Altersflecken – Aussehen, Ursachen und Entfernung

Auf Handrücken und Unterarmen, selbst im Gesicht und auf dem Dekolleté – ab einem gewissen Alter machen sich die sogenannten Altersflecken breit. Sie sind vielleicht lästig, aber vollkommen harmlos. Die Abgrenzung zu Hautkrebs ist jedoch wichtig.

↓ Was sind Altersflecken?
Was sind die Ursachen? 
↓ ENTSTEHT DARAUS Hautkrebs?
↓ AUFTRETEN
↓ Entfernung
↓ Altersflecken vorbeugen

Was sind Altersflecken?

An all den Hautstellen, die regelmäßig der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, können sie als hell- bis dunkelbraune Flecken auftreten: Altersflecken können winzig bleiben, aber eben auch Ausmaße von mehreren Zentimetern annehmen. Auch ihre Form variiert, die Flecken können sowohl rund oder oval als auch unregelmäßig ausfallen, sind aber immer begrenzt. Ganz ärgerlich: Verblassen Sommersprossen in der kalten Jahreszeit, bleibt die Färbung der Altersflecken auch dann weitestgehend erhalten. Frau Dr. Hendrike Durani, Dermatologin aus Heidelberg und Teil unseres Online-Hautarzt-Befundungsteams, hat die wichtigsten Informationen zum Thema Altersflecken zusammengestellt.

Altersflecken: Worum handelt es sich dabei genau?

Altersflecken sind harmlose, gutartige Pigmentstörungen der Haut, die bevorzugt bei Personen ab 40 auftreten, aber auch bei Jüngeren vorkommen können. Der Fachbegriff lautet Lentigines seniles oder Lentigines solares. Sie bilden sich in erster Linie an den Hautstellen, die regelmäßig der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Dazu tragen die Melanozyten, in der Oberhautbefindliche Zellen, bei, die das braune Farbpigment Melanin bilden und an andere Zellen zur Einlagerung weiterreichen. So steigt die Konzentration des in der Oberhaut befindlichen Melanins steigt bei Einwirkung von UV-Licht, wobei es unerheblich ist, ob es sich um die Sonne oder ein Solarium als Quelle handelt. Bleibt die Einstrahlung über längere Zeit aus, nimmt die Pigment-Konzentration wieder ab, die Hautbräunung verblasst.

Dieser Effekt ist wichtig, denn Melanin schirmt die tieferen Hautschichten gegen die schädlichen Folgen der UV-Strahlen ab und schützt somit die DNA und damit das Erbgut der Zellen. Die Menge der Melanin-Produktion hängt von der Intensität und Dauer der UV-Einwirkung ab, aber eben auch von den genetischen Anlagen: Je höher der Pigment-Gehalt der Haut ist, desto dunkler färbt sie sich, was wiederum einen besseren Schutz vor den gefährlichen UV-Strahlen zur Folge hat. Hellhäutige Menschen sind demnach weniger gut geschützt. Und doch ist mit dem Sonnenbaden sorgsam umzugehen, so schön gebräunte Haut auch aussehen mag: Sonne ist Stress für die Haut, oft genug reagiert sie mit einem Sonnenbrand – und damit einem akuten Lichtschaden.

Ursache UV-Strahlen: Altersflecken als chronische Lichtschäden 

Ist die Haut über viele Jahre hinweg den UV-Strahlen ausgesetzt, kann die Haut durchaus auch chronische Lichtschäden davon tragen – wie beispielsweise Altersflecken. Sie bilden sich aus, weil in der Oberhaut im Laufe der Zeit unregelmäßige Verdickungen entstehen, in denen sich größere Mengen Melanin einlagern können. Als Folgen der UV-Einstrahlung kann sich jedoch auch weißer oder schwarzer Hautkrebs entwickeln und das ist weit weniger harmlos als diese Altersflecken.

