Die Mundrose – Symptome, Diagnose und Therapie

Sie leiden an einem Hautausschlag im Gesicht, vor allem rund um den Mund? Die Ursache ist vermutlich eine sogenannte Mundrose, auch als Dermatitis perioralis oder Rosazea-artige Dermatitis bezeichnet. Gewöhnlich wird diese Hautkrankheit durch übertriebene Hautpflege ausgelöst. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie dieser an sich harmlosen Erkrankung in diesem Fachbeitrag.

Bild: Mundrose (periorale Dermatitis) bei einem Kind.

↓ Was ist Mundrose?
↓ Symptome
↓ Ursachen
↓ Diagnose
↓ Therapie
↓ Heilungschancen

Was versteht man unter einer Mundrose?

Bei der Mundrose handelt es sich um eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung, die üblicherweise nur im Gesicht auftritt. Charakteristisch für die Erkrankung ist das Auftreten entzündlicher Papeln sowie kleiner, eitriger Knötchen, sogenannter Pusteln. Diese entwickeln sich entweder direkt auf der gesunden Haut oder innerhalb einer schuppenden Rötung. Die Dermatitis perioralis ist eine im Prinzip ungefährliche Hautkrankheit, bei ärztlicher Behandlung bilden sich Rötung, Knötchen und Papeln in der Regel binnen ein paar Wochen vollständig zurück. Da das Symptombild der Erkrankung jenem der Gürtelrose – einer auf Windpocken folgenden Virusinfektion – ähnelt, entstand der Ausdruck “Mundrose”.

Symptome

Die Mundrose (Dermatitis perioralis) ist durch einen nicht infektiösen Hautausschlag im Gesicht gekennzeichnet, der meist im Bereich des Mundes (lat. perioral = um den Mund herum) auftritt. Auch Kinn, Stirn, Augen sowie Nasenpartie können befallen sein. In seltenen Fällen breitet sich die Krankheit auf das ganze Gesicht oder sogar auf den Hals aus. Charakteristischerweise bildet sich um die Lippen herum ein Ausschlag, der jedoch eine befallfreie Zone im Bereich von Unter- und Oberlippe belässt. Erkrankte Gesichtsbereiche sind meist gerötet, brennen und spannen und weisen häufig eine geringe Schuppung auf. Mit der Zeit bilden sich wenige Millimeter große rote Knötchen (Papeln) und eventuell auch kleine Bläschen. Sind diese mit Eiter gefüllt, werden sie als Pusteln bezeichnet. Nicht befallene Hautpartien empfindet der Patient mitunter als ausgetrocknet, der bei Hautausschlägen typischerweise auftretende Juckreiz fehlt meist völlig.

Ursachen

Obwohl auch ein intensiver Kontakt mit Reinigungsmitteln Dermatitis auslösen kann, hängt die Krankheit, die eigentlich eine Irritation der Haut darstellt, meist mit einer übertriebenen Hautpflege zusammen. Leider reagieren Betroffene in dieser Situation mitunter falsch. Anstatt ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird versucht, auftretende Beschwerden durch eine noch stärkere Hautpflege zu lindern. Auf diese Weise wird die bereits überstrapazierte Haut immer mehr geschädigt. Sie trocknet stark aus, da ihre Zellen Flüssigkeiten kaum mehr speichern können. Dadurch verliert die Haut ihre natürliche Schutzfunktion, Infektionen können entstehen. Auch führt der Flüssigkeitsverlust der Haut zu den typischen Symptomen einer Mundrose: Rötung der Haut, Ausschlag, Verschuppung, Spannungsgefühl sowie schmerzhafte Bläschen- und Pustelbildung.

Aktuell durchgeführte Untersuchungen vermuten als Auslöser der Mundrose neben zu intensiver Hautpflege auch Stäbchen-Bakterien, die in den Haaren von Patienten nachgewiesen werden konnten. Ferner gilt es als sicher, dass UV-Licht, manuelle Reizung sowie hormonelle Schwankungen die Symptome einer Mundrose verstärken können.

