Weiße Flecken auf der Haut – Ursachen, Diagnose und Therapie

Wenn sich plötzlich weiße Flecken auf der Haut bilden, kann das eine einfache Erklärung wie einen vorausgegangenen Sonnenbrand oder trockene Haut haben, aber auch ein Anzeichen für die Krankheit Vitiligo sein. Hautarzt Dr. Titus Brinker, einer unserer Experten aus Heidelberg, erläutert, was es mit der Weißfleckenkrankheit, unter der rund ein Prozent der Deutschen leiden, auf sich hat und klärt über Behandlungsmöglichkeiten auf. Über die Startseite besteht zudem die Möglichkeit, sich von einem der Heidelberger Hautärzte schnell, anonym und kompetent eine Ersteinschätzung zu den weißen Flecken auf der Haut zu holen.

Weisse Flecken, hier ausgelöst durch Vitiligo, können am gesamten Körper auftreten; hier sind die Augenlider betroffen.

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Diagnose
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Weiße Flecken auf der Haut – eine Krankheit?

Bilden sich weiße Flecken auf der Haut, wird das als Weißfleckenkrankheit oder in der medizinischen Fachsprache Vitiligo bezeichnet. Hintergrund ist ein Verlust von Melanin, das für die braune Pigmentierung der Haut sorgt. Es gibt verschiedene Theorien für die Ursache der Weißfleckenkrankheit, doch sind Mediziner und Forscher noch nicht abschließend zu einem Ergebnis gekommen. Infrage kommen eine erbliche Veranlagung, aber auch eine fehlerhafte Regulation im Immunsystem. Bilden sich weiße Flecken auf der Haut, ist das erst einmal kein Grund zur Panik, denn es handelt sich dabei nicht um eine ansteckende Krankheit. Vitiligo ist im Prinzip kein schwerwiegendes gesundheitliches Problem. Betroffene leiden eher unter den damit verbundenen kosmetischen Problemen sowie durch die gesellschaftliche Ablehnung, die in Zusammenhang mit den Hauterscheinungen steht. Weiße Flecken auf der Haut zeigen sich als Pigmentierungsstörung entweder nur im Gesichtsbereich, an Händen und Füßen oder am ganzen Körper. Die Erkrankung tritt schubweise auf. Weiße Flecken auf der Haut präsentieren sich komplett unpigmentiert oder von einzelnen Pigmentierungen durchsetzt und sind unregelmäßig geformt. Die Weißfleckenkrankheit beginnt häufig an einer Körperstelle und breitet sich häufig weiter aus. Dabei können auch behaarte Hautstellen sowie Schleimhäute betroffen sein. Nicht immer ist die Vitiligo für weiße Flecken auf der Haut verantwortlich. Der Unterschied zu anderen Hautkrankheiten wie Pilzinfektionen, Neurodermitis, trockene Haut in Verbindung mit Juckreiz oder Narben bei gebräunter Haut ist für Laien nicht erkennbar und erfordert eine genaue Diagnose durch einen erfahrenen Hautarzt.

Wer ist besonders von der Weißfleckenkrankheit betroffen?

Statistiken zufolge betreffen weiße Flecken auf der Haut rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Es gibt dabei keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen. Häufig treten weiße Flecken auf der Haut vor dem 20. Lebensjahr auf. Mediziner beobachten zudem eine familiäre Häufung, bei rund 30 % der Betroffenen tritt die Krankheit ebenfalls bei einem Familienmitglied auf. Die Weißfleckenkrankheit kommt zudem in Zusammenhang mit gewissen Autoimmunerkrankungen auf wie der Schilddrüsenentzündung Hashimoto, Neurodermitis oder Diabetes vom Typ 1 vor. Weiße Flecken auf der Haut werden in einigen Fällen auch von entzündlichen Erkrankungen der Augen (Uveitis), Blutarmut (Anämie) und Über- oder Unterfunktionen der Schilddrüse begleitet.

