Milien: Was tun bei Hautgries?

Von einem Tag auf den anderen ist die Haut im Gesicht von kleinen harten Knötchen bedeckt, die gelblich aussehen und nicht schmerzen oder jucken? Dann handelt es sich wahrscheinlich um Milien, die auch als Hirsekorn, Grießkörner oder Hautgries bekannt sind. Die gute Nachricht: Hautgries ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, allerdings unschön und störend. Was nun zu tun ist, weiß unser Experte Dr. Benjamin Durani, Hautfacharzt aus Heidelberg.

Bild: Was aussieht wie kleine Hirsekörner nennen mediziner Milien (Hautgries).

↓ Was ist Hautgries?
↓ Ursachen
↓ Symptome
↓ Diagnose
↓ Therapie
↓ Vorbeugen

Was sind Milien?

Milien (Einzahl Milium, lat. „Hirsekorn“) sind kleine Zysten: gefüllte Ausdehnungen des Bindegewebes der Haut. Die Füllung besteht bei den Grieskörnern aus Keratinen genannten Proteinen sowie Talg, das in den Talgdrüsen der Haut produziert wird. Der Ausgang dieser Talgdrüsen ist zugleich der Sitz der Grieskörner.

Vor allem junge Frauen und Neugeborene sind von Hautgries betroffen. Auch wenn die Grieskörner unschön und störend sind, besteht aus medizinischer Sicht kein Anlass zu großer Besorgnis. Die gefüllten Erhebungen sind nicht als Krankheit anzusehen, sondern als eine harmlose Veränderung der Haut.

Ursachen: Was ist für den Hautgries verantwortlich?

Warum der Hautgries überhaupt entsteht, ist derzeit noch unklar. Da Milien häufig bei Menschen auftreten, deren Verwandte ebenfalls mit diesem Hautproblem zu tun haben, gehen einige Experten von einer erblich bedingten Veranlagung aus. Der hohe Anteil von jungen Frauen lässt andererseits vermuten, dass hormonelle Ursachen für Hautgries in Frage kommen könnten. Der Forschung ist aber in beiden Fällen noch keine Darstellung der genauen Mechanismen gelungen.

Die plötzlich auftretenden Grieskörner mit nicht gesicherter Ursache nennt der Mediziner primäre Milien. Sie entstehen vor allem im Gesicht. Daneben gibt es noch sekundäre Milien. Diese bilden sich auf Hautpartien, die durch Erkrankung bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden. Tritt der Hautgries zum Beispiel nach einem Sonnenbrand oder einer Gürtelrose auf, sind diese Beeinträchtigungen der Haut die wahrscheinlichste Ursache.

Symptome: Woran lassen sich Milien erkennen?

Das Auftreten der Grieskörner im Gesicht ist zugleich das einzige Symptom. Die meist gelblichen Zysten haben einen Durchmesser von einem bis drei Millimetern. Die Knötchen sind härter als die umgebenden Hautpartien. Meist treten die Grieskörner gehäuft in Grüppchen auf, sie können aber auch einzeln vorkommen. Am häufigsten betroffen sind die Bereiche um die Augen, die Schläfen sowie die Wangen. Handelt es sich nicht um primäre, sondern um sekundäre Milien, treten diese an den zuvor erkrankten Hautstellen auf.

Diagnose: Wie kann der Arzt Grieskörner feststellen?

Der Hautarzt identifiziert Milien anhand ihres äußeren Erscheinungsbildes. Er prüft mit dem bloßen Auge oder mittels eines Dermatoskop genannten Instruments. Dank des fachlich geschulten Blicks kann er die Unterschiede zwischen Hautgries und anderen Hautveränderungen wie Warzen oder Akne klar erkennen. Für Patienten ist eine eindeutige Identifikation der Miliennicht möglich. Von einer Selbstdiagnose ist deshalb abzuraten.

Wenn Sie glauben, Milien zu haben, können Sie zeitnah eine professionelle Ersteinschätzung oder Zweitmeinung sowie einen Therapievorschlag von Dr. Benjamin Durani erhalten. Senden Sie hierfür einfach ein Foto mit der betroffenen Hautpartie über unsere Startseite ein.

Behandlung: Was kann man gegen Grieskörner tun?

Aus gesunder Haut lassen sich die Knötchen relativ einfach operativ entfernen. Der Arzt verwendet zu diesem Zweck ein sogenanntes Milienmesser oder Moncorps-Messer. Damit wird jedes Milium einzeln angeritzt. Anschließend lässt sich das Talg-Keratin-Gemisch des Inhalts einfach herausrücken. Die Hautverletzungen sind klein und verheilen in der Regel gut. Dennoch sollten Betroffene diese Prozedur nicht selbst durchführen oder von einem Kosmetiker durchführen lassen. Das gilt vor allem für den Gesichtsbereich um die Augen. Hautärzte sind die richtigen Fachleute für den Eingriff.

Alternative Behandlungsmöglichkeit: Milien mit Laser entfernen

Als Alternative zur operativen Entfernung steht Patienten die Laser-Therapie zur Auswahl. Bei dieser Behandlung wird der betroffenen Hautstelle mit einem Laser sämtliche Feuchtigkeit entzogen. Der Vorgang dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. Die Haut sowie die gefüllte Zyste werden durch den rapiden Wasserentzug abgetragen. Es entsteht eine dünne Schicht aus verhärtetem Gewebe, die nach einigen Tagen von alleine abfällt.

Die Laser-Therapie zeichnet sich durch fehlende Narbenbildung aus, was sie aus kosmetischer Sicht besonders attraktiv macht. Egal, für welche Behandlung der Milien sich Betroffene entscheiden: Die Kosten sind selbst zu tragen. Die Therapie ist nur kosmetisch und nicht medizinisch zu rechtfertigen. Deshalb übernehmen Krankenkassen die Behandlungskosten nicht.

Vorbeugung: Lässt sich das Entstehen der Grieskörner verhindern?

Eine verlässliche Methode, mit der sich die Entstehung von Hautgries verhindern ließe, gibt es leider nicht. Da die Ursachen nicht bekannt sind, ist auch eine Prävention nicht möglich. Vereinzelt empfehlen Dermatologen ihren Patienten regelmäßige Peelings. Allerdings gibt es keinen Nachweis dafür, dass diese Form der Vorbeugung tatsächlich wirksam ist.

Handelt es jedoch sich um sekundäre Milien, die als Folge einer vorangegangenen Hauterkrankung auftreten, ist eine nachweislich erfolgreiche Prävention möglich. Milien nach Sonnenbrand sind einfach durch die Reduzierung von Sonnenbädern sowie dem Auftrag einer Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor zu vermeiden. Die Wahrscheinlichkeit an einer Gürtelrose zu erkranken, die ebenfalls häufig Milien nach sich zieht, ist durch eine Impfung gegen Windpocken möglich. Auch gegen die viralen Erreger der Gürtelrose selbst kann man sich seit einigen Jahren impfen lassen.