Ringelflechte (Tinea corporis) – Ursachen, Symptome & Therapie

Bei der Tinea corporis oder Ringelflechte handelt es sich um eine Pilzerkrankung der Haut. Symptome sind ein rötlicher, ringförmiger und juckender Ausschlag. In dessen Zentrum befindet sich häufig eine unauffällig erscheinende Hautpartie, daher auch die deutsche Bezeichnung Ringelflechte. Eine Online-Diagnose & Behandlung der Ringelflechte wird über unsere Startseite durch Hautärzte aus Heidelberg ermöglicht.

Bild: Juckender, ringförmiger Hautausschlag verursacht durch Tinea corporis.

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Beschreibung und Ursachen von Tinea corporis

Der Oberbegriff Tinea deutet auf eine Infektion der Haut, der Haare und Nägel mit so genannten Fadenpilzen hin, den Dermatophyten. Deshalb wird die Erkrankung auch als Dermatophytose bezeichnet. Die Tinea corporis oder Ringelflechte befällt Brust, Bauch und Rücken sowie die Gliedmaßen außer den Hand- und Fußflächen. Man könnte auch sagen, alle behaarten Hautpartien. In der Regel tritt die Infektion nur oberflächlich auf. Sie kann in Ausnahmefällen aber auch in tiefere Hautregionen vordringen.

Die Übertragung der Erreger erfolgt entweder direkt von Mensch zu Mensch, über kontaminierte Gegenstände, Erde oder auch infizierte Tiere. Vor allem streunende Katzen und Hunde sind häufig betroffen und sollten besser nicht angefasst und gestreichelt werden. Als häufigste Auslöser gelten im mitteleuropäischen Raum die Fadenpilze Trichophyton rubrum, T. mentagrophytes, Microsporum canis und Epidermophyton floccosum.

Fadenpilze bevorzugen die Hornschichten des menschlichen Körpers, die Haare sowie die Finger- und Fußnägel. Im Gegensatz zu anderen infektiösen Pilzen halten sie sich von Schleimhäuten fern. Erfolgt die Besiedlung lediglich auf der Hornschicht, wachsen sie von der Eintrittsstelle in konzentrischen Kreisen. Bei einem Befall der Haarfollikel dringen sie an den Haarschäften weiter vor. Der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome (Inkubationszeit) beträgt je nach Patient ein bis zwei Wochen.

Begünstigt wird eine Infektion mit Hautpilzen durch einige grundsätzliche Faktoren. Dazu zählt vor allem eine feucht-warme Umgebung, etwa in Schwimmbädern, Saunen oder bei starkem Schwitzen auf Grund von Hitze oder Sport. Eine Schwächung des Immunsystems durch bestimmte Medikamente oder durch andere Erkrankungen wie HIV macht Menschen ebenfalls anfälliger für Pilzbefall.

Symptome und Beschwerden bei Tinea corporis

Die genaue Art und das Ausmaß der Beschwerden bei Tinea corporis hängen erstens davon ab, welcher Pilz für die Ansteckung verantwortlich ist. Des weiteren spielt die Ausbreitung des Befalls eine Rolle. Aus medizinischer Sicht wird zudem zwischen einer oberflächlichen und einer tiefen Ringelflechte unterschieden.

Oberflächliche Ringelflechte

Bei der oberflächlichen Tinea corporis entstehen auf der Haut entzündliche, gerötete und rundliche Flecken, die sich leicht schuppig anfühlen. Der Pilz befällt dabei die Partien rund um die Haarfollikel. Bei fortschreitender Infektion verbinden sich diese Flecken teilweise zur großflächigen Formen, die wie Landkarten aussehen können. Während die Hautflecken vom Zentrum zum Rand hin blasser werden, bilden sich am Letzteren häufig Pusteln.

Tiefe Ringelflechte

Dringt der Fadenpilz entlang der Haare tiefer in die Haut ein, kommt es zu einer akuten Infektion mit der tiefen Ringelflechte. Dadurch bilden sich schmerzhafte, mit Flüssigkeit angefüllte Knoten, und es kommt zu heftigeren Entzündungsreaktionen. Zudem schwellen die ringsum liegenden Lymphknoten deutlich an. Betroffene Patienten leiden nicht selten unter allgemeinen Symptomen wie körperlicher Angeschlagenheit und Fieber. Bei Männern tritt diese Form der Tinea corporis vor allem in der Bart- und Halsregion auf, bei Kindern hauptsächlich auf den behaarten Kopfpartien und an den Unterarmen.

