Akne – Ursachen, Symptome, Verlauf und Behandlung

Mit Beginn der Pubertät zeigen sich bei vielen Jugendlichen erste Pickel. Dies sind oft sind die ersten Anzeichen einer Akne. Doch wie entsteht Akne und wann ist ein Besuch beim Facharzt erforderlich? Und wie wird diese Hauterkrankung richtig behandelt? Diese und alle anderen für Aknepatienten wichtigen Fragen beantwortet unsere Experte Dr. Titus Brinker, Hautarzt an der Universitätsklinik Heidelberg.

Akne auf der Stirn eines 15-jährigen Jugendlichen

Was ist Akne?
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Wann spricht der Hautarzt von Akne?

Die ersten Akne-Symptome zeigen sich mit Beginn der Pubertät. Ab diesem Zeitpunkt bilden sich auf der bisher gesund wirkenden Haut erste Mitesser und Pickel. Dabei tritt Akne als hormonell bedingtes Krankheitsbild in verschiedensten Schweregraden und Formen auf. Oft begleitet sie junge Menschen über viele Jahre bis ins dritte Lebensjahrzehnt.

Allerdings betrifft diese lange Dauer der Erkrankung nur eine geringe Anzahl an Akne-Patienten. Denn in der Regel verläuft diese besondere Erkrankung der Haut in mild ausgeprägter Form über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren. Aber auch bei milderen Verlaufsformen empfiehlt unser Experte Dr. Titus Brinker eine konsequente Pflege der Haut. Dafür besonders geeignet sind hochwertige Pflegeprodukte aus der Apotheke.

Bei schwerem Verlauf kann Akne 5-20 Jahre dauern.

Anders ist die Situation bei schwer ausgeprägten Hautveränderungen. Ein zeitlicher Verlauf von fünf bis zwanzig Jahren ist in diesen Fällen keine Seltenheit. Hinzu kommen zahlreiche Pusteln und Knoten, die sich großflächig über Gesicht und Rücken verteilen. Diese Akneform neigt zu Entzündungen und verstärkter Narbenbildung. Um die Chancen auf eine optimale Abheilung die erhöhen, gehören diese Verlaufsformen unbedingt in die Hand erfahrener Dermatologen. Denn nur eine individuell auf diese Hauterkrankung abgestimmte Therapie, die über den gesamten Zeitraum konsequent durchgeführt wird, verspricht einen optimalen Heilungsverlauf. Eine weitere Nebenwirkung schwerer Akne ist die psychische Belastung für Jugendliche und junge Erwachsene. Eine begleitende psychologische Therapie ist oft empfehlenswert.

Sobald Mitesser oder Pusteln regelmäßig und in größerer Anzahl oder großflächig verteilt auftreten, empfiehlt unser Experte Dr. Titus Brinker den Kontakt zu einem Hautfacharzt. 

So entsteht Akne

Das hormonelle Ungleichgewicht im jugendlichen Organismus gilt als Auslöser für Akne. Denn es wirkt sich vor allem auf die Fett- und Hornzellenproduktion der Talgdrüsen aus. Dabei spielen vor allem männliche Sexualhormone, sogenannte Androgene, eine wichtige Rolle. Das Zusammenspiel verschiedener Faktoren löst schlussendlich die Hautveränderungen aus.

  •  Überfunktion der Talgdrüsen
  •  Gestörte Hornzellenproduktion im Talgdrüsengang
  •  Optimale Wachstumsbedingungen für Bakterien
  •  Entzündungsreaktionen auf Überbesiedlung durch Bakterien

Doch wie spielen diese Faktoren zusammen, um das Krankheitsbild in ihren verschiedenen Verlaufsformen auszulösen?

