudem beim Geschlechtsverkehr mit Kondom verhüten. So kann das Risiko, Krankheitserreger in die Scheide einzuführen, verringert werden. Darüber hinaus schützen sie vor einer Übertragung anderer krankmachender Bakterien.

Besondere Präventionsmaßnahmen

Behandelnde Ärzte empfehlen Frauen, die besonders zu Scheidenentzündungen neigen, eine entsprechende Impfung. Dabei werden sogenannte Lactobazillen in den Blutkreislauf injiziert, sodass die Betroffene entsprechende Antikörper gegen eine erneute Erkrankung aufbauen kann. Die Kosten einer solchen Impfung müssen durch die Patientin selbst getragen werden und belaufen sich auf circa 65 Euro. Die Wirksamkeit der Impfung kann bislang noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Für Frauen, die auf natürliche Weise einer erneuten Erkrankung des Scheidenmilieus vorbeugen möchten, können im Reformhaus Badezusätze mit Moor erwerben. Laut Naturheilärzten fördern die natürlichen Eigenschaften des Moors die Widerstandsfähigkeit, Durchblutung und den Aufbau des Scheidenmilieus. Hierfür wird der Badezusatz im entsprechenden Mischverhältnis zum normalen Bad hinzugegeben. Die Badezeit sollte nach der Zugabe maximal 20 Minuten dauern.

Durch eine regelmäßige Kontrolle beim entsprechenden Facharzt, durch Eigenkontrolle oder auch durch eine Einschätzung der Hautarztpraxis Dres. Durani via hautarzt-online.net kann eine Erkrankung bereits im Anfangsstadium erkannt und ohne weitere Verschlimmerung behandelt werden. Um die Übertragung auf andere Personen oder Ausbreitung auf äußere Geschlechtsorgane zu vermeiden, sind regelmäßige Sichtungen und Kontrollen unabdingbar. Um selbst herauszufinden, ob der pH-Wert der Scheide im normalen Bereich liegt, können in der Apotheke außerdem auch Teststreifen erworben werden.

Prognosen

Die Prognosen für die Behandlung entsprechender Viren ist bei korrekter Einschätzung sehr gut. Bei unzureichenden therapeutischen Maßnahmen oder langem unbemerkten Krankheitsverlauf kann es zu einer Gebärmutterhalsentzündung, Gebärmutterschleimhautentzündung oder auch einer Eileiter- und Eierstockentzündung kommen. Bei Letzterem können sich die Eileiter chronisch entzünden und verkleben und eine Unfruchtbarkeit hervorrufen. Besonders gefährdet sind vor allem schwangere Frauen. Bei einer Scheidenentzündung während der Schwangerschaft ist eine schnelle Behandlung notwendig, um eine Frühgeburt oder weitere Infektionen der Mutter oder des Kindes zu vermeiden.

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