Die Ursachen für weiße Flecken auf der Haut

Obwohl weiße Flecken auf der Haut erblich bedingt sein können, wird die Krankheit nicht direkt von Eltern auf ihre Kinder vererbt. Weitergegeben wird lediglich die Veranlagung für die Weißfleckenkrankheit, wobei sich das Risiko, selbst zu erkranken, erhöht, wenn es Betroffene in der näheren Verwandtschaft gibt. Leidet ein Großelternteil an Vitiligo, muss das allerdings nicht heißen, dass sich später auch bei den Enkelkindern weiße Flecken auf der Haut zeigen. Bei jedem Mensch finden sich in der Haut Melanozyten, die das charakteristische Hautpigment Melanin bilden. Melanin ist weiterhin für die Augen- und Haarfarbe verantwortlich. Das Pigment sorgt für eine grundsätzliche Bräunung der Haut. Je nach Hauttyp ist der Mensch damit länger oder kürzer vor den schädlichen UV-Strahlen geschützt. Tritt Vitiligo auf, bedeutet das, die Melaninproduktion versagt an einigen Hautstellen. Ergebnisse aus der Forschung haben hierzu die folgenden, bislang allesamt noch nicht komplett bewiesenen Theorien:

Weiße Flecken auf der Haut als autoimmune Ursache

Das Immunsystem ist in der Lage, zwischen körpereigenen und fremden Stoffen zu unterscheiden. Treten weiße Flecken auf der Haut auf, ist es möglich, dass die auf den Pigmentzellen liegenden Proteine von der Abwehr für einen körperfremden Stoff gehalten werden. Es werden Antikörper genannte Abwehrzellen gebildet, die gegen die Melanin bildenden Zellen vorgehen. Außerdem greifen weitere Abwehrzellen wie zytotoxische T-Zellen die Melanozyten an und zerstören diese.

Weiße Flecken auf der Haut als Ursache von Autoaggression der Zellen

Eine weitere Theorie geht davon aus, dass bei der Weißfleckenkrankheit der Zellstoffwechsel in der Melanin bildenden Zelle gestört ist. Das führt dazu, dass Enzyme, aber auch Toxine, die pigmentbildende Zelle zerstören.

Neurogene Ursachen für weiße Flecken auf der Haut

Physischer oder psychischer Stress könnte nach der Meinung einiger Mediziner dazu führen, dass Nervenzellen bestimmte Stoffe an das Immunsystem abgeben und auf diese Weise Melanozyten zerstört werden. Viele Betroffene berichten von neuen Schüben in stressigen Lebensphasen. Auch Reibung oder Druck an den entsprechenden Hautstellen begünstigen die Entstehung neuer Flecken. Zudem kann es zu einer Verschlimmerung der Symptome der Weißfleckenkrankheit kommen, wenn schwere Sonnenbrände oder Hautverletzungen aufgetreten sind.

Weitere Ursachen für weiße Flecken auf der Haut

Weiße Flecken auf der Haut müssen nicht zwangsläufig auf eine Vitiligo zurückgehen. Treten die Flecken spontan auf, kann das auch andere Gründe haben. Ein erfahrener Hautarzt erkennt sofort, ob es sich um eine Weißfleckenkrankheit oder um folgende Ursachen handelt:

Narben

Narbengewebe oder alte Verbrennungen auf der Haut sind im Winter auf blasser Haut kaum sichtbar. Bräunt sich die Haut im Sommer im Urlaub oder durch häufige Aufenthalte im Freien, besteht die Möglichkeit, dass sich diese alten Verletzungen als weiße Flecken auf der Haut abheben.

Falsch aufgetragene Sonnencreme

Ein harmloser Grund für weiße Flecken am Körper ist unvollständig und nachlässig aufgetragene Sonnencreme. Werden bestimmte Hautstellen ausgespart, können diese durch die Sonne dunkler werden, während die eingecremten Partien als helle Flecken auf der Haut erscheinen. Damit es zu einem derartigen Hautbild kommt, muss Sonnencreme allerdings lange falsch über einen gewissen Zeitraum aufgetragen werden und die Sonnenbestrahlung dementsprechend intensiv sein.

Trockene Haut

Menschen, die unter sehr trockener Haut mit schuppigen und rauen Stellen leiden, beobachten im Sommer häufig, dass diese Partien im Gegensatz zum restlichen Körper heller erscheinen. Vor allem nach dem Urlaub mit intensiven Sonnenbädern. Um solche weißen Flecken auf der Haut zu vermeiden, raten Hautärzte dazu, trockene Haut auch im Sommer und nicht nur während der Heizperiode intensiv mit entsprechender Feuchtigkeitspflege zu versorgen.

Neurodermitis

Neurodermitis macht Betroffenen vor allem in der warmen Jahreszeit das Leben schwer. Während der Pollenflugsaison kann es zu einem unerträglichen Juckreiz kommen, der in Folge zu trockener, rissiger und schuppiger Haut führt. Die oberste Hautschicht kann sich dadurch lösen. Auf sonnengebräunter Haut kann es an den betroffenen Partien zu weißen Flecken kommen.