Überproduktion von Talg und Hornmaterial

An erster Stelle stehen androgene Sexualhormone. Sie beeinflussen mit Beginn der Pubertät die Talgdrüsen der Haut und deren Funktion, indem sie die feinen Talgdrüsen der Haut zur vermehrten Talgproduktion anregen. Solange der Abtransport des produzierten Talgs aus den Gängen der Talgdrüsen problemlos funktioniert, wirkt die Haut nur “fettiger”. Allerdings beeinflussen die männlichen Sexualhormone zusätzlich die Produktion von Hornmaterial, das den Talgdrüsen-Gang auskleidet. Diese Überproduktion aus Talg und Hornzellen verstopft die Talgdrüsen und ein ungehinderte Abtransport des produzierten Talgs ist nicht mehr möglich.

Es bilden sich die ersten Mitesser-Vorstufen, sogenannte Microcomedonen. Sie bilden die Grundlage für offene und geschlossene Mitesser sowie alle anderen typischen Hautveränderungen der Akne. Wird ein Mitesser ausgedrückt, entleert er sich in Form eines weißlichen dünnen Strangs aus Talg. Allerdings sollte auf das Ausdrücken unbedingt verzichtet werden, um Entzündungen zu vermeiden. In diesem Stadium sind spezielle und vom Dermatologen empfohlene Reinigungsmittel das Mittel der ersten Wahl.

Bakterien fördern entzündliche Prozesse

Auf der Gesichtshaut befinden sich zahlreiche Bakterien, die für die Hautgesundheit unverzichtbare Arbeit leisten. Allerdings gibt es ein Bakterium, das sich im Ausführungsgang einer Talgdrüse besonders wohl fühlt. Diese Bakterien der Gattung Propionibacterium acnes erhalten durch die überaktive Talgdrüse optimale Voraussetzungen für ihre schnelle Vermehrung. Mit ihren Enzymen zersetzen sie kontinuierlich den Talg und es wird immer schwieriger, ihn abzutransportieren. Die Talgdrüsen verstopfen und es bilden sich Entzündungen in Form von Pusteln und Hautknoten.

Symptome der Akne

Akne entsteht durch überaktive Talgdrüsen. Daher zeigen sich die typischen Veränderungen der Haut vor allem dort, wo sich eine große Anzahl dieser Drüsen befindet. Dies ist vor allem im Gesicht und am Oberkörper der Fall. Typische Symptome sind offene und geschlossene Mitesser, entzündete und mit Eiter gefüllte Pickel sowie schmerzempfindliche Papeln.

Differenzialdiagnose: Eine Entzündung der Haarbalgfolikel zeigt ähnliche Veränderungen der Haut wie Akne. Allerdings tritt diese Erkrankung im behaarten Bereich des Körpers auf. Dazu zählen bevorzugt der Achsel- und Genitalbereich sowie die Gesäß und Leistenregion.

Für eine zuverlässige Diagnose ist der Besuch eines erfahrenen Dermatologen unverzichtbar. Der Hautarzt untersucht die Haut mit größter Sorgfalt. Lautet der Befund Akne, erstellt er einen auf die Schwere der Hauterkrankung abgestimmten Behandlungsplan. Bei besonders schwerem Verlauf sind oft weitere Untersuchungen wie die Probeentnahmen aus dem Wundsekret der Pusteln oder eine Blutentnahme erforderlich.

Die verschiedenen Formen der Akne

Die in der Pubertät typische Acne vulgaris zeigt sich durch unterschiedliche Hautveränderungen. Diese Veränderungen definieren das Krankheitsbild und werden einer bestimmten Akneform zugeordnet. Allerdings ist, abhängig vom Krankheitsbild, ein fließender Übergang möglich.

Acne comedonica

Diese Akneform betrifft vor allem die Gesichtshaut. Typische Haut-Veränderungen sind offene und geschlossene Mitesser, wobei entzündliche Prozesse selten auftreten. Die Acne comedonica zeigt sich vorwiegend seitlich der Nase, am Kinn und an der Stirn auf.

