Aktinische Keratose – Aussehen, Behandlung & Prävention

Die aktinische Keratose ist eine Hautkrebs-Frühform und zeichnet sich durch bösartige Zellveränderungen in der obersten Hautschicht aus. Wachsen die Krebszellen von dort in die Lederhaut hinein, liegt ein spinozelluläres Karzinom vor. Dieses muss in den meisten Fällen operativ entfernt werden. Erstes Gebot bei der aktinischen Keratose ist ein maximal frühzeitiger Behandlungsbeginn. Im Anfangsstadium lässt sich diese Hauterkrankung auf schonende Weise therapieren. Eine Online-Diagnose und Therapieempfehlung durch Hautärzte aus Heidelberg ist über unseren Online-Hautarzt-Dienst möglich. 

Bild: Aktinische Keratosen auf dem Handrücken einer alten Dame.

↓ Was ist eine aktinische Keratose?
Ursachen
↓ Diagnose
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Was ist eine Aktinische Keratose?

Aktinische Keratosen stellen sich auf der Haut als rötliche bis bräunliche Flecken und Hornablagerungen mit schuppiger, rauer Oberfläche dar. Die aktinische Keratose besitzt in der Regel einen Durchmesser zwischen fünf und zehn Millimetern. Im fortgeschrittenen Stadium dieser Hautkrankheit können die Keratosen flächig zusammenwachsen. Das Phänomen wird als Feldkanzerisierung bezeichnet (abgeleitet von cancer, dem lateinischen Wort für Krebs). Die aktinische Keratose tritt bevorzugt an besonders sonnenexponierten Hautflächen auf. Dazu zählen die Handrücken, die Ohrmuscheln, das Gesicht und vor allem die unbehaarte Kopfhaut männlicher Patienten. Schmerzhafte Beschwerden verursacht die aktinische Keratose so gut wie nie. Dr. Hendrike Durani, Dermatologin in Heidelberg, rät dennoch zu einem raschen Hautarztkontakt: “Hartnäckige Hautveränderungen sollten immer dem Dermatologen vorgestellt werden. Im Fall einer früh erkannten aktinischen Keratose kann mit einfachen Mitteln schnell Abhilfe geschaffen werden. Je weiter der Krankheitsfortschritt, desto aufwändiger die Therapie.”

Ursachen

Für die aktinische Keratose sind mehrere Ursachen und Risikofaktoren bekannt:

  • chronische Hautbelastung durch UV-Licht
  • heller Hauttyp
  • fortgeschrittenes Lebensalter
  • erbliche Vorbelastungen
  • Teerprodukte (beispielsweise im Tabakrauch)
  • Dauergaben von immunsuppresiven (das Immunsystem unterdrückenden) Medikamenten

Hauptursache: UV-Strahlung

Die aktinische Keratose wird auch solare Keratose genannt. Diese Bezeichnung weist auf den Hauptverursacher der Hauterkrankung hin: das UV-Licht. Bei starker Exposition oder hoher Empfindlichkeit verändert es die Erbsubstanz der Hautzellen und schwächt die Immunabwehr gegen Krebszellen. Nicht die Summe der Sonnenbrände löst die aktinische Keratose aus – ausschlaggebend für die Zellveränderungen ist die Summe kleiner Lichtschäden. Dr. Hendrike Durani: “Die Haut vergisst nichts. Darum tritt die aktinische Keratose meistens im Alter auf. Die kleinen Hautverletzungen durchs Sonnenlicht summieren sich, bis die Zellen ihre Regenerationskraft verloren haben.”

Häufigkeit

Aktinische Keratosen zählen zu den häufigen Hauterkrankungen. Besonders oft werden sie bei älteren Männern diagnostiziert. Das steht im Zusammenhang mit der UV-Licht-Exposition der Kopfhaut aufgrund schütteren oder fehlenden Haarwuchses. Gleichzeitig arbeiten Männer häufiger als Frauen im Freien. In England sind 18 Prozent der über siebzigjährigen Frauen von der aktinischen Keratose betroffen. Unter den englischen Männern der gleichen Altersgruppe leiden 34 Prozent unter der Hauterkrankung. In Mitteleuropa ist bei durchschnittlich 15 Prozent aller über Vierzigjährigen eine aktinische Keratose diagnostiziert worden. Für Deutschland liegen noch keine belastbaren Zahlen vor. 

