Nummuläre Dermatitis – Ursachen, Symptome und Therapie

Wenn die Haut juckt, wird dies meistens von den Betroffenen noch nicht als eine direkte Bedrohung der Gesundheit angesehen. In vielen Fällen stimmt diese Einschätzung und der Juckreiz lässt auch schnell wieder nach. Manchmal geht der Juckreiz jedoch einher mit Hautrötungen, Ausschlag oder Entzündungen. Ein Beispiel hierfür stellt die nummuläre Dermatitis dar. Hierbei handelt es sich um einen meist juckenden und dabei langanhaltenden Hautausschlag. Typisch für die nummuläre Dermatitis sind von münzförmigen Läsionen geprägte Entzündungen, die winzige Bläschen, Schuppen oder Krusten aufweisen. Dr. Titus Brinker, Dermatologe aus Heidelberg, klärt als unser Experte die wichtigsten Fragen zu diesem langanhaltenden Hautausschlag.

Bild: Rücken mit typischen Hautveränderungen einer ausgeprägten Form einer nummulären Dermatitis.

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Was genau ist eine nummuläre Dermatitis?

Bei einer nummulären Dermatitis handelt es sich um ein polyäthologisches Krankheitsbild. Im Allgemeinen wird eine Erkrankung dieser Art als eine juckende, disseminierte, therapieresistente, zumeist chronisch oder aber chronisch wiederkehrend (rezidivierend) verlaufende Ekzemkrankheit definiert. Dabei bilden sich auf der Haut exsudative (also Flüssigkeiten absondernde), ovale (nummuläre) oder auch kreisförmige Plaques, die sich vom Erscheinungsbild her krustig oder schuppig und häufig randbetont zeigen. Betroffene leiden oftmals generell unter einer besonderen Bereitschaft zu bestimmten krankhaften Reaktionen in Form einer atopischen oder psoriatischen Diathese.

In der Medizin beschreibt eine solche Diathese die Neigung eines Menschen zu einem bestimmten Symptom oder einer bestimmten Krankheit. Im Gegensatz zur so bezeichneten Disposition beziehen sich Diathesen begrifflich ausschließlich auf ein spezifisches Organsystem. In einigen Fällen weisen die Patienten auch eine Kombination aus der atopischen und der psioriatischen Diathese auf. So weisen sie zum Beispiel Merkmale einer mykotischen oder einer bakteriellen Infektion der Haut auf. Erfahrungsgemäß kann die nummuläre Dermatitis manchmal auch in Verbindung mit einer venösen Stauungsdermatitis auftreten.

Zur Erklärung – Diathesen können in diesen Formen vorliegen:

  • Als atopische Diathese: Der Betroffene hat eine genetisch bedingte Neigung zur Atopie (unmittelbar einsetzende allergische Reaktion).
  •  Als allergische Diathese: Patienten neigen zu Allergien.
  • Als exsudative Diathese: Bei entzündlichen Hautkrankheiten dieser Art kommt es zu Absonderungen von Flüssigkeiten, zur Bildung von Transsudaten oder zu einer erhöhten Blutdurchlässigkeit.
  • Als psoriatische Diathese: Geht einher mit zumeist stark ausgeprägtem Juckreiz.
  • Als angioneurotische Diathese: Betroffene neigen zu Störungen der Gefäßregulation.
  • Als hämorrhagische Diathese: Patienten neigen zu Blutungen.
  • Als thrombophile Diathese: Betroffene haben eine erhöhte Neigung, Blutgerinsel zu bilden.
  • Als uratische Diathese: Es liegt eine Neigung zu Gicht vor.

Wie entsteht eine nummuläre Dermatitis?

Die Ursache bzw. der Ursprung der nummulären Dermatitis ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Grundsätzlich kann eine Hautkrankheit dieser Art ohne ersichtlichen Grund ausbrechen und auch wieder verschwinden.Mediziner und Forscher diskutieren diesbezüglich folgende Ursachen als Möglichkeit für die Entstehung der nummulären Dermatitis:

  • Folgen einer überlagernden Kontaktallergie.
  • Ausgelöst durch die intrinsische Form eines atopischen Ekzems (hier: Atopische Dermatitis).
  • Ausgelöst von einer Psoriatischen Diathese.
  • Entwickelt sich im Zusammenhang mit chronisch-venöser Insuffizienz (nur bei Erwachsenen).
  • Entsteht durch die mikrobielle Besiedlung der Haut in chronischer Form.
  • Ausgelöst durch eine vorhandene oder eine potentielle Infektion (hier: Fokusgeschehen).

Zudem ist die Möglichkeit gegeben, dass die nummuläre Dermatitis auch aufgrund einer einseitigen bzw. falschen Ernährung entsteht oder von Umwelteinflüssen, trockener Haut, Stress, Medikamenten wie zum Beispiel Isotretinon und Gold sowie von starkem Alkoholkonsum ausgelöst bzw. begünstigt wird.