Acne papulo-pustulosa

Die Acne papulo-pustulosa breitet sich über das Gesicht und zusätzlich über den Oberkörper aus. Neben Mitessern zeigen sich entzündliche und mit Eiter gefüllte Pickel sowie berührungsempfindliche Papeln. Diese erreichen eine Größe von bis zu fünf Millimetern. Weitere Veränderungen der Haut sind bis zu zehn Millimeter große Knötchen. Durch die entzündlichen Prozesse kommt es oft zur Narbenbildung.

Acne conglobata

Bei der Acne conglobate handelt es sich um eine sehr schwere Verlaufsform. Sie betrifft bevorzugt Männer und zeigt als typische Symptome schmerzhafte und hoch entzündliche Knoten. Oft kapseln sich die Entzündungen ab und es bilden sich Abszesse. Diese schwere Verlaufsform der Hauterkrankung ist mit einer ausgeprägten Narbenbildung verbunden.

Allerdings gibt es noch andere Formen der Akne. Sie treten oft unabhängig vom Alter auf oder stellen eine Komplikation einer bestehenden Acne vulgaris-Form dar.

Acne fulminans

Hier handelt es sich um eine Komplikation der Acne conglobata. Mögliche Symptome wie Fieber, Nieren- oder Gelenkentzündungen begleiten diesen besonders schweren Verlauf. Von der Akne befallene Hautbereiche können in besonders dramatischen Verläufen absterben.

Acne neonatorum

Eine schnell abheilende Neugeborenen-Akne; sie wird durch männliche Sexualhormone, die die Mutter auf das Kind überträgt, ausgelöst.

Acne medicamentosa

Wird durch Medikamente verursacht.

Acne venenata, auch als Berufs- oder Kontakt-Akne bekannt

Auslöser sind bestimmte berufliche Umwelteinflüsse oder Inhaltsstoffe von Kosmetika.


Akne richtig behandeln

Eine zielgerichtete und auf die Schwere der Hauterkrankung abgestimmte Therapie ist unverzichtbar für den optimalen Behandlungserfolg. Daher reicht die Auswahl an Möglichkeiten von konsequent durchgeführten Pflegemaßnahmen mit speziellen und vom Dermatologen empfohlenen Produkten bis zur intensiven medikamentösen Behandlung. Der regelmäßige Besuch bei einer medizinisch ausgebildeten Fachkosmetikerin ist ebenfalls Teil eines erfolgreichen Behandlungsplans.

Auf keinen Fall dürfen betroffene Patienten die Pickel selbst ausdrücken, da sich dadurch das Risiko von Entzündungen und Narbenbildung erhöht. Das gilt vor allem im oberen Gesichtsbereich. So verlaufen oberhalb der Oberlippe zahlreiche Verbindungen zwischen Gefäßen und Lymphbahnen. Sobald sich in diesem Bereich eine Entzündung entwickelt, können die Erreger bis ins Gehirn vordringen.

Ernährung als Einflussfaktor

Viele Patienten beobachten einen ungünstigen Einfluss bestimmter Nahrungsmittel auf die bestehenden Hauterscheinungen. In diesem Fall unterstützt das Vermeidungsprinzip die Behandlung. So stehen schnell aufgeschlüsselte Kohlehydrate, wie sie in weißem Mehl enthalten sind, oder gesättigte Fettsäuren aus Margarinen und anderen gehärteten Fetten unter besonderem Verdacht.

Allerdings ist die Liste jener Nahrungsmittel, die sich auf das Hautbild positiv oder negativ auswirken, immer vom Patienten abhängig. In der Regel gilt: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf die Haut aus.

Akne-Haut erfordert besondere Pflege

Die Pflege der betroffenen Hautstellen erfolgt konsequent und ausschließlich mit dafür speziell entwickelten Produkten. Allerdings reicht die Reinigung mit pH-neutralen Seifen und Waschlotionen einmal täglich aus, um das natürliche Hautmilieu aufrecht zu erhalten. Fettfreie Pflegecremes und Kosmetika ergänzen die Basispflege der Haut.

