Dyshidrotisches Handekzem – Symptome und Behandlung

Juckende Bläschen an Handflächen und Fingerseiten sind die typischen Symptome dieser Hauterkrankung. Ein dyshidrotisches Handekzem kann durch unterschiedliche Faktoren verursacht werden kann. Die Heilungschancen sind sehr gut, bedürfen aber einer genauen Diagnostik. Eine Online-Einschätzung und Therapieempfehlung durch Hautfachärzte aus Heidelberg ist über unseren Online-Hautarzt-Dienst möglich. 

Bild: Juckende Hände mit vielen Blasen und kleinen Bläßchen sind typische Symptome bei dyshidrotischem Handekzem.

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Dyshidrotisches Handekzem – was ist genau darunter zu verstehen?

Es ist lästig, wenn sich diese für ein dyshidrotisches Handekzem typischen kleinen Bläschen auf den Handflächen oder Fingerseiten bilden: Der Juckreiz ist unangenehm, die Bläschen können sich öffnen und somit eine Infektion begünstigen – ein fataler Kreislauf beginnt. Je mehr Sie kratzen, desto mehr Bläschen entstehen, die wiederum den Juckreiz verstärken. Bislang sind die Ursachen nicht vollständig identifiziert, was die Behandlung umso schwieriger macht. Offensichtlich gibt es Zusammenhänge zwischen verschiedenen Substanzen und Medikamenten einerseits sowie Bakterien, Viren, Pilzen und vor allem psychischen Aspekten andererseits. Ein dyshidrotisches Handekzem muss deswegen individuell behandelt werden, wie Dr. Titus Brinker, Dermatologe aus Heidelberg, ausführt – hier die wichtigsten Punkte zu dieser Hauterkrankung.

Ein dyshidrotisches Ekzem tritt als dermatologische Erkrankung bevorzugt an den Handflächen und Fingerseiten in Form von kleinen Bläschen auf. Als spezifische Variante des Ekzems wird dieses Krankheitsbild den entzündlichen Hauterkrankungen zugerechnet und auch als Dyshidrose, dishydrosiformes Ekzem oder Pompholyx bezeichnet. Typisch sind zwei Varianten:

  •  Dyshidrosis lamellosa sicca

    Die Haut verändert sich nur wenig, die akute Phase ist kurz. Die Bläschen trocknen eigenständig aus und bleiben als leere Hüllen zurück, die sich dann ausgetrocknet allmählich in Form von Schuppen ablösen, sobald neue Hautzellen nachgewachsen sind.

  •  Cheiropompholyx oder Podopompholyx

    Die Bläschen fallen größer aus und können ineinander übergehen, sodass sich die Angriffsfläche für eventuelle Infektionen deutlich vergrößert.

Ursachen vielfältig: Dyshidrotisches Handekzem als entzündliche Hauterkrankung

Die ursprüngliche und namensgebende Annahme, dass das dyshidrotische Handekzem auf eine Fehlfunktion der Schweißdrüsen zurückgeht, ist zwischenzeitlich überholt – die Bezeichnung, die sich als “schlechter Schweiß” übersetzen lässt, ist jedoch geblieben. Auch wenn diese Herleitung nun ausgeschlossen werden kann, ist es nach wie vor unklar, wo die Gründe für diese Hauterkrankung konkret liegen. In der Fachliteratur wird der Zusammenhang mit einigen Medikamenten und verschiedenen Substanzen, Pilzen und Bakterien diskutiert. Wahrscheinlich spielen psychische Faktoren, in erster Linie Stress, eine wichtige Rolle. Festgestellt wurde jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei mit Kontaktallergien oder Atopie vorbelasteten Menschen im Vergleich höher ist. Die Abgrenzung ist naturgemäß schwer, denn die genannten Hauterkrankungen weisen ein ähnliches Erscheinungsbild wie ein dyshidrotisches Handekzem auf. Deswegen ist hier eine Differentialdiagnostik erforderlich.

Die wesentlichen Symptome

Typisch für ein dyshidrotisches Handekzem ist der Juckreiz an den relevanten Hautstellen: Unter der Haut bilden sich kleine, mit einer farblos bis gelblichen Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die Spannung im darüber liegenden Gewebe verursachen. Die umgebende Haut ist gerötet, kann sich im Laufe der Zeit verdicken und zur Schuppenbildung neigen. Die sich im Krankheitsverlauf ausbildende ledrige Hautoberfläche ist trocken und wenig elastisch, sie neigt zu schmerzhaften Rissen, die durchaus bluten können. Allerdings heilen diese Rhagaden in der Regel ab, ohne dass Narben zurückbleiben. Erschwerend für den Heilungsprozess ist die Tatsache, dass die betroffenen Hautstellen permanent in Bewegung sind. Werden die Stellen nicht mit Salben behandelt, kann es immer wieder zu Einrissen kommen.

