Genitalherpes (Herpes genitalis) – Symptome, Online-Diagnose, Behandlung

Schmerzhaftes Kribbeln im Intimbereich, Jucken und Brennen, Rötungen und wassergefüllte Hautbläschen, mit diesen Krankheitszeichen beginnt eine Herpes-genitalis-Infektion. Genitalherpes verbreitet sich durch Herpes-Simplex-Viren von Mensch zu Mensch. Die Ansteckung erfolgt in den meisten Fällen durch sexuellen Kontakt. Die Krankheitserscheinungen von Genitalherpes an Vagina oder am Penis lassen sich medikamentös lindern. Wer einmal infiziert ist, kann immer wieder Rückfälle erleiden. Ob es sich um Genitalherpes handelt, kann anonym online von unseren Fachärzten diagnostiziert werden. Dr. Titus Brinker, Dermatologe in Heidelberg, klärt die wichtigsten Fragen zu dieser Infektionserkrankung.

Bild: Genitalherpes überträgt sich sexuell: Durch Reibungskontakt von Vagina und Penis.

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Was ist Genitalherpes (Herpes genitalis)?

Herpes genitalis gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie ist sehr ansteckend und daher weit verbreitet. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, bei dem ein Partner infiziert ist, besteht eine hohe Ansteckungsgefahr. Auslöser von Genitalherpes sind Herpesviren. In den meisten Fällen ist der Auslöser das Herpes-Simplex-Virus des Typs 2 (HSV 2).

Neben dem Risiko, sich mit Genitalherpes anzustecken, besteht die Gefahr, an Lippenherpes zu erkranken. Lippenherpes (Herpes labialis) ist eine Infektion, die zum größten Teil durch das Herpes-Simplex-Virus des Typs 1 (HSV 1) verursacht wird. Wer darunter leidet, hat sich meist schon als Kind angesteckt.

Übertragung

Die Übertragung durch Herpesviren spielt sich häufig unbemerkt ab. Größtenteils geschieht das über den Speichel oder als Schmierinfektion. Die Herpes-Viren finden schon durch winzige Hautverletzungen in den Körper. Sie verbleiben dauerhaft im Organismus. Nach der Erstinfektion können sie später erneut Beschwerden verursachen.

Symptomatik

Bei vielen Menschen zeigen sich nach der Ansteckung mit Genitalherpes keinerlei Krankheitsanzeichen. Kommt es zu Beschwerden, leiden die Infizierten im Genitalbereich unter unangenehmen Symptomen wie Brennen, Juckreiz, Kribbeln und starkem Ausfluss. Betroffen sind Penis, Schamlippen und oft der gesamte äußere Intimbereich. Im zweiten Stadium rötet sich die Haut und es entstehen flüssigkeitsgefüllte Hautbläschen, die später verkrusten. Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen kommen dazu. An den typischen Symptomen erkennt der Arzt sowohl Lippenherpes (Herpes labialis) als auch Genitalherpes (Herpes genitalis). Zur Diagnosesicherung dient ein Abstrich. Der Krankheitserreger lässt sich im Labor nachweisen.

Bei Schwangeren mit einer Herpes-Infektion ist es möglich, dass der Erreger bei der Geburt das Neugeborene infiziert. Diese Infektion gefährdet unter Umständen das Kind. Ernsthafte Komplikationen hin zu einer Fehlgeburt sind möglich.

Therapie

Herpes genitalis wird mit virushemmenden Medikamenten (Virustatika) therapiert. Wirkstoffe wie Aciclovir oder Valaciclovir lindern Symptome und Beschwerden. Bei einer Langzeittherapie mit diesen Wirkstoffen lassen sich Rückfälle einschränken. Das Herpes-Virus bleibt lebenslang latent im Körper.

Ursachen und Risikofaktoren für Genitalherpes

Die Ansteckung mit Genitalherpes geschieht in den meisten Fällen beim Geschlechtsverkehr. Der enge Kontakt mit einem infizierten Partner birgt die Gefahr, dass sich das Virus durch infizierte Körperflüssigkeit überträgt.

Es ist auch möglich, sich über infizierte Gegenstände indirekt mit Genitalherpes anzustecken. Die Viren überleben außerhalb des Körpers bis zu 48 Stunden. Daher bergen getragene Unterwäsche oder benutzte Kondome eine Gefahr in sich, sich anzustecken.

Bei 50 bis 70 Prozent der Betroffenen ist das Herpesvirus vom Typ 2 der Krankheitsauslöser. 20 bis 30 Prozent der Herpes-genitalis-Infektionen gehen auf den Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1 (HSV1) zurück. Dieser Virus-Typ ist ansonsten vorwiegend für Lippenherpes verantwortlich.