Diagnose

Wie bei anderen Hauterkrankungen gilt auch für die Tinea corporis, dass eine exakte Diagnose nur durch einen Arzt erfolgen sollte. Denn Hautausschläge jeglicher Art können ein Zeichen für unterschiedliche Erkrankungen bis hin zu Hautkrebs sein und sind nicht immer sofort eindeutig zuzuordnen. Am Beginn der Diagnose steht meist eine Besprechung der bisherigen Krankheitsgeschichte (Anamnese) des Patienten. Der Arzt fragt beispielsweise nach, wie lange die Symptome bereits bestehen, ob grundsätzlich Krankheiten vorliegen oder sich weitere Beschwerden ergeben haben.

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung und eine genaue Betrachtung der betroffenen Hautpartien. Der Arzt entnimmt Proben von Haaren, Hautschuppen oder Nägeln. Diese werden mit Hilfe eines Mikroskops auf Pilze hin untersucht. Teilweise wird in einem Labor auch eine Pilzkultur mit den Proben angelegt und optimalen Wachstumsbedingungen ausgesetzt. Die Erreger können dann je nach Art innerhalb von einigen Tagen oder Wochen klar identifiziert werden. Dieser Vorgang ist unter Umständen wichtig für die Wahl der richtigen Behandlung.

Therapie

Nach der Diagnose entscheidet der Hautarzt über die passende Therapie. Diese hängt vom Ausmaß der Infektion ab. Bei einer oberflächlichen und nur begrenzt ausgedehnten Ringelflechte genügt in den meisten Fällen eine äußerliche (topische) Behandlung. Hierfür stehen unterschiedliche Cremes, Gele, Puder oder Tinkturen zur Verfügung, die eine antimykotische Wirkung haben, also wirksam gegen Pilze sind. Dazu zählen Wirkstoffe wie Clotrimazol, Miconazol oder Terbinafin. Die Anwendung solcher Medikamente erstreckt sich je nach Ausmaß der Erkrankung über mehrere Wochen.

Wenn die äußerliche Behandlung nicht ausreicht – etwa bei einer sehr ausgedehnten Tinea corporis – kommen Medikamente in Tablettenform in Frage. Man spricht dann von einer systemischen Therapie, die auch für eine tiefe Ringelflechte erforderlich ist. Häufig werden topische und systemische Therapie kombiniert, um eventuelle Nebenwirkungen der Tabletten zu verringern. Bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen ist besondere Sorgfalt angebracht, da manche Wirkstoffe bei diesen betroffenen Gruppen nicht angewendet werden dürfen.

Grundsätzlich ist von den Patienten bei einer Pilzinfektion viel Zeit und Geduld gefordert. Denn Pilze sind hartnäckige Erreger, die konsequent bekämpft werden müssen. Der Zeitraum der vom Arzt empfohlenen Anwendung von Medikamenten sollte auf keinen Fall unterschritten werden. Bei einem zu frühen Abbruch kehrt die Tinea corporis in der Regel nach einiger Zeit zurück.

Infektionsrisiko

Tinea corporis kann nur durch direkten Kontakt übertragen werden. Sobald eine Therapie angelaufen ist, geht das Infektionsrisiko rasch zurück. Betroffene Kinder zum Beispiel können schon bald wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Stehen Haustiere als Ansteckungsquellen im Verdacht, sollten diese am besten von einem Tierarzt untersucht werden.

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Ringelflechte sind nur schwer zu treffen. Es gibt allerdings einige Regeln, die eine Ansteckungsgefahr verringern. So sollte man sich nach dem Schwimmen und nach sportlicher Betätigung duschen und gut abtrocknen und die Kleidung wechseln. Denn gerade eine feuchte und warme Umgebung lässt Pilze gut gedeihen.

Liegt eine Infektion vor, hilft es, Keidung und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei 60 °C zu waschen. Das vermeidet eine Neuübertragung. Haarbürsten und andere Gegenstände können mit einem geeigneten, pilzabtötenden Mittel desinfiziert werden.

Experten fragen

Wer sich über einen vorliegenden Hautausschlag informieren will, kann dies auch ohne einen direkten Arztbesuch tun und einen unserer erfahrenen online Hautärzte über unsere Startseite fragen.

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