Die detaillierte Diagnose

In der Regel reicht die Untersuchung des äußeren Erscheinungsbildes dieser Hautkrankheit aus, um ein dyshidrotisches Handekzem festzustellen. Allerdings sollte die Abgrenzung zu allergischen Reaktionen erfolgen, denn diese können vergleichbare Symptome hervorrufen. Deshalb wird ein Dermatologe üblicherweise einen Test auf Kontaktallergien durchführen: Per Pflaster- oder Läppchentest werden die gängigen Allergene auf die Haut aufgetragen und abgedeckt. Anhand der Reaktion nach 48, 72 oder im Bedarfsfall auch 96 Stunden kann der Diagnostiker ablesen, ob die Haut auf ein bestimmtes Allergen anspricht. Alternativ wird die Atopie berücksichtigt, denn auch das atopische Ekzem ähnelt dem dyshidrotischen.

Fließen die ausgebildeten Bläschen im Verlauf zusammen, wofür der Fachbegriff “Konfluieren” steht, vergrößert sich das Infektionsrisiko. Insbesondere Viren und Pilze können über die durch Bewegungen oder beim Kratzen aufgeplatzten Bläschen ins Gewebe eindringen und für Komplikationen sorgen. Als besonders anfällig erweisen sich in der Regel zwei Formen des dyshidrotischen Handekzems, nämlich Cheiropompholyx und Podopompholyx.

Mögliche Komplikationen bei einem diyshidrotischen Handekzem

Der durch die Blasenbildung ausgelöste Juckreiz ist ohnehin unangenehm, vor allem wenn die betroffene Haut verstärkt schwitzt, wie es bei einem dyshidrotischen Handekzem immer wieder vorkommt. Der Juckreiz wird noch intensiver, geben die Betroffenen dem starken Kratzdrang nach, die Bläschen können platzen und nässen. Schon vor diesem Hintergrund wird klar, dass die Lebensqualität durch diese Hauterkrankung beeinträchtigt wird. Darüber hinaus schränkt die Veränderung der Haut, insbesondere die Neigung zum schmerzhaften Aufreißen, die Aktivitäten deutlich ein. Umso wichtiger ist eine gezielte Behandlung mit Cremes und Salben, die den Betroffenen in der Regel schnell Linderung bringen und die Wahrscheinlichkeit von weiteren Komplikation reduzieren.

Wichtig zu wissen:

Sobald Sie einen übermäßigen Juckreiz an relevanten Hautstellen verspüren, sollten Sie einen Allgemeinarzt konsultieren. Bilden sich bereits die typischen Bläschen aus, ist am besten vom Spezialisten abzuklären, ob es sich um ein dyshidrotisches Ekzem handelt. Der wird dann auch die Behandlung festlegen, da zunächst die eventuell auftretenden Rötungen und Rissbildungen beobachtet werden. Sobald es zu Blutungen und in der Folge zu Infektionen kommt, informieren Sie bitte den Arzt.

Sollten Sie unter einer Kontaktallergie oder unter Atopie leiden, steigt die ebenso Wahrscheinlichkeit, dass sich ein dyshidrotisches Ekzem ausbildet, wie bei der Einnahme bestimmter chemischer Substanzen oder Medikamente. Auch wenn Sie übermäßigem Stress ausgesetzt sind, wird diese Erkrankung begünstigt. Treten die Symptome auf, ziehen Sie bitte Ihren Arzt zu Rate und lassen die Hauterkrankung sicher abklären. Sie werden mit einigen Arztbesuchen rechnen müssen, da insbesondere Allergologen einzuschalten sind. Liegt bereits eine Entzündung vor, wenden Sie sich bitte direkt an einen Dermatologen und im Ernstfall auch an den ärztlichen Notdienst.

Die Möglichkeiten der Therapie

Ein dyshidrotisches Handekzem wird regelmäßig äußerlich mit Cremes, Salben oder Lotionen behandelt. In erster Linie kommen Präparate mit Glukokortikoiden, die zu den Kortikosteroiden zählen, zum Einsatz. Dieser Wirkstoff hemmt die Entzündungsreaktionen und sorgt für eine angenehme Linderung der Beschwerden, sollte allerdings nur über einen kürzeren Zeitraum eingesetzt werden. Die Nebenwirkungen sind nämlich bei regelmäßiger und langfristiger Anwendung nicht von der Hand zu weisen.