Mehr als 15 Prozent der Bevölkerung tragen den Herpes-Virus vom Typ 2 (Genitalherpes) in sich. Beim Virus Typ 1 (Lippenherpes) sind es rund 90 Prozent. Viele Menschen haben sich mit Herpes-Viren angesteckt, ohne es zu bemerken. Frauen sind stärker gefährdet als Männer, sich mit Herpes-genitalis-Viren zu infizieren. Das Risiko, sich beim Geschlechtsverkehr anzustecken, ist für Frauen höher.

Symptome des Genitalherpes

Der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit erstreckt sich auf mehrere Tage. Bei einer Primärinfektion, also einer erstmaligen Herpes-Infektion, dauert die Inkubationszeit (Zeitdauer bis zum Ausbruch der Symptome) etwa zwei bis zwölf Tage.

Erste typische Krankheitsanzeichen sind Rötungen und ein unangenehmes Jucken und Brennen im Intimbereich. Die Haut und die Schleimhäute im Genitalbereich weisen die typischen Herpesbläschen auf. Häufig schwellen die Lymphknoten in der Leistenregion an. Es kommt zu verstärktem Ausfluss. Der Bereich von Schamlippen, Scheide oder Penis ist betroffen. In der Region von Hoden und After, im gesamten Analbereich, an den Oberschenkeln und am Gesäß kann es kribbeln und jucken. Schwellungen, Rötungen und kleine mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen entstehen. Nach etwa zwei Tagen platzen die Bläschen auf, bevor sie vertrocknen und verkrusten. Es bilden sich oft kleine, schmerzende Geschwüre (Ulzerationen).

Zusätzlich können Beschwerden beim Wasserlassen auftreten (Dysurie). Auch eine Balanitis, eine Entzündung der Eichel, oder eine Entzündung der Vagina (Vulvovaginitis) können sich entwickeln. Dazu kommen oft Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schmerzen im Intimbereich. Auch die Lymphknoten in der Leiste schwellen in vielen Fällen an.

Verlauf

Wie lange die Krankheit andauert, ist von zahlreichen individuellen Faktoren abhängig. Sie kann nach einigen Tagen ausgestanden sein, doch sie kann sich auch bis zu vier Wochen lang hinziehen. In der Regel klingen die Beschwerden von Genitalherpes nach zwei bis drei Wochen ab.

Ähnliche Symptome wie die Herpes-genitalis-Infektion entstehen bei einem Pilzbefall im Genitalbereich, bei einer Scheideninfektion oder bei einer bakteriellen Vaginose (einer Infektion der Scheide durch Bakterien). Frauen, die unter Beschwerden im Intimbereich leiden, sollten grundsätzlich ärztlichen Rat einholen).

Rückfälle

Wer infiziert ist, erlebt immer wieder Rezidive (Rückfälle). Die Herpesviren lassen sich durch eine Therapie nicht ausrotten. Einige der Krankheitserreger wandern entlang der Nervenbahnen bis hin zu den Nervenwurzeln. Dort begeben sich die Viren in einen Ruhemodus. Sie setzen sich fest und sind für eine medikamentöse Therapie nicht erreichbar. Auch das körpereigene Immunsystem kann sie dort nicht bekämpfen. Daher trägt jeder Infizierte das Virus lebenslang in sich, auch ohne akute Beschwerden. Ihre symptomlose (latente) Infektion ist vielen Infizierten nicht bekannt, sie können das Virus weitergeben, ohne es zu wissen.

Der Herpes genitalis genauso wie der Herpes labialis kann durch unterschiedliche Auslöser wieder akut ausbrechen. Als Begleiterscheinung bei einer Erkältung, bei einem geschwächten Immunsystem, bei der Regelblutung, bei hormonellen Veränderungen oder bei Stress entstehen Rückfälle (Rezidive). Ihr Verlauf ist milder als der bei der Erstinfektion.

Komplikationen

In seltenen Fällen kann ein Genitalherpes zu Komplikationen führen. Das ist vor allem der Fall bei Menschen mit instabilem Immunsystem. Es kann sich beispielsweise eine Herpes-Enzephalitis (Gehirnentzündung) entwickeln. Auch eine gefährliche Infektion der Augennetzhaut kann durch das Herpes-Virus entstehen. Eine HSV 2-Infektion gehört zu den Risikofaktoren für HIV.

Während der Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass Herpesviren über die Gebärmutter auf das Ungeborene übergehen. Auch während des Geburtsvorgangs kann es zu einer Ansteckung kommen. Dann besteht die Gefahr, dass Augennetzhaut, Haut, Schleimhäute und innere Organe des Neugeborenen Schäden davontragen. Etwa bei 50 Prozent der infizierten Mütter gelangt das Virus während der Geburt in den Organismus des Babys. Daher ist in diesen Fällen oft eine Geburt per Kaiserschnitt angesagt.