Besonders wichtig sind ein ausreichender fettfreier Sonnenschutz sowie der Verzicht auf den Besuch im Solarium. Denn vor allem die UVA-Strahlung der Sonne und von Bräunungsgeräten wirkt sich negativ auf die von der Hauterkrankung gestresste Haut auf.

Medikamentöse Therapie-Formen

Vor allem bei schweren Verlaufsformen ist die medikamentöse Therapie die Behandlung der ersten Wahl. Hier unterscheidet der Dermatologe zwischen äußerlichen Therapien sowie der systemischen Therapie.

Bei der äußerlichen Therapie verordnet der Arzt Cremes und Lösungen mit verschiedensten Wirkstoffen. Sie sollen Entzündungen sowie die Ausbreitung der Akne zu verhindern.

  • Bakterienabtötende Wirkstoffe wie Benzoylperoxid.
  • Antibiotisch wirkende Cremes.
  • Vitamin A-Säure-Präparate (Retinoide) sowie Azelainsäure reduzieren die Verhornung der Talgdrüsen-Ausführungsgänge und wirken entzündungshemmend.
  • Fruchtsäuren wie Alpha-Hydroxysäuren zeigen eine erweiternde Wirkung auf die Ausführungsgänge der Talgdrüsen.

Die systemische Therapie setzt auf den Einsatz von innerlich angewandten Wirkstoffen. Dazu gehören alle Medikamente, die der Patient einnimmt. Dabei kommen drei Wirkstoff-Gruppen zum Einsatz.

Hormone

Für Frauen wirkt sich die Einnahme der Antibabypille durch den anti-männlichen Hormoneffekt häufig positiv auf die Akneaus. Allerdings ist hier Geduld wichtig. Denn die ersten Ergebnisse zeigen oft erst ein halbes Jahr nach Beginn der Therapie. Lokal wirkende Wirkstoffe unterstützen die Hormontherapien.

Antibiotika bekämpfen die Entzündung von innen und werden ebenfalls mit lokal angewendeten Wirkstoffen kombiniert.

Retinoide

Retinoide sind die dritte Wirkstoffgruppe. Sie kommt ausschließlich bei Akne in schwer ausgeprägter Verlaufsform zum Einsatz. Denn diese Therapieform weist bestimmte Nebenwirkungen auf, über die der behandelnde Arzt im Vorfeld aufklärt. Da sich Retinoide auf Ungeborene negativ auswirken, muss während der Zeit der Einnahme dieser Medikamente und drei Monate darüber hinaus eine Schwangerschaft zuverlässig verhindert werden.

Keine der genannten Therapie darf ohne ausführliche Beratung durch einen Arzt und medizinische Betreuung durchgeführt werden. Unser Experte, Dr. Titus Brinker, Dermatologe in Heidelberg, unterstützt Akne-Patienten bei der optimalen Behandlung einer bestehenden Akne.

Wenn Akne Narben hinterlässt

Vor allem schwere Verlaufsformen hinterlassen oft unschöne und den Patienten psychisch stark belastende Narben. Denn obwohl eine professionelle Akne-Therapie immer das Ziel hat, die Narbenbildung weitestgehend zu verhindern, hängt die Ausprägung der Narben von der Schwere des Verlaufs ab.

Sind bereits Narben sichtbar, bieten sich stark deckenden Make-ups an. Aber auch operative Methoden oder spezielle Säure-Peelings stehen zur Auswahl. Kombiniert mit Kälteanwendungen bringen Kortikoid-Kollagen-Injektionen gute Erfolge. Dies ist nur ein Auszug der aktuellen Methoden, wie die moderne Medizin Patienten mit starker Narbenbildung hilft.

Welche Methode für welchen Patienten konkret geeignet ist, entscheidet immer der behandelnde oder ein speziell auf die Narbenbildung spezialisierter Arzt.

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