Welcher Personenkreis ist gefährdet?

Periorale Dermatitis kann in jedem Lebensalter auftreten, auch Kinder und ältere Personen können daran erkranken. Am häufigsten sind jedoch Frauen im zweiten und dritten Jahrzehnt ihres Lebens betroffen. Als risikobehaftet gelten ferner Personen, die genetisch bedingt eine besonders sensible Haut bzw. einen Hang zu Allergien aufweisen.

Diagnose

Der Arzt diagnostiziert eine Mundrose anhand ihrer typischen Symptome sowie der Befragung des Patienten. Meist genügt dem Mediziner der Blick auf die erkrankten Hautpartien, um die Diagnose “periorale Dermatitis” stellen und andere Hautkrankheiten wie Rosazea, Akne oder Neurodermitis ausschließen zu können. So weisen die charakteristischen Knötchen, Bläschen und Pusteln sowie die Verteilung des Hautausschlags rund um den Mund bereits auf die Mundrose hin. Bestehen Zweifel, bringt eine Blut- und Gewebeuntersuchung Gewissheit. Sobald die Diagnose gesichert ist, wird der Arzt versuchen, Auslöser der Erkrankung zu identifizieren. Das Interesse des Dermatologen wird nun den Hautpflege-Gewohnheiten des Patienten sowie von ihm bevorzugt verwendeter Pflegeprodukte gelten. Die Erkenntnisse der Befragung fließen in die ärztliche Therapieplanung ein.

Therapie

Grundsätzlich sollte die Behandlung einer perioralen Dermatitis stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Einen vielversprechenden Therapieansatz, welcher auch von Experten wie Dr. Titus Brinker, Dermatologe am Universitätsklinikum Heidelberg empfohlen wird, stellt hier die sogenannte “Nulltherapie” dar. Diese besteht darin, dass an den befallenen Hautstellen über mehrere Wochen auf sämtliche Hautpflegemittel (Hautcremes, Salben, Waschlotionen, Kosmetika etc.) kategorisch verzichtet wird. Diese Ruhepause eröffnet der Haut die Möglichkeit, sich zu regenerieren und die Erkrankung von selbst abklingen zu lassen, was in der Regel nach vier bis sechs Wochen der Fall ist.

Was tun bei Komplikationen?

Allerdings kann es vorkommen, dass sich die Beschwerden und Symptome trotz Nulltherapie zunächst nicht bessern, sondern sich sogar verschlimmern. Darauf darf auf keinen Fall in “Eigenregie” mit Salben oder Cremes reagiert werden, da in diesem Fall die Gefahr besteht, dass die Mundrose erneut in vollem Umfang ausbricht. Es muss der Arzt hinzugezogen werden. Dieser wird eventuell bestimmte, gut verträgliche medizinische Pflegemittel oder örtlich wirksame Arzneien verschreiben. Eine unterstützende Behandlung mit Kompressen aus gerbstoffhaltigem Schwarz- oder Grüntee hat sich in diesem Fall bewährt. Der Haut wird auf diese Weise dringend benötigte Feuchtigkeit zugeführt. Des Weiteren haben sich vor allem bei chronischem Verlauf einer Dermatitis längere Aufenthalte am Meer oder im Gebirge als heilungsfördernd bewährt.

Heilungschancen

Bei einer konsequenten und vom Arzt begleiteten Therapie hat die Mundrose eine gute Prognose. In der Regel beginnt nach einigen Tagen eine Rückbildung der Symptome (Ausschlag, Knötchen, Pusteln), nach vier bis sechs Wochen sollte die Entzündung vollständig und narbenfrei abgeklungen sein. Die Krankheitsschübe können allerdings wiederkehren – insbesondere dann, wenn die einstmals gewohnte Praxis übermäßiger Verwendung von Kosmetika und Hautpflegemitteln wieder aufgenommen wird. Der Patient sollte hier mit dem Arzt abklären, welche Pflegeprodukte in welchen Intervallen künftig verwendet werden können bzw. sollen.