Diagnose

Hartnäckige Hautveränderungen gehören unter die Augen eines Hautarztes. Nur der Hautarzt besitzt das Fachwissen und die Erfahrung, um ein Hautbild auf chronische krankhafte Veränderungen beurteilen zu können. Besteht der Verdacht auf eine aktinische Keratose, klärt er in einem eingehenden Befundgespräch erbliche Hautkrebs-Vorbelastungen, Berufstätigkeit und Freizeitgewohnheiten des Patienten ab. Sodann verschafft er sich mit bloßem Auge einen Eindruck der Kopf-/Hals-Region, der Handrücken und der Unterarme. Dr. Hendrike Durani kennt das Prozedere aus zahllosen dermatologischen Untersuchungen: “Besonders kleine umgrenzte aktinische Keratosen sind dem Tastbefund zugänglicher als dem Sichtbefund. Verdächtige Stellen werden mit dem Auflichtmikroskop inspiziert.” Im Zweifelsfall hilft die feingewebliche Untersuchung weiter. Oftmals reicht aber bereits ein hochaufgelöstes Handyfoto für erfahrene Hautfachärzte aus, um die Diagnose sicher zu stellen oder auszuschließen. Ist der Befund auch nach der Untersuchung noch unklar, wird eine Gewebeprobe ausgestanzt. Mit einem scharfen Löffel, der Kürette, oder einem Skalpell schabt der Hautarzt die Oberfläche bereits stark ausgeprägter aktinischer Keratosen ab. Dieses Verfahren dient dabei sowohl dem Abtrag der Hautveränderung und der Gewinnung von Material für die Gewebsuntersuchung. 

Therapien 

Die Heilungsverfahren für die aktinische Keratose sind zahlreich. Sie können einzeln oder kombiniert angewandt werden, in der Praxis des Hautarztes oder vom Patienten in Selbstbehandlung. Allgemein gilt eine flächige (feldgerichtete) Behandlung als langfristig erfolgversprechend. Dr. Hendrike Durani: “Die feldgerichtete Therapie erfasst neben den augenscheinlichen aktinischen Keratosen auch solche, die noch im Verborgenen liegen. Damit wirkt sie nachhaltiger.” Die Wahl der Therapieform hängt aber von mehreren Faktoren ab. Ausschlaggebend sind das Erkrankungsstadium, der Allgemeinzustand des Patienten sowie die persönlichen Erfahrungen des Dermatologen mit den einzelnen Behandlungsansätzen und die Wünsche des Patienten. Oft ziehen jüngere Erkrankte, die noch im Berufsleben stehen, eine effiziente invasive Therapie vor, während ältere Menschen die zeitaufwändigere, aber sanftere Selbstbehandlung daheim präferieren. Die Therapieverfahren müssen in einem ausführlichen Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patient in ihren Vor- und Nachteilen gegeneinander abgewogen werden. 

 