Alternativ können auch Kapseln mit 9-cis-Retinsäure (Alitretinoin) verordnet werden, sollte die Glukokortikoid-Therapie nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Darüber hinaus trocknen Gerbstoffe die Bläschen aus, als Entzündungshemmer empfiehlt sich außerdem Zinksalbe. Um die Gefahr von Komplikation durch Infektionen einzudämmen, sind einige hygienische Maßnahmen angeraten. Allerdings ist hier das richtige Maß individuell zu ermitteln, denn zu häufiges Händewaschen, Desinfizieren und das Tragen von Handschuhen können sich kontraproduktiv erweisen. Die Behandlung wird demnach von Dermatologen anhand der konkreten Befindlichkeiten abgestimmt und möglichst auf eine konkrete Ursache zugeschnitten.

Die Prognose

Auch wenn die Ursachen für ein dyshidrotisches Handekzem nicht zweifelsfrei feststehen, lassen sich doch die Auslöser recht gut therapieren – die Prognose ist also gut. Wichtig ist, die in Frage kommenden Risikofaktoren detailliert zu ermitteln und in der Folge zu meiden. Die entzündungshemmenden Medikamente können die Beschwerden gut lindern, was die weitere Behandlung erleichtert. Der Dermatologe wird einen Behandlungsplan erstellen, der die individuellen Beschwerden aufgreift und berücksichtigt. Mit den geeigneten Hygienemaßnahmen können Sie direkt Einfluss auf die Symptome nehmen und die Heilung unterstützen.

Schwieriger wird es, wenn die Auslöser psychosomatischer Natur sind. In diesem Fall kann eine Heilung durchaus mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Wird die Erkrankung saisonal ausgelöst, erleben Patienten zwischendurch vollständig beschwerdefreie Phasen, allerdings kann das Ekzem immer wieder und jederzeit ausbrechen. Dann gilt es, gemeinsam mit dem Spezialisten die geeigneten Hautpflegeprodukte auszuwählen und Stress zu vermeiden.

Wichtig zu wissen:

Sobald Sie dem wirklich lästigen Juckreiz nachgeben, verschlechtern sich die Chancen auf Linderung. Gleichzeitig droht die Infektion, die bis zur lebensgefährlichen Blutvergiftung führen kann, da Krankheitserreger eindringen können. Im Bedarfsfall können Sie Antihistamine als Tropfen in der Apotheke erwerben und abends dick Zinksalbe auf den Hautstellen auftragen. Tragen Sie in diesem Fall am besten spezielle Baumwollhandschuhe, sodass die Salbe einwirken kann. Als Alternative können Sie auch einfach eine Baumwollsocke über die eingecremte Hand ziehen.

Nachsorge bei dyshidrotischem Ekzem nur bedingt möglich

Naturgemäß sind zunächst Diagnose und Behandlung durch einen Spezialisten wichtig, um einen Heilungserfolg zu erzielen. Fakt ist, eine Selbstheilung ist nicht möglich, um die Konsultation eines Arztes kommen Sie nicht herum. Auch die Möglichkeiten der Nachsorge sind beschränkt. Im Prinzip können Sie nur darauf achten, dass Sie Infektionen vermeiden, indem sie beispielsweise Ihre Hygienestandards bedarfsgerecht anpassen. In der Regel reicht jedoch häufiges Waschen schon aus, allerdings sind individuellen Erfordernisse durchaus verschieden.

Sollte eine Medikamenteneinnahme erforderlich sein, achten Sie bitte auf Regelmäßigkeit und richtige Dosierung, um eine nachhaltige Linderung Ihrer Beschwerden zu erreichen. Verzeichnen Sie Nebenwirkungen, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf. Ein eigenständiges Absetzen der Medikamente ist nicht angeraten. Von den Einschränkungen im Alltag abgesehen haben Sie in der Regel keine weiteren Beeinträchtigungen zu befürchten – auch nicht in Bezug auf die Lebenserwartung.

Wichtig zu wissen:

Da die Ursachen für ein dyshidrotisches Handekzem nach wie vor nicht geklärt sind, können Sie die Diagnostik unterstützen: Führen Sie ein Tagebuch, um eventuelle Zusammenhänge zwischen Aktivitäten, Lebensmitteln, Medikamenten und Lebenssituation einerseits und Krankheitsschüben andererseits erkennbar zu machen. So können beispielsweise bestimmte Stresssituationen relevant sein, denen Sie künftig mit den geeigneten Entspannungstechniken begegnen können. Ebenso wichtig ist Ihre Ernährung, denn auch eine Lebensmittelallergie kann zum Ausbruch des dyshidrotischen Handekzems beitragen.

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