Granuloma Anulare – Symptome, Ursachen, Verlauf & Behandlung

Sie bemerken auf ihrer Haut kleine Knötchen, verspüren aber weder Schmerzen, noch Juckreiz? Die Ursache dafür könnte die Hautkrankheit Granuloma anulare sein. In diesem Fachartikel erfahren Sie Wissenswertes über Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden dieser an sich harmlosen Hauterkrankung.

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Ursachen
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Was versteht man unter Granuloma anulare?

Granuloma anulare (lat. “granulum” = “Körnchen”, “anulare” = “ringförmig”) zählt zu den nicht ansteckenden, entzündlichen Hauterkrankungen. Charakteristisch sind die kleinen, ringförmig angeordneten, rötlichen Hautknötchen sowie ein sich zentrifugal ausbreitender Hautausschlag. Die Symptome können an mehreren Stellen des Körpers gleichzeitig auftreten, der Patient bleibt dabei grundsätzlich beschwerdefrei. Auch der mit einer Hauterkrankung oft einhergehende Juckreiz tritt nur in seltenen Fällen auf. Die Ursache dieser dermatologischen Erkrankung, welche vorwiegend bei Kindern und Frauen auftritt, ist bis jetzt unklar. Berichte über ein inter-familiäres Auftreten lassen jedoch auf eine Vererbbarkeit der Erkrankung schließen. Granuloma annulare befällt in der Regel die Oberseite der Füße sowie die Rückseite der Hände, kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten. Hautknötchen und Ausschlag bleiben oft über einen Zeitraum von mehreren Wochen bestehen und bilden sich sodann vollständig und meist narbenfrei zurück. Nimmt die Erkrankung jedoch einen chronischen Verlauf, verschwinden die Symptome mitunter erst nach geraumer Zeit und können auch Jahre später wieder auftreten. 

Ursachen

Granuloma anulare stellt eine Hautkrankheit dar, die mit einem flächendeckenden Ausschlag sowie kreisförmigen blass-rötlichen Hautknötchen auf Händen, Armen und Füßen einhergeht. Da die Erkrankung weitgehend harmlos und der Patient im Prinzip schmerzfrei ist, scheint eine Behandlung allenfalls unter ästhetischen Gesichtspunkten sinnvoll. Wiewohl bis jetzt keine eindeutigen Auslöser für das Hautleiden ermittelt werden konnten, stellten in der Vergangenheit einige Untersuchungen einen Zusammenhang mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und diversen Erkrankungen der Schilddrüse her. Neuere Studien widerlegen dies allerdings und identifizieren Stress als Hauptverursacher dieser Hauterkrankung. Unbestritten ist, dass jene mit dem Krankheitsverlauf einhergehende Hautveränderung auf körperinternen Entzündungsherden in Form sogenannter Granulome (Körnchen) beruht. 

Diagnose

Wie wird Granuloma anulare diagnostiziert? Bei normaler Ausprägung der Erkrankung stellt ein Facharzt für Dermatologie die Diagnose durch Untersuchung der Haut, oder eines Fotos der Haut mit dem bloßem Auge. Dabei prüft er den Ausschlag sowie damit zusammenhängende Hautveränderungen, um mögliche andere Hauterkrankungen auszuschließen. Sind die Hautknötchenweniger charakteristisch ausgebildet, wird die Erkrankung Granuloma anulare durch die Untersuchung einer mikroskopisch kleinen Hautprobe nachgewiesen. So können Verwechslungen mit anderen Krankheiten, etwa mit einer Ringworm-Infektion, die ein ähnliches Verlaufsmuster aufweist, ausgeschlossen werden. Auch wird der Arzt mit Hilfe einer Blutuntersuchung sicherstellen, dass keine Diabetes-mellitus-Erkrankung vorliegt. Ist die Diagnose Granuloma anulare gestellt, wird mit dem Patienten über mögliche Behandlungswege gesprochen werden. Denn die Hautkrankheit ist zwar nicht gesundheitsbedrohend, wird aber mitunter als unästhetisch und unhygienisch empfunden. 

Symptome

In der Nähe befallener Hautstellen entstehen neben kleinen gelblichen Beulen auch millimetergroße Hautknötchen, die sogenannten Papeln. Deren Struktur ist stark akzentuiert, sie sind von rötlicher bis rosa Farbe und verfügen über eine glatte Oberfläche. Im typischen Verlauf der Erkrankung breiten sich die Hautknötchen zur Seite hin aus und bilden einen Ring von mehreren Zentimetern Durchmesser. Noch während sich dieser stetig vergrößert, beginnt die Entzündung im Zentrum des Ringes bereits abzuheilen. Die Struktur der Ringe ist dabei unterschiedlich. So sind manche Ringe einzeln angeordnet, während bei anderen Patienten mehrere nebeneinander liegende Ringpartien entstehen. Betroffen sind meist Fuß- und Handrücken, einzelne Finger- und Zehenglieder sowie Fuß- und Handgelenke. Innere Organe werden dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen. Bei Erwachsenen treten mitunter an den Extremitäten und am Oberkörper verstreut positionierte Hautknötchen auf. Diese breiten sich meist zur Seite hin aus, bilden aber nur selten ringförmige Gebilde. Diese Form der Krankheit wird als “Granuloma anulare disseminatum” bezeichnet. 

