Infantile seborrhoische Dermatitis: Symptome und Therapie

Die infantile seborrhoische Dermatitis, auch als seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Säuglingsdermatitis bezeichnet, ist eine kurz nach der Geburt auftretende Hauterkrankung, welche bevorzugt in der Scheitelregion, im Gesicht, am Hals und im Brustbereich auftritt. Charakteristisch für die infantile seborrhoische Dermatitis sind fettige, gelbe Schuppenkrusten mit geringer Rötung der Haut. Als Ursache für die Erkrankung wird eine Überfunktion der Talgdrüsen vermutet.

Bild: Infantile seborrhoische Dermatitis auf dem Kopf eines zweijährigen Säuglings.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung der infantile seborrhoische Dermatitis sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Am wahrscheinlichsten ist eine Überfunktion der Talgdrüsen in den entsprechenden Körperregionen und einer anschließenden Besiedlung durch Hefepilze. Die führt dann zu den typischen Symptomen wie Rötung und Schuppung. Schwitzen, atmungsinaktive Kleidung und häufiges Benutzen von fettigen Hautpflegeprodukten begünstigt eine Verstärkung der Symptome. Die infantile seborrhoische Dermatitis tritt bei etwa 2-5% der Säuglinge in Deutschland auf und ist damit eine häufige Hauterkrankung. Es kommt meist innerhalb der ersten drei Lebensmonate zum Auftreten der ersten Symptome, was eine Abgrenzung zum sogenannten Milchschorf erlaubt, welcher ein erstes Zeichen für eine Neurodermitis ist und meist erst nach dem dritten Lebensmonat auftritt.

Symptome der infantilen seborrhoischen Dermatitis

Die infantile seborrhoische Dermatitis äußert sich typischerweise in Form von fettigen, gelblichen, fest haftenden Schuppenkrusten, meist in der Scheitelregion. Diese stellen sind oft umgeben von einem entzündlichen roten Saum. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Ausbreitung auf Gesicht, Hals, und Körperfalten kommen.  Als Komplikation ist eine Entwicklung einer Erythrodermia desquamativa möglich, was eine Rötung und Schuppung des ganzen Körpers beschreibt. In einigen Fällen wird die Hauterkrankung von Juckreiz begleitet, wodurch nach Aufkratzen der Stellen eine Infektion durch Bakterien oder Viren entstehen kann. Der Krankheitsverlauf ist geprägt von abwechselnder Besserung und Verschlechterung der Beschwerden.

Was kann ich selber dagegen tun?

Zunächst kann man einige Risikofaktoren für das Entstehen der infantilen seborrhoischen Dermatitis vermeiden. So sollte man auf eine häufige Benutzung von fetthaltigen Cremes und Salben beim Kind verzichten und einen Hitzestau, zum Beispiel durch atmungsinaktive Kleidung, vermeiden. Sinnvoll ist es zudem, die Schuppenkrusten über Nacht mit Olivenöl aufzuweichen und am Folgetag mit Shampoo auszuwaschen, wodurch man die Schuppung eindämmen kann. Das Kind sollte außerdem daran gehindert werden, die betroffenen Stellen aufzukratzen, um Bakterien und anderen Erregern keine Eintrittspforte in den Körper zu bieten und eine Infektion zu verhindern.

Sollte ich einen Hautarzt kontaktieren?

Normalerweise ist die infantile seborrhoische Dermatitis keine schwere Hauterkrankung. In den meisten Fällen heilt sie nach einigen Monaten ohne Bildung von Narben und ohne Behandlungsmaßnahmen von alleine aus. Oft kommt es auch durch die weiter oben beschriebenen selbst ergriffenen Maßnahmen zu einer Besserung der Beschwerden. Hält die Erkrankung längere Zeit an, verschlechtert sich oder kommt es zu einer Infektion durch das Aufkratzen der Stellen, ist es ratsam einen Hautarzt aufzusuchen. Über unsere Startseite können Sie das Krankheitsbild zunächst von einem Hautfacharzt aus Heidelberg online einschätzen lassen.

Therapie der infantilen seborrhoischen Dermatitis

Bewährt haben sich Gerbstoffe zur Beruhigung des Hautzustandes. Nässende Beugen und Falten können mit abtrocknenden Pasten behandelt werden. Um die Besiedelung mit Hefepilzen zu bekämpfen, kommen zum Teil lokale Anti-Pilz-Mittel (Antimykotika) zum Einsatz. Verwendbare Wirkstoffe sind Nystatin oder Ciclopirox in Form von Cremes oder Shampoos. Mit Shampoos oder Ölen, welche Salicylsäure enthalten, können die verhornten, schuppenden Hautschichten abgelöst werden. Die Anwendung von Salicylsäure bei Säuglingen und Kindern im Allgemeinen muss jedoch extrem vorsichtig und nur nach genauer Anleitung durch den Dermatologen erfolgen, weil es zu schweren Nebenwirkungen kommen kann. Bei schweren entzündlichen Verläufen der Hautkrankheit kann es ratsam sein, kurzfristig lokal Kortison anzuwenden, um die Entzündungsreaktion zu vermindern.

Quellen:

https://www.enzyklopaedie-dermatologie.de/

Duale Reihe Dermatologie, 8.Auflage, Ingrid Moll

Medizinisch zweitbegutachtet von Dr. med. Wiebke Sondermann