Immer noch ungeklärt ist hingegen, warum Altersflecken immer nur vereinzelt auftreten, auch wenn größere Hautflächen einer UV-Bestrahlung ausgesetzt sind. Um einen chronischen Lichtschaden zu erleiden, muss die Haut keinen akuten Sonnenbrand ausbilden. Die Haut verfügt über eine Memory-Funktion, jede UV-Einwirkung wird wie in einem Konto gespeichert, sodass sich im Laufe der Jahre der UV-Kontostand erhöht. Je mehr Einstrahlung, desto drastischer die Folgen. Die Bandbreite reicht von trockener, faltiger Haut über Altersflecken und Alterswaren, auch als seborrhoische Warze oder Verruca seborrhoica bezeichnet, bis hin zu Hautkrebs.

Wichtiger Hinweis:
Grundsätzlich kann jede UV-Bestrahlung die DNA schädigen: Repariert der Körper diese Defekte nicht richtig, drohen die Zellen zu entarten, was sich auf lange Sicht zu Hautkrebs entwickeln kann.

Kann sich aus Altersflecken Hautkrebs entwickeln?

Bislang lassen sich dazu keine Zusammenhänge nachweisen. Und doch sollten Altersflecken begutachtet werden: Manchmal können sie nämlich der Lentigo maligna, einer Variante des schwarzen Hautkrebses, ähnlich sehen. Selbst Verwechslungen mit der aktinischen Keratose, also einer frühen Form des weißen Hautkrebses, sind möglich, wenn die eingelagerten Melanin-Pigmente für eine irreführende bräunliche Verfärbung sorgen. Umso wichtiger ist es, jegliche neu auftretende Hautveränderung von einem Facharzt abklären zu lassen.

Bei welchem Personenkreis treten Altersflecken bevorzugt auf?

Grundsätzlich neigen ältere Menschen zu Altersflecken, wobei die Wahrscheinlichkeit mit der Intensität und Häufigkeit der UV-Bestrahlung steigt. So steigt ab einem Alter von 40 Jahren die Häufigkeit, über 60-Jährigen sind fast alle betroffen. Der Grund liegt auf der Hand: Der UV-Kontostand ist allein schon wegen der Lebensjahre auf das erforderliche Maß gestiegen. Und doch können auch Jüngere betroffen sein, vor allem, wenn sie helle Haut haben. Diese reagiert nämlich empfindlicher auf Licht. Weitere Risikofaktoren wie Alkohol- oder Nikotingenuss, können die Hautalterung ebenso negativ beeinflussen wie die genetische Veranlagung.

Wo treten Altersflecken auf?

Da in erster Linie UV-Strahlen für die Ausbildung von Altersflecken verantwortlich zeichnen, bilden sich die hell- bis dunkelbraunen Flecken bevorzugt an den direkter Bestrahlung ausgesetzten Stellen aus: an den Händen und Unterarmen, im Gesicht und auf dem Dekolleté. Sowohl die Farbe als auch die Form können variieren, in jedem Fall grenzen sich die Flecken scharf von der umgebenden Haut ab. Ob rund, oval oder unregelmäßig – Altersflecken verblassen auch im Winter nur unwesentlich.

Wichtiger Hinweis:
Um die Verwechslung von harmlosen Altersflecken mit gefährlichen Hautkrebsformen zu vermeiden, sollten Betroffene bei Veränderungen der Haut in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

Die detaillierte Diagnose

Grundsätzlich sind Altersflecken harmlos, sie gehören zu den normalen Hautalterungserscheinungen. Allerdings sollte der Dermatologe eine Hautveränderung untersuchen und eine zweifelsfreie Diagnose mit Hilfe der Dermatoskopie stellen. Dazu setzt er Halogenlicht ein, leuchtet die Hautstelle so optimal aus und begutachtet sie durch eine bestimmte Linse. Im Verdachtsfall entnimmt der Hautarzt im Rahmen einer Biopsie eine Gewebeprobe, die dann eindeutigen Aufschluss darüber gibt, ob es sich bei dem Fleck um einen Tumor handelt. Auch das Einsenden mehrerer hochaufgelöster Handyfotos über unseren Online-Hautarzt-Dienst ermöglicht erfahrenen Hautfachärzten eine erste Einschätzung.