Diagnose des Genitalherpes

Eine Herpes-genitalis-Infektion lässt sich in der Regel ärztlicherseits anhand der typischen Bläschen, der Rötungen und der Schwellungen diagostizieren und dies auch anonym und online in kurzer Zeit über unsere Webseite. Zur Bestätigung der Diagnose in der Praxis dient ein Abstrich, bei dem per Wattestäbchen die Flüssigkeit der Bläschen aufgefangen wird. Damit lässt sich auch herausfinden, ob Herpes-Simplex-Viren des Typs 1 oder 2 (HSV 1 oder HSV 2) im Spiel sind.

Mit den üblichen Methoden gelingt der Nachweis nicht immer. Zusätzlich zu Zelluntersuchungen und zur Erregerkultur werden auch moderne Methoden angewandt, wie beispielsweise die Polymerasekettenreaktion (PCR). Fällt der Test negativ aus, ist die Infektion noch nicht ausgeschlossen. Spezielle Diagnosemethoden liefern weitere Erkenntnisse, so etwa den Nachweis, dass sich bestimmte Antikörper im Blut befinden. Im Labor werden spezielle Antikörpertests durchgeführt. Auch kleinste Virenbestandteile können dort nachgewiesen werden.

Andere Erkrankungen im Intimbereich können ähnliche Symptome wie Genitalherpes aufweisen. Daher ist es ratsam, sich bei Beschwerden ärztlichen Rat zu holen. Eine Selbstbehandlung ist nicht zu empfehlen.

Herpes genitalis: Therapie

Genitalherpes lässt sich mit virushemmenden Medikamenten (Virustatika) gut behandeln.

Spezielle Medikamente wie Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir halten die Ausbreitung der Viren im Körper auf und tragen dazu bei, dass der Krankheitsverlauf leichter ausfällt. Die Wirkstoffe werden bei Herpes genitalis in Form von Tabletten eingenommen, in den meisten Fällen fünf bis zehn Tage lang.

Wenn es gelingt, die Therapie früh genug zu beginnen, lässt sich verhindern oder zumindest einschränken, dass sich die Viren von den Nervenbahnen aus im Körper verbreiten. Dadurch treten auch seltener Rückfälle auf. Bei Lippenherpes (Herpes labialis) kommen statt Tabletten Cremes zum Einsatz.

Da bei Schwangerschaft und Geburt ein Ansteckungsrisiko für das Kind besteht, erfolgt bei infizierten Frauen eine Therapie per Infusion.

Genitalherpes: Vorbeugen

Vorbeugung spielt bei Herpes genitalis eine wichtige Rolle. Durch den Gebrauch von Kondomen lässt sich das Risiko vermindern, dass das Virus weitergegeben wird. Um Ansteckungen bestmöglich zu vermeiden, sollten Patienten die betroffenen Hautstellen und die Hautbläschen nicht berühren. Sorgfältiges Händewaschen ist wichtig. Sexualkontakte sollten während der akuten Phase der Erkrankung vermieden werden.

Direkt nach einer Herpes-genitalis-Infektion besteht eine erhöhte Gefahr, den Partner anzustecken, auch wenn die Symptome selbst schon abgeklungen sind. Daher ist es ratsam, sich im ersten Monat nach dem Verschwinden der Symptome beim Geschlechtsverkehr mit Kondomen zu schützen. Falls beim Partner Beschwerden auftauchen, ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt erforderlich.

Rückfälle

Wenn Herpes-genitalis-Infektionen immer wiederkehren, kann sich das sehr belastend auf das Sexualleben auswirken. Es ist wichtig, mit dem Partner offen über die Erkrankung zu sprechen und sich gegebenenfalls auch Hilfe bei einer Paarberatung zu holen.

In Stresszeiten oder wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann Herpes genitalis wieder zum Ausbruch kommen. Zur Verbeugung ist es ratsam, sich gesund zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen und für Entspannung zu sorgen. Ein Risikofaktor für ein Rezidiv ist das Rauchen.

Neugeborenen-Herpes

Um dem Risiko für einen Herpes neonatorum (Neugeborenen-Herpes) so gut wie möglich vorzubeugen, wird schwangeren Frauen mit einer Herpes-genitalis-Erstinfektion empfohlen, ihr Kind per Kaiserschnitt zu gebären. Damit lässt sich die Ansteckungsgefahr stark vermindern.

Genitalherpes: Infektion ohne Symptome ist möglich

Nach Schätzungen sind bei rund 90 Prozent derer, die sich anstecken, keinerlei Krankheitssymptome erkennbar. Es sind also viele Menschen infiziert, ohne dass sie es wissen oder unter Symptomen leiden. Sie treffen daher auch keine Vorsichtsmaßnahmen und können das Virus ohne ihr Wissen an andere weitergeben.

Die anonyme Online-Diagnostik durch einen Facharzt ist möglich

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