Wen betrifft eine nummuläre Dermatitis?

Die Erfahrung zeigt, dass gerade Menschen im mittleren sowie vor allem auch im fortgeschrittenen Alter an der nummulären Dermatitis erkranken können. Dabei geht ein Ausbruch der Hautkrankheit in der Regel mit trockener Haut einher, wobei die Krankheit immer verstärkt in den Wintermonaten auftritt. Bekannt ist auch, dass sich bei Menschen dieser Altersklasse dermatophytide Reaktionen im Laufe der Zeit als eine nummuläre Dermatitis manifestieren kann.

Welche Symptome treten bei einer nummulären Dermatitis auf?

Meistens beginnen die entsprechenden Läsionen mit juckenden Flecken sowie mit Blasen und kleinen Bläschen bzw. Papeln. Nach einer kurzen Zeit nässen diese Läsionen (Störung oder Verletzung der Funktion eines Körperglieds oder eines Organs) dann, bevor sie schließlich verkrusten. Die scheibenförmigen Läsionen sind dabei zumeist pruritisch und haben einen Durchmesser von zwei bis zehn Zentimeter. Insgesamt leiden Betroffene im Laufe der Krankheit an bis zu 50 Läsionen. Im Hinblick auf die Lokalisierung ist ein generelles Schema nur schwer zu erkennen. Denn in der Regel tritt der Ausschlag weit verstreut auf. Allerdings sind Hautausschläge dieser Art verstärkt am Gesäß oder auch an den Streckseiten der Beine und Arme zu finden; in einigen Fällen befällt die nummuläre Dermatitis aber auch den Rumpf. Dabei wechseln Remissionen oft mit Exazerbationen ab, wobei neu entstehende Läsionen vorzugsweise genau an den Stellen auftreten, an denen der Ausschlag bereits wieder abgeheilt war.

Auf welcher Basis beruht die Diagnose einer nummulären Dermatitis?

Eine aussagekräftige Diagnose kann ausschließlich im Rahmen einer ärztlichen Behandlung erfolgen. Dabei stellt der behandelnde Arzt seine Diagnose anhand des klinischen Bildes. Wichtig ist diesbezüglich, dass der Arzt bei der Untersuchungen andere mögliche Hautkrankheiten respektive Ursachen ausschließt. Gerade Hautpilzinfektionen ähneln dem Erscheinungsbild der nummulären Dermatitis. Um eine solche Infektion auszuschließen, werden zumeist Tests auf Pilze und Bakterien durchgeführt.

Diese Therapiemöglichkeiten stehen bei einer nummulären Dermatitis zur Verfügung

Die Therapiemöglichkeiten müssen bei einer nummulären Dermatitis immer individuell betrachtet werden. Denn noch ist keine tatsächlich einheitlich wirkende bzw. wirksame Therapie bekannt. Für den Kampf gegen das Nässen und gegen Eiter setzen Ärzte dabei auf orale Antibiotika. Gerne verwendet werden diesbezüglich Dicloxacillin oder auch Cephalexin in Verbindung mit Wasser-Kompressen. Diagnostiziert der Arzt dagegen weniger entzündete Läsionen bzw. Hautausschläge wird häufig Tetracyclin verschrieben, da dieses Medikament eine förderliche Wirkung hat.

Kortikosteroid kommt vielfach zum Einsatz

Für die Therapie mit einer Salbe empfehlen sich insbesondere Kortikosteroid-Cremes oder -salben, die mehrmals täglich auf die Haut aufgetragen und einmassiert werden. Gute Resultate können auch – vorzugsweise in der Nacht – mit einem Okklusivverband erzielt werden. Wählen können Sie hierbei zum Beispiel zwischen einer mit Flurandrenolid getränkten bzw. imprägnierten Binde und einer Kortikosteroid-Creme, die mit Plastikfolie auf der Haut abgedeckt wird. Spricht die nummuläre Dermatitis auf all diese Therapiemöglichkeiten nicht an, kann alternativ auch auf eine intraläsionale Injektion von Kortikosteroiden zurückgegriffen werden.

Besondere Behandlung bei schwerem Verlauf einer nummulären Dermatitis

Bei schwerem Verlauf einer nummulären Dermatitis hat sich in der Vergangenheit auch eine UV-Bestrahlung als nachhaltig hilfreich erwiesen. Dabei entscheidet der jeweils behandelnde Arzt, ob eine Strahlentherapie mit UV-B alleine oder PUVA (Kurzform für Psorale plus UV-A) die bessere Alternative für eine erfolgversprechende Behandlung darstellt. In einigen Fällen sind zudem orale Kortikosteroide erforderlich. Aber Vorsicht: Von einer Langzeitanwendung ist hier klar abzuraten. Das Medikament Prednision wird bei einer Behandlung dieser Art vorzugsweise verwendet.

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