Granuloma anulare nach erfolgter Kryotherapie (ausbleibende Heilung)

Granuloma anulare nach erfolgter Kryotherapie am Handrücken

 

Behandlung

Grundsätzlich ist aufgrund der Harmlosigkeit dieser Hautkrankheit die medizinische Notwendigkeit einer Therapie nicht gegeben. Die mit der Erkrankung einhergehenden Hautknötchen sowie die leichten Hautrötungen beeinträchtigen allerdings das Erscheinungsbild der Betroffenen und werden mitunter als unhygienisch empfunden. Berücksichtigt man zusätzlich die Tatsache, dass die Symptome von Granuloma anulare bei Erwachsenen nur selten von alleine verschwinden, erscheinen therapeutische Ansätze gerechtfertigt. Dabei hängen Art und Intensität ärztlicher Interventionen hauptsächlich davon ab, in welchem Zustand sich die Haut des Patienten befindet und wie weit sich der Ausschlag auf der Haut ausgebreitet hat. Sollte eine bakterielle Infektion befallener Hautstellen festgestellt werden, so ist diese Situation mit der Gabe von Antibiotika medizinisch gut beherrschbar. Bei Kindern stellt sich allerdings sehr wohl die Sinnfrage einer eventuellen Behandlung. Denn die kleinen Patienten fühlen sich in der Regel kaum beeinträchtigt, ferner ist gegenüber Erwachsenen mit einem besseren Heilungsverlauf zu rechnen. So bilden sich die Hautknötchen bei Kindern im Regelfall nach maximal zwei Jahren narbenfrei zurück. 

Therapie nur unter hautärztlichen Augen

Zu jeder Form der Therapie von Granuloma anulare sollte stets ein niedergelassener Facharzt beigezogen werden, von einer Eigenbehandlung zu Hause ist generell abzuraten. In der Regel verordnet der Arzt zunächst eine Behandlung mit Kortison-Präparaten (Glukokortikoiden) oder anderen entzündungshemmenden Wirkstoffen in Form von in Apotheken gegen Rezept erhältlicher Cremes oder Salben. Wird eine Verstärkung des medizinischen Effekts angestrebt oder ist dies erforderlich, kann der Wirkstoff im Rahmen einer okklusiven Therapie (Verschlusstherapie) auch unter speziellen Folienverbänden appliziert werden. Allerdings wird diese Behandlungsmethode bei einem chronischen Verlauf der Erkrankung auch bei längerer Fortführung nicht ausreichen, um Ausschlag und Hautknötchen dauerhaft zum Verschwinden zu bringen. Gleiches gilt auch für eine – für den Patienten schmerzhafte – Einspritzung von Glukokortikoid-Präparaten direkt in die Hautknötchen. 

Übersicht der Therapieformen

Akzeptablen Behandlungserfolg bei Granuloma anulare kann man sich grundsätzlich von folgenden Therapieformen versprechen: 

  • Kryotherapie
    Bei diesem Verfahren werden die befallenen Hautpartien mit flüssigem Stickstoff vereist. Dadurch wird die Ringstruktur unterbrochen, die Haut verjüngt sowie das Wachstum neuer Zellen angeregt. Allerdings ist auch diese Therapie auf unabsehbare Zeit in periodischen Abständen zu wiederholen. Nur dann kann von einer dauerhaften Rückbildung der Symptome von Granuloma anulare ausgegangen werden. 
  • Creme-PUVA-Therapie
    Bei dieser Behandlungsmethode wird zunächst auf die betroffenen Hautstellen eine Creme aufgetragen, welche eine Substanz namens “Methoxysporalen” enthält. Sodann wird für einige Minuten eine genau dosierte Bestrahlung der eingecremten Hautpartien mit ultraviolettem Licht (UVA-Strahlen) durchgeführt. Dabei bilden die entzündungshemmenden UVA-Strahlen mit der Methoxysporalen-Creme eine gegen Entzündungen hoch wirksame Kombination. Die Creme-PUVA-Therapie sollte über einige Monate hinweg drei- bis viermal in der Woche angewendet werden. Danach sollten sich die Hautknötchen vollständig zurückgebildet haben und der Ausschlag dauerhaft verschwunden sein.
  • Behandlung mit Steroid-Hormonen
    Sollte sich die Erkrankung bereits auf weite Bereiche des Körpers ausgedehnt haben, ist eine Behandlung mit Steroiden angezeigt. Diese ist in der Lage, den Verbreitungsgrad der Erkrankung entscheidend zu reduzieren. Werden dabei statt Injektionen starke, toxische Salben auf Steroid-Basis eingesetzt, kann darüber hinaus auch der Heilvorgang wirksam unterstützt werden.

Unabhängig von der Art der Behandlung ist es stets wichtig, diese nach einem Abklingen der Symptome noch einige Zeit fortzusetzen. Dadurch kann verhindert werden, dass im Körper eventuell verbliebene Entzündungsherde reaktiviert werden und Granuloma anulare erneut ausbricht. Spezialisten, wie Dr. Hendrike Durani, Dermatologin an der in Heidelberg, arbeiten an der laufenden Verbesserung der Prophylaxe- und Behandlungsmöglichkeiten dieser Hauterkrankung.

 

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