Die Möglichkeiten der Entfernung

Eigentlich müssen Altersflecken nicht behandelt werden, da sie vollkommen harmlos sind. Allerdings können ästhetische Erwägungen eine Rolle spielen, sollten die Flecken sich als ausgesprochen störend erweisen. Zur Behandlung stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, allerdings haben alle Vor- und Nachteile, wie die erfahrene Heidelberger Dermatologin Dr. Hendrike Durani aus ihrer Erfahrung zu berichten weiß. Hier ein Überblick:

  • Laserbehandlung

Die Lasertherapie gilt in der Behandlung von Altersflecken als effektiv. Im Prinzip wird der hochintensive Lichtstrahl des Lasers dazu eingesetzt, die Pigment-Ablagerungen in den oberen Hautschichten in kleinste Teile aufzuspalten. So werden Immunzellen aktiviert, die Haut entzündet sich und die Pigment-Teile werden abtransportiert.

Laserbehandlungen bei Altersflecken werden stark beworben

Laserbehandlungen bei Altersflecken werden stark beworben

Problem:
Die mit dem Laser behandelte Stelle kann für einige Tage wie bei einem Sonnenbrand brennen, aber eben auch anschwellen. Der Heilprozess dauert rund zwei Wochen. Sollte die Haut in der Entzündungsphase nach der Behandlung starken UV-Strahlen ausgesetzt sein, bilden sich in der Zeit der Wundheilung eventuell braune Pigmentflecke. Auf der anderen Seite kann eine zu starke Lasertherapie helle Flecken zur Folge haben, da nur noch zu wenig Pigmente vorhanden sind. Bei Bedarf können die Laserbehandlungen wiederholt werden. In jedem Fall sollte dazu ein erfahrener Dermatologe konsultiert werden.

  • Bleichende Cremes

Deutlich langwieriger gestaltet sich die Behandlung von Altersflecken mit Bleichcremes, die die betroffenen Hautstellen aufhellen oder die Neubildung von Pigmenten reduzieren sollen. Als Substanzen kommen beispielsweise Rucinol, Kojisäure, Hydrochinon oder der Extrakt aus Brunnenkresse in Frage, jedoch ist das Behandlungsergebnis nicht immer zufriedenstellend und braucht Zeit. Erste Effekte sind nämlich erst nach Wochen zu verzeichnen.

Problem:
Nicht jeder Mensch verträgt diese Bleichcremes, es können Hautrötungen und Reizungen auftreten. Außerdem dürfen diese Cremes nur auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, da sonst unerwünschte Aufhellungen und in der Folge eine ungleichmäßige Pigmentierung erreicht werden.

  • Peeling mit Säuren

Mit Hilfe chemischer Mitte – in erster Linie verschiedene Säuren – können die obersten Hautschichten abgelöst werden – die Haut schält sich und bildet die betroffenen Schichten neu aus. Dazu muss das chemische Peeling mitteltief ausgeführt werden, wozu vor allem höher konzentrierte Fruchtsäuren oder niedrig konzentrierte starke Säuren wie Trichloressigsäure (TCA) eingesetzt werden. Auch diese Therapie sollte ein erfahrener Dermatologe übernehmen. Wird nämlich eine solche Säure höher konzentriert eingesetzt, dringt sie durch die Oberhaut in die Lederhaut, wie es beispielsweise bei der Behandlung von Akne Narben oder Falten erforderlich ist.

Problem:
Sowohl ein mitteltiefes als auch ein tiefes Peeling führt zu starken Hautreizungen bis hin zu großen wunden Stellen, die an Schürfwunden erinnern. Der Heilprozess dauert mehrere Tage, bei einem tiefen chemischen Peeling sogar drei Wochen. In dieser Zeit kann sich die gereizte Haut infizieren, aber auch anschließend bleibt sie noch über einen längeren Zeitraum empfindlich. Umso wichtiger ist es, diese Therapie einem Spezialisten zu überlassen.

Wichtiger Hinweis:
Einige Gesichtscremes enthalten Fruchtsäuren, also Alphy Hydroxy Acids oder AHA. Dabei handelt es sich um relativ schwache Säuren, die in einem solchen milden Peeling täglich verwendet werden können, sich aber nicht zur Behandlung von Altersflecken eignen. Sie lösen nur die auf der Oberfläche der Haut befindliche Hornschicht ab, gelangen jedoch nicht in die tieferen Schichten der Oberhaut – und damit nicht zu den Melanin-Pigmenten, die die Altersflecken bilden.