Pilzinfektion

Bestimmte Infektionen mit einem Hautpilz können dazu führen, dass die Haut sich schuppt und im Anschluss sehr hell färbt. Zuweilen ergeben einzelne Flächen einen großen zusammenhängenden Fleck auf der Haut. Eine Ansteckung ist vor allem in Schwimmbad, Sauna und Solarium möglich. Menschen, die viel schwitzen oder eine fettige Haut haben, sind besonders anfällig. Ein kompetenter Hautarzt erkennt den Pilz häufig schon durch Blickdiagnose und kann eine entsprechende Therapie einleiten.

Starke Sonnenbrände

Bei einem starken Sonnenbrand werden die obersten Hautschichten verbrannt und lösen sich nach einer gewissen Zeit ab. Vor allem nach dem Abtrocknen nach einer Dusche können plötzlich weiße Flecken auf der Haut auftreten. Die Haut braucht viel Pflege, um sich zu regenerieren. Aus grundsätzlichen medizinischen Erwägungen sollte immer Wert auf einen Sonnenschutz mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor Wert gelegt werden und die Dauer von Sonnenbädern im Einklang mit dem Hauttyp stehen. Häufiger Sonnenbrand steigert das Risiko für Hautkrebs signifikant.

Unterschiedliche Typen der Weißfleckenkrankheit

Betroffen von der Weißfleckenkrankheit sind vor allem junge Menschen unter 20 Jahren. Die Krankheit kann sich jedoch auch erst später im Leben zeigen. Je nachdem, wann weiße Flecken auf der Haut erstmalig festgestellt werden, unterscheidet der Hautarzt zwei Typen:

Typ 1 Vitiligo

Die Weißfleckenkrankheit vom Typ 1 entsteht bereits vor der Pubertät. Kinder und Jugendliche leiden zudem meist unter Neurodermitis, haben viele Muttermale und unter Umständen auch ein paar graue Haare. Weißfleckenkrankheit vom Typ 1 ist sehr selten.

Typ 2 Vitiligo

In 85 Prozent der Fälle zeigt sich die Weißfleckenkrankheit erst nach der Pubertät. Neurodermitis, die Neigung zu Muttermalen oder frühzeitig graue Haare werden nicht in Zusammenhang mit der Krankheit beobachtet.

Einteilung nach Ausbreitung der weißen Flecken auf der Haut

Neben der Einteilung in einen Typ unterscheiden Ärzte bei der Weißfleckenkrankheit auch nach dem Hautbild. Ferner kommt es darauf an, ob die Pigmentierung in den betroffenen Hautarealen vollständig fehlt ( Depigmentierung) oder nur verringert ist (Hypopigmentierung). Wichtig bei der Diagnosestellung ist auch, ob behaarte Hautstellen und Schleimhäute betroffen sind.

Lokale Weißfleckenkrankheit (lokale Vitiligo)

Bei dieser Form der Vitiligo treten weiße Flecken auf der Haut nur lokal begrenzt auf. Insgesamt bleibt die Haut in ihrer Struktur unverändert und die Oberfläche intakt. Unterschiedlich ist nur der Farbton. Manchmal ist am Rand der weißen Flecken eine rötliche Umrandung zu beobachten, doch hat diese Veränderung keinen Krankheitswert. Die weißen Flecken auf der Haut bilden sich gleichmäßig auf beiden Körperhälften, es kann allerdings auch nur ein Areal wie das Gesicht oder Hände und Füße betroffen sein. Ein Auftreten an Stellen, an denen sich Narben oder alte Verletzungen von Verbrennungen befinden, wird häufig beobachtet. Innere Organe sind von der nicht ansteckenden Krankheit nicht betroffen. Beschwerden verursachen vor allem die seelischen Belastungen, zu denen es bei sehr ausgeprägten Hautveränderungen kommen kann.

Generalisierte Weißfleckenkrankheit (generalisierte Vitiligo)

Hierbei kommt es auf mehreren Körperpartien zu weißen Flecken auf der Haut, wobei Mediziner zwei Unterformen unterscheiden. Die häufigste Form ist die Vitiligo vulgaris. Es bilden sich über den ganzen Körper weiße Flecken auf der Haut, die unregelmäßig verteilt sind. Sind die Flecken parallel auf beide Körperhälften verteilt, handelt es sich um eine nicht-segmentale Vitiligo. Treten die Flecken nur auf einer Seite auf, sprechen Ärzte von einer segmentalen Vitiligo. Es können bis zu 80 % der Hautoberfläche von den weißen Flecken betroffen sein. Die Depigmentierung tritt ebenfalls an Augenbrauen, Wimpern und am Kopf auf. Da das farbgebende Melanin fehlt, erscheinen die Haare an diesen Stellen ebenfalls weiß. Die zweite Form ist die Vitiligo akrofazialis, die überwiegend das Gesicht betrifft. Unregelmäßig geformte weiße Flecken auf der Haut treten in den Bereichen um Mund und Augen auf. Auch Nase und Kinn sind exponierte Stellen. Bei einigen Patienten können auch Hände und Füße von den Flecken betroffen sein. Wichtig: Auch andere Krankheitsbilder können der Weißfleckenkrankheit sehr ähnlich sehen. Jede Hautveränderung muss daher ärztlich abgeklärt werden.

Weiße Flecken auf der Haut – die ärztliche Diagnose

Sobald sich weiße Flecken auf der Haut zeigen, sollte umgehend ein Hautarzt aufgesucht werden, um Ursachenforschung zu betreiben. Der Mediziner kann meist schon anhand der Blickdiagnose eine Einschätzung geben, ob es sich um die Weißfleckenkrankheit oder andere Hautveränderungen handelt. Im Erstgespräch (Anamnese) will der Arzt wissen, wann diese Hautveränderungen zum ersten Mal aufgetreten sind, wo sich die Flecken genau befinden und ob es Betroffene in der Familie gibt. Vorerkrankungen und chronische Erkrankungen sind ein weiteres Thema, da die Weißfleckenkrankheit häufig in Zusammenhang mit anderen Krankheiten wie Diabetes, Neurodermitis oder Schilddrüsenproblemen auftreten kann. Ferner wird der Arzt fragen, ob es in letzter Zeit zu einem Sonnenbrand, Verbrennungen oder anderen Hautirritationen kam.

Untersuchung mit der Wood Lampe bei weißen Flecken auf der Haut

Der Hautarzt wird nach diesem Gespräch eine ausführliche körperliche Untersuchung vornehmen. Die Haut am ganzen Körper wird begutachtet. Weiße Flecken auf der Haut werden mit der sogenannten Wood-Lampe untersucht. Diese Lampe strahlt auf einer ganz bestimmten Wellenlänge ultraviolettes Licht aus. Da bei der Weißfleckenkrankheit die betroffenen Stellen weißlich bis gelblich erkennbar sind, lassen sich die Hautveränderungen so eindeutig diagnostizieren. Um den Krankheitsverlauf im folgenden ausführlich dokumentieren zu können, wird der Arzt noch Fotoaufnahmen anfertigen.

Köbner-Phänomen

Damit die Diagnose weiter abgesichert ist, besteht die Möglichkeit, dass der Dermatologe gesunde Hautpartien mechanisch reizt. Das geschieht mit einem Holzstäbchen. Bei der Weißfleckenkrankheit entstehen auf der bislang gesunden Haut Minuten bis Tage später ebenfalls die charakteristischen Flecken. Das wird als Köbner-Phänomen bezeichnet. Der Name geht auf den Hautarzt Heinrich Köbner zurück, der diese Untersuchung zuerst durchführte.

Weitere Diagnoseverfahren bei weißen Flecken auf der Haut

Der Dermatologe hat zusätzlich die Möglichkeit, aus den fleckigen Hautarealen eine Gewebeprobe zu entnehmen und anschließend unter dem Mikroskop zu analysieren. Im Falle der Weißfleckenkrankheit befindet sich in den Oberhautzellen kein Melanin, was bei gesunder Haut normal wäre. Bei Vitiligo fehlen häufig die Pigmentzellen vollkommen, dafür können mit den Lymphozyten bestimmte Abwehrzellen in der Hautprobe entdeckt werden. Da die Weißfleckenkrankheit häufig mit anderen Erkrankungen im Zusammenhang auftritt, kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Neben Antikörpern wird der Arzt Schilddrüsenwerte und den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchung zur genauen Abklärung verlangt. Bei der Weißfleckenkrankheit kann auch ein Besuch beim Augenarzt empfehlenswert sein, da Vitiligo die Augen in Mitleidenschaft ziehen kann. Differenzialdiagnosen werden zudem durchgeführt, wenn sich der Verdacht Weißfleckenkrankheit nicht bestätigt und andere Hauterkrankungen ausgeschlossen oder bestätigt werden müssen.

Therapiemöglichkeiten bei weißen Flecken auf der Haut

Unbehandelt schreitet die Vitiligo immer weiter fort. Bereits entstandene Flecken bleiben bestehen, eine Rückbildung ist relativ unwahrscheinlich. Darum konzentrieren sich Therapien darauf, eine Neubildung von weißen Flecken auf der Haut zu verhindern. Hauptsächlich geht es darum, die Bildung von Melanin zu fördern. Nicht immer gelingt es jedoch, dauerhaft neue Pigmente zu erhalten. Hautärzte verschreiben häufig Kortison oder andere Wirkstoffe wie Pseudokatalase und Calcipotriol, die als Creme auf die Haut aufgetragen werden. Einige Patienten haben gute Erfahrungen mit Kuren am Toten Meer gemacht. Bei sehr schweren Krankheitsverläufen kann der Arzt Immunsuppressiva verschreiben, um das Abwehrsystem zu beeinflussen. Die Wirksamkeit ist allerdings umstritten und die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Sind viele Stellen am Körper von den weißen Flecken betroffen, kann der Arzt eine Fototherapie einzeln oder in Kombination mit Medikamenten verordnen. Über mehrere Monate hinweg werden die Hautstellen mit UV-B-Strahlen im Schmalspektrum bestrahlt. Die größten Erfolge erzielen bei dieser Therapie Patienten, bei denen sich schon vor dem Beginn der Bestrahlung bei Sonnenbädern wieder Melanin gebildet hat. Eine vollständige Pigmentierung gelingt allerdings selten, meist ist noch ein farblicher Unterschied zwischen erkrankten und gesunden Hautstellen nach der Therapie wahrnehmbar. Bei einigen Patienten werden die Farbunterschiede sogar noch deutlicher als vor den Bestrahlungen, da die gesunde Haut durch das UV-Licht gebräunt ist. Einige Hautärzte setzen auf die PUVA-Therapie, bei der die Haut zunächst mit Cremes lichtempfindlicher gemacht und anschließend mit UV-A-Licht bestrahlt wird. Bessere Ergebnisse erzielt nach Meinung von Experten eine Bestrahlung mit Xenon-Chlorid-Excimer-Laser, der nur an erkrankten Hautstellen eingesetzt wird. Die Behandlung ist langwierig und wird leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Einige Spezialisten verpflanzen gesunde Haut auf die weißen Flecken oder es werden Melanozyten in die oberste Hautschicht transplantiert. Langzeitstudien zur Wirksamkeit liegen bislang nicht vor.

Prognose bei weißen Flecken auf der Haut

Der Krankheitsverlauf ist nicht vorhersehbar. Manche Patienten erleiden regelmäßig Schübe, bei anderen kommen die Hautveränderungen zum Stillstand. Die weißen Flecken selbst verursachen keine gesundheitlichen Beschwerden, es kann sich daraus auch kein Hautkrebs entwickeln. Wichtig ist, dass Begleiterkrankungen wie Störungen der Schilddrüse oder Diabetes behandelt werden. Die Hautveränderung stellen vor allem ein ästhetisches Problem dar, weshalb viele Betroffene Camouflage-Make-up oder Selbstbräuner verwenden, um den Teint ebenmäßig zu gestalten. Ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist wichtig, um die farblichen Unterschiede der Haut durch Bräunung nicht noch deutlicher hervortreten zu lassen. Apotheken oder erfahrene Kosmetikstudios können dabei helfen, passende Produkte zu finden. Gelingt es nicht oder nicht vollständig, weiße Flecken auf der Haut zu überdecken, besteht der Alltag häufig aus störenden Blicken, aber auch Ablehnung durch Mitmenschen, die eine ansteckende Hautkrankheit vermuten. Hier kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, aber auch eine begleitende Psychotherapie sinnvoll sein.

Online-Diagnose für weiße Flecken auf der Haut

Haben sich weiße Flecken auf der Haut gebildet, verfallen viele Menschen erst einmal in Panik und vermuten Krebs oder eine andere schwere Krankheit. Die Hemmschwelle, zum Arzt zu gehen, ist oft hoch, außerdem sind lange Wartezeiten auf einen Termin einzukalkulieren. Online Hautarzt als Modellprojekt der Landesärztekammer Baden-Württemberg, ermöglicht es, schnell, günstig und anonym eine Ersteinschätzung von einem Heidelberger Hautarzt zu erhalten, der auch weitere Handlungsempfehlungen gibt. Es genügt, dem Arzt Bilder der Hautveränderungen über diese Seite oder die App „AppDoc“ zu senden. Die Antwort erfolgt binnen weniger Stunden.