Überblick über die gängigsten Therapiemethoden

  • Kürettage: In diesem Wort steckt die Kürette, ein scharfkantiger Löffel, mit dem der Hautarzt die Oberfläche vereinzelter aktinischer Keratosen abträgt. Dies geschieht in örtlicher Betäubung
  • Kryotherapie: Ebenfalls eine stark wirksame zerstörende Therapie gegen die vereinzelte aktinische Keratose. Dieses Verfahren bedarf keiner örtlichen Betäubung. Der Hautarzt sprüht flüssigen Stickstoff auf die Hautkrebs-Frühformen und lässt sie für einige Sekunden tiefgefrieren. Als Nebenwirkungen treten Blasen und schorfige/nässende Hautverletzungen auf 
  • Therapie mit ätzenden Flüssigkeiten: Weniger ausgeprägte aktinische Keratosen werden mit ätzenden Lösungen betupft. Die Behandlungsart hat den Vorzug milderer Nebenwirkungen als beim Einsatz von Stickstoff
  • Lasertherapie: Ein ablativer (abtragender) Laser kommt gegen einzelne aktinische Keratosen zum Einsatz. Bei einer Feldkanzerisierung (flächigen Hautschädigung) wird er zum großzügigen Hautabtrag verwendet
  • Photodynamische Therapie: Die photodynamische Therapie (PDT) zählt zu den feldgerichteten (großflächigen) Verfahren. Sie besteht aus einer Kombination aus Creme- oder Gelauftrag und Lichtbehandlung. Die PDT erfolgt einmalig. Besteht ein Nachbehandlungsbedarf, wird sie nach drei Monaten wiederholt
  • Retinoide und Diclofenac: Diese Präparate werden als Salbe, Gel oder Creme in der Selbstbehandlung aufgetragen. Sie schonen die gesunde Haut und wirken großflächig. Allerdings muss der Patient etwas Geduld mitbringen, denn die Therapie dauert mehrere Monate
  • Imiquimod: Ein Wirkstoff gegen die aktinische Keratose, der ebenfalls als Creme aufgetragen wird. Er stimuliert die lokale Immunabwehr: an den erkrankten Hautstellen entstehen Entzündungen, die auch Krebszellen außerhalb der sichtbaren Keratosen angreifen. Die reinigende Entzündung (Rötung, Schuppung, Verkrustung) klingt nach einigen Wochen ab. Sie greift nicht die gesunde Haut an
  • 5-Fluoruracil: Ein Wirkstoff, der die Zellteilung hemmt und starke Entzündungen an den betroffenen Hautdefekten verursacht. Diese Entzündungen brauchen mehrere Wochen, bis sie verheilt sind. Viele Patienten tolerieren diese Behandlungsform wegen der schmerzhaften Begleiterscheinungen nicht. Alternativ kann 5-Fluoruracil in niedrigerer Dosierung kombiniert mit Salizylsäure verabreicht werden, um die Entzündungsreaktionen zu dämpfen
  • Ingenolmebutat: Ingenolmebutat ist eine pflanzliche Substanz, die aus der Wolfsmilch gewonnen wird. Das Präparat trägt der Patient als Gel auf. Die Behandlungsdauer ist kurz: zwei Tage an den Extremitäten, drei Tage auf der Kopfhaut und im Gesicht

Wichtig: Die Klärung der Kostenfrage gehört ins Beratungsgespräch mit dem Hautarzt. Denn nicht alle vorgestellten Therapieformen gegen die aktinische Keratose werden von der Krankenkasse übernommen. 

Vorbeugung und Schutz

Das beste Mittel gegen eine Krankheit ist ihre Vorbeugung. Die aktinische Keratose steht als Hautkrebs-Frühform eng im Zusammenhang mit der UV-Licht-Exposition. Generell gilt: Im Sommer ist die direkte Sonneneinstrahlung zwischen 11.00 und 15.00 Uhr zu meiden. Die Dermatologin Dr. Hendrike Durani warnt: “Ausgiebige Sonnenbäder und Solariumsbesuche machen das Konto der tolerierbaren Sonnenlichteinstrahlung schnell voll.” Für Reisen in südliche Länder und lange Aufenthalte am Strand empfiehlt sie eine leichte, den ganzen Körper schützende Kleidung und einen Sonnenhut. Besonders gefährdete Personen und solche, bei denen die aktinische Keratose bereits aufgetreten ist, benötigen Sonnencremes mit UV-B-Lichtschutzfaktor 50+ und zusätzlichem guten UV-A-Strahlungsschutz. Diese Sonnencreme sollte auch bei bewölktem Himmel und im Winter getragen werden. 

Hinweis:
Der vorliegende Artikel dient zur allgemeinen Orientierung über die aktinische Keratose. Er kann keinesfalls Anlass zur Selbstbehandlung sein oder einen Besuch beim erfahrenen Hautarzt ersetzen. Unsere Expertin Dr. Hendrike Durani steht für weiterführende persönliche Fragen in unserem Online-Hautarzt-Dienst  zur Verfügung.

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