  • Kältetherapie und Dermabrasion

Beide Behandlungsformen fußen auf einem Grundprinzip, werden nur unterschiedlich ausgeführt: Die betroffenen Hautstellen müssen entfernt werden, damit sich neue Oberhaut ausbilden kann. Während bei der Dermabrasion die obersten Schichten unter örtlicher Betäubung mit einer Fräse abgetragen werden, stirbt die Oberfläche bei der Kryo- oder Kältetherapie wegen der Vereisung mit flüssigem Stickstoff ab. Nach der Blasenbildung erneuert sich die Oberhaut.

Problem:
Allerdings dauert die folgende Hautrötung mehrere Wochen an, es können außerdem Flecken und Narben zurückbleiben, sollten die Behandlungen zu stark wirken. Dr. Hendrike Durani empfiehlt deswegen weder die Dermabrasion noch die Kältetherapie, um Altersflecken zu behandeln.

Wichtiger Hinweis:
Nach einer Altersfleckenbehandlung sollte die Sonne gemieden werden – und das über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis hin zu drei Monaten. Die Haut wird nämlich in jedem Fall gereizt und neigt generell zu erneuter Einlagerung von Melanin-Pigmenten, sollte sie der UV-Bestrahlung ausgesetzt sein. Selbst gängige Sonnenschutzmittel helfen nicht, denn die Empfänglichkeit reduziert sich nicht nur auf UVB-Licht, das auch für Sonnenbrände verantwortlich zeichnet, sondern auch für UVA-Licht. Das lässt sich nur mit sehr starken und speziellen Sonnencremes, die also einen Lichtschutzfaktor von 50 und mehr sowie einen UVA-Schutz aufweisen, abschirmen. Diese Sonnenschutzmittel sind mit einem besonderen Logo, ein Kreis mit dem Buchstaben UVA, gekennzeichnet. Sinnvoll ist es, die Behandlung der Altersflecken in der kalten Jahreszeit durchführen zu lassen.

Altersflecken: Vorbeugen ist besser als behandeln

Da die UV-Strahlung auf ungeschützte Haut die eindeutige Ursache für Altersflecken ist, kann nur ein gezielter und vor allem konsequenter Sonnenschutz vorbeugen oder die Entwicklung verzögern. Der positive Nebeneffekt: Damit reduziert sich auch das Hautkrebsrisiko.

Wichtiger Hinweis:

  • Um die Haut richtig vor UV-Strahlen schützen, sollten Sie schon eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad die Sonnencreme, die sowohl gegen UVB- als auch gegen UVA-Strahlen schützt, auftragen.
  • Der Lichtschutzfaktor sollte zum Hauttyp passen: Der Lichtschutzfaktor bezeichnet demnach die zu erzielende Verlängerung der Eigenschutzzeit der Haut. Die Eigenschutzzeit beschreibt die Zeitspanne, in der die Haut beim Aufenthalt in der Sonne einen Sonnenbrand ausbildet. Naturgemäß hängt diese Zeit vom jeweiligen Hauttyp ab.
  • Der Lichtschutzfaktor bezieht sich jedoch nur auf UVB-Strahlen, wobei sich die UVA-Strahlen ebenso wichtig für die Entwicklung von Falten, Altersflecken und Hautkrebs sind.
  • Sportliche Aktivitäten oder Schwimmen erfordern ein Nachcremen.
  • Zusätzlichen Schutz bieten Sonnenhut sowie hochgeschlossene, leichte Kleidung, die Arme und Dekolleté bedecken.
  • Tragen Sie auch eine Sonnenbrille, die UV-Schutz bietet.
  • Steht die Sonne am höchsten, also in Mitteleuropa in der Zeit von 11 bis 15 Uhr, sind die UV-Strahlen am stärksten – dann sollten Sie die Sonne ebenso meiden wie Solarien.

Wichtiger Hinweis:
Die hier zusammengefassten Informationen sind nur allgemeiner Natur und eignen sich weder zur Selbstdiagnose noch zur Selbsthandlung. Die Konsultation eines Spezialisten ist immer angeraten, sobald sich die Haut verändert, dies ist auch online von zuhause aus möglich.

/